Was mich an solchen Diskussionen mittlerweile wirklich wütend macht, ist nicht einmal die Aussage, dass Männer nicht für die Taten anderer Männer verantwortlich sind.
Denn das behauptet auch niemand.
Was mich wütend macht, ist, dass wir über Gewalt gegen Frauen sprechen und am Ende schon wieder darüber diskutieren müssen, wie unangenehm es für manche Männer ist, damit konfrontiert zu werden.
Frauen sollen ihre Erfahrungen teilen, aber bitte nicht zu emotional. Sie sollen Missstände ansprechen, aber bloß nicht verallgemeinern. Sie sollen auf Gewalt aufmerksam machen, aber immer schön betonen, dass natürlich nicht ALLE Männer gemeint sind.
Und irgendwann frage ich mich einfach: Wie viel Rücksicht sollen wir eigentlich noch nehmen?
Ich verlange von keinem Mann, dass er sich für die Taten anderer entschuldigt. Ich verlange auch nicht, dass jeder täglich feministische Beiträge veröffentlicht.
Aber ich wünsche mir, dass Männer anfangen, Verantwortung für das zu übernehmen, was sie in ihrem eigenen Umfeld tolerieren.
Denn Frauenhass beginnt nicht erst bei einer Vergewaltigung. Und Solidarität beginnt nicht erst dann, wenn eine Frau bereits Opfer von Gewalt geworden ist.
Es geht nicht darum, Männer zu Feinden zu erklären. Es geht darum, dass wir endlich aufhören, die Bekämpfung von Frauenfeindlichkeit allein den Frauen zu überlassen.
Und vielleicht sollten wir uns weniger fragen, warum Männer sich durch diese Forderung angegriffen fühlen, und mehr darüber sprechen, warum sie überhaupt noch notwendig ist.
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