Posted On: July 5th 2026, 01:38 pm
Singen war im 19. Jahrhundert überwiegend katholisch. Durch die Eisenbahn kamen jedoch viele evangelische Familien in die Stadt, sodass 1864 die erste evangelische Kirche entstand. Nach der Gründung der altkatholischen Kirche 1875 hatte die junge Gemeinde zunächst kein eigenes Gotteshaus. Die evangelische Gemeinde stellte ihre Kirche für Gottesdienste zur Verfügung – ein frühes Beispiel gelebter Ökumene.
Ein wichtiges Detail ist das Chorgestühl der ehemaligen Kirche auf dem Hohentwiel, das in die Singener Kirche übernommen wurde. 1913 zog die evangelische Gemeinde in die neue Lutherkirche um. Danach nutzten die Altkatholiken die alte evangelische Kirche allein weiter und stärkten damit ihre eigene Gemeindestruktur in Singen.
1917 kaufte die altkatholische Gemeinde Kirche, Pfarrhaus und Garten für 25.000 Mark. Trotz des Ersten Weltkriegs wurde die Finanzierung durch Spenden der Gemeindemitglieder und ein Darlehen gesichert. Damit erhielt die Gemeinde erstmals ein eigenes Gotteshaus – ein wichtiger Meilenstein der Stadt- und Kirchengeschichte Singens.
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