Seit Anfang Juni ist mein Leben schwer.
Der schmerzhafte Verlust einer besten Freundschaft, die Hände ins Feuer zu legen für Menschen, die nicht da sind, wenn es darauf ankommt.
Der immer wieder präsente Gedanke vorschnell geurteilt zu haben.
Die Extremsituation eines guten Freundes beim Zugspitzultratrail, der kurz vorm Ziel vom Notarzt bei schwerem Hitzschlag ins Koma gelegt wurde und auf Intensivstation aufwachte. Ich hatte wirklich sehr sehr große Angst um ihn und bin so erleichtert, dass es ihm wieder richtig gut geht ❤️
Dazu viele Sterbesituationen auf der Arbeit.
Meine Familie musste montags ein geliebtes Katerchen erlösen.
Ich hab abends vor meiner Mama bitterlich geweint und noch gesagt, ich wünsche mir mal eine Woche ohne Elend, ohne Tod, ohne Angst.
Ich brauche Zeit zum Verarbeiten.
Vier Tage später musste mein geliebtes Pferd eingeschläfert werden, ein Schock, der in uns allen immernoch sehr tief sitzt.
Fiorella war mein ein und alles.
Mein Seelenpferd.
Mein größter Halt.
Wir durften unser Leben 19 Jahre zusammen verbringen, ich durfte sie ausbilden,
für sie da sein und sie für mich.
Sie war der größte Schatz,
auch meine Eltern liebten sie sehr.
Sie stand direkt an meinem Elternhaus.
Meine Eltern haben sich jeden Tag mit um sie gekümmert.
Ich versuche für meine Eltern da zu sein und ich bin so dankbar, dass sie so für mich da sind.
Fiorellas Verlust wird nicht leichter und es gibt Tage da habe ich Angst die Trauer frisst mich auf.
Es ist ein schmaler Grat zwischen Trauer zulassen, stark sein wollen, arbeiten auf Intensivstation, Anzeichen für Rheumaschub wahrnehmen, anfällig und dünnhäutig für alles sein, irgendwie durch den Alltag kommen. Sport ist gerade kein Ausgleich und mein Körper auch gerade nicht leistungsfähig.
Auf die Frage wie es mir geht, schießen mir direkt Tränen in die Augen.
Ich kann gerade nicht stark sein.
#trauer