#Friedenspreisdes Deutschen Buchhandels.
Manchmal bleiben von einer Rede vor allem die Sätze übrig, die Zustimmung bekommen. Oder Widerspruch. Und manchmal geht dabei auch etwas verloren.
Ich habe die Reaktionen auf die Friedenspreisrede von
@philippesands verfolgt. So wichtig, dass das Gespräch über historische Verantwortung weiter ausdifferenziert wird. Aber die Rede war noch viel größer.
Als Mitglied des Stiftungsrats
@boersenverein habe ich Sands Wahl mitentschieden. Diese Gremien-Arbeit ist eine Ehre und große Verantwortung. Ausgezeichnet haben wir in diesem Jahr einen jüdischen Völkerrechtler, dessen Familiengeschichte von der Shoah geprägt ist. Der darauf besteht, dass Recht für alle gelten muss. Der sich mit NS-Verbrechen, Pinochet, kolonialem Unrecht, den Rohingya, der Ukraine, Israel, Palästina und dem Thema Ökozid beschäftigt. Sands ist auch ein Schriftsteller, der Familiengeheimnisse aufdeckt und mit seiner Literatur Türen öffnet, was das Recht allein nicht schafft. Er zeigt, wie eng persönliche Geschichten und die großen Fragen von Schuld, Verantwortung und Gerechtigkeit miteinander verbunden sind.
All das hat Stiftungsratsmitglied
@mirjamzadoff in ihrer wunderbaren Laudatio deutlich gemacht. Und gewürdigt haben wir in diesem Jahr einen Menschen, der „in einer Welt voller Desinformation und Vereinfachung eine Sprache findet, die der Wirklichkeit gerecht wird.“ Und was mich dabei besonders bewegt hat: Sands erinnert uns daran, dass Schweigen keine Lösung ist. Dass es Mut braucht, hinzusehen, auch wenn die Wahrheit unbequem ist oder die eigene Geschichte berührt.
Hier darum einige Ausschnitte, die einen Eindruck von der Vielschichtigkeit dieser Verleihung geben. Am besten ihr schaut sie ganz für den vollen Eindruck in der
@ardmediathek (mit Untertitel-Möglichkeit) oder verlinkt in meiner Story.
***Videobeschreibung: Hadija im Video sprechen. Miriam und Philippe Sands in Ausschnitten am Pult in der Paulskirche.