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schreibt… ✍️ in Würde albern 👩‍💻 Autorin 📚Reporterin von der Alltagsfront
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„Liebe Katharina, nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich gerne sterben würde.“ 

Vor acht Monaten schickte mir Max diese Nachricht aufs Handy. Und dann haben wir zusammen Abschied von seinem Leben genommen und aufgeschrieben, was ihm wichtig war. Warum wir über selbstbestimmtes Sterben debattieren sollten und der Kampf um Würde und Leid enttabuisiert werden muss. 

Gleichzeitig ist dieser Text eine Ode an das Leben. An so viel Wunderbares, das Max sich gegen alle Widrigkeiten gekrallt hat. An Freundschaft, Liebe und Familie. 

Er ist (m)eine Liebeserklärung an einen ganz besonderen Mann, der mir und der Welt fehlen wird. 

Danke Max, für alles, was du mir beigebracht hast. 

Ich wünsche dir, dass du, da, wo du jetzt bist, ganz viel Paternoster fährst. Allein. Auf beiden Beinen stehend. In den himmlischsten Sneakern. 

Ich hoffe, dass dich der große Schwarze Vogel hineingetragen hat in eine neue Welt. 

So, wie wir das besprochen haben.

Ich bin traurig, aber glücklich über unseren Text. Möge er viele viele Menschen zum Nachdenken anregen und berühren. Und damit das passieren, was du dir gewünscht hast. 

Du fehlst. L‘chaim im Himmel, Mr. Swag! 

Heute @bild am Sonntag
@maximiliann.schulz by @alles_verrendert
49
9 months ago
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Als „Wanderer zwischen den Welten“ umschrieb ihn einst die Presse. Tatsächlich bewegte sich der Mann, der sich „Moshe Mendelssohn“ nennt, jahrzehntelang zwischen Wahrheit und Lüge. Der Berliner Maler überschritt dabei eine Grenze, die unantastbar sein sollte: Er gab sich als Holocaust-Opfer aus.
Und die Menschen hörten ihm zu. Wenn er bildhaft und wortreich erzählte von seinem angeblichen Überlebenskampf als kleiner Junge im KZ Dachau, dann litten sie mit. Sie rückten näher. Zahlten seine Getränke, kauften seine Bilder, fuhren ihn zum Arzt. Sie öffneten ihre Herzen und Galerien für ihn. Sie schenkten ihm ihre Aufmerksamkeit, ihr Mitgefühl. Und vor allem: Glauben.

Doch nichts an seiner Geschichte als jüdisches Holocaust-Opfer ist wahr. Gar nichts.

BILD enthüllt seine wahre Identität und konfrontiert Klaus-Bolko Kressin, wie der Mann wirklich heißt.

...

Ich liebe meinen Beruf. Nie weiß man, wo eine Recherche einen am Ende hinführen wird. Diese hier war eine unglaubliche Überraschungstüte. Intensiv, traurig, spanned. 

Eine Bekannte schrieb mir vor ein paar Wochen, sie habe einen unserer letzten Zeitzeugen des Holocausts getroffen. Und er wäre bereit, mit mir zu sprechen. Die Gespräche mit ihm liefen, nun ja, ein wenig anders als erwartet …

Danke an meinen großartigen Kollegen Hans-Wilhelm Saure, dass du mit mir den Umweg gegangen bist und mir geholfen hast, ins Ziel zu finden. Danke für deine Unterstützung, deine Erfahrung, deine grandiosen Archiv-Skills. 

Ich möchte mich, trotz allem, auch bei dem alten Herrn bedanken, der uns am Ende eher unfreiwillig in (s)ein Leben gelassen hat, das er versucht hat, leider auf eine sehr falsche Art, zu drehen. 

Ich hoffe, der Spagat, diese Geschichte richtig aufzuschreiben, ist uns gelungen. In der Langfassung, die morgen online gehen wird, vermutlich noch etwas klarer. In einer Zeit, in der einer unserer letzten wahren Holocaust-Überlebenden, Albrecht Weinberg, gestorben ist und antisemitische Verschwörungsmythen wieder auf dem Vormarsch sind, waren wir uns der Verantwortung bewusst, hier die passenden Worte finden zu müssen. @bild by @alles_verrendert
5
5 months ago
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Gestern ist unsere @bild Initiative gegen Gewalt an Frauen an den Start gegangen. Ich bin allen unfassbar dankbar, die dazu beigetragen haben. Die wunderschönen und auch leider erschütternden Rückmeldungen weiterer Betroffener zeigen mir: Wir haben etwas bewirkt. 
 
Mit „wir“ meine ich vor allem die 23 Heldinnen, die das Herzstück sind. Ich habe lange überlegt, wie ich ihnen in einem Post gerecht werden könnte. Ich teile einfach die Dankes-Mail an sie. 

Liebe mutige, tolle Frauen,

morgen ist der große Tag. Ihr seid das Herzstück unserer Initiative Gewalt gegen Frauen. Wir sind stolz auf euren Mut und auf eure Kraft. Und wir sind dankbar, auch stellvertretend für alle Frauen da draußen, dass ihr ihnen zeigt: „Wir haben das geschafft, ihr schafft das auch!“

Um 00.00 Uhr geht unser Konstrukt mit euren Videos in Dauerschleife, mit euren Geschichten in einzelnen Artikeln 24h auf Bild.de, in die Zeitung, auf alle Social-Kanäle. Und sie werden für immer bleiben: in den Herzen und Köpfen der Menschen, die ihr damit berührt, wachrüttelt, schützt und ermutigt. 

Die Politiker, denen wir eure Geschichten erzählt und eure Videos gezeigt haben, waren zutiefst berührt und haben uns Sätze gesagt, die wir selbst nicht erwartet haben. Noch bevor die Initiative überhaupt gestartet ist: 
Innenminister Dobrindt etwa: 
„Das beeindruckt mich, wenn ich diese schrecklichen Geschichten höre. Eine Frau (in dem Video der BILD-Initiative, d. Red.) sprach mich direkt an und fragte ‚Was tun Sie eigentlich dagegen?‘ Und die ehrliche Antwort müsste lauten: zu wenig.“
„Ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie mit Ihrer Initiative etwas in der Politik beschleunigt haben. Nämlich, dass Entscheidungen, die wir alle für notwendig halten, auch schneller kommen.“
 „Ich war beeindruckt von dem Engagement, das dahintersteckt. Wenn Frauen sich so engagieren für andere Frauen, dann muss das die unbedingte Unterstützung der Politik haben und ich gebe Ihnen damit meine Unterstützung.“

Das ist euer alleiniger Verdienst. 

Ihr habt Schreckliches durchgemacht und Wundervolles geleistet. Ihr seid Botschafterinnen für andere, die noch nicht soweit sind. Oder es nicht mehr sein können. 

Wir bleiben dran! by @alles_verrendert
3
a year ago
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Mein lieber kleiner Ferdi,

im Oktober bereite ich jedes Jahr zwei Kindergeburtstage vor. Die Deiner Schwestern. Ich backe Torten, organisiere Schatzsuchen, packe Geschenke in Glitzerpapier ein. Wie gerne hätte ich all das auch für Dich gemacht. Was hätte Dir gefallen? Die Paw Patrol? Oder wäre das jetzt schon „Babykram“ gewesen? Ich werde nie eine Antwort auf diese Frage bekommen. Du bist gestorben. Und das Einzige, was ich tun kann, ist, Dein Grab zu pflegen. Heute, am 15. Oktober, ist der Internationale Tag der Sternenkinder. Und ich denke an Dich und all die anderen Mamis und Papis, die ein Kind verloren haben.

Vor sieben Jahren hat Dein kleines Herz im vierten Schwangerschaftsmonat plötzlich aufgehört zu schlagen. Ein Grund dafür wurde nicht gefunden. Ich hatte es noch kurz vor Deinem Tod gesehen. Wie kräftig es pulsierte. Ich bestaunte Dich, wie Du durch meine Gebärmutter geturnt bist, Dich um die eigene Achse gedreht hast. Die kritische Phase des ersten Trimesters war vorbei. Ich erfuhr, dass Du ein Junge bist. Die Gynäkologin gab mir ein Bild von Dir in die Hand. Es war lange Monate mein wichtigster Schatz. Ein Zeichen, dass es Dich wirklich gab, auch wenn ich Dich nie halten konnte, Du nicht bei uns sein konntest und keiner da draußen Dich sah. Keiner von denen, die später zu mir sagten: „Es war doch noch so früh.“

Mit Dir ist in mir so viel mehr gestorben als der kleine Sohn, den ich mir so sehnlichst gewünscht hatte. Für den ich einen Namen hatte, der in unseren Gedanken schon Teil unseres Lebens war. Mit Dir starben all die Bilder von einem Leben, das niemals stattfinden würde. Ich werde nie erfahren, wie Deine Stimme klingt. Ob Du Deinen Schwestern ähnlich gesehen hättest. Ob Du wild gewesen wärst oder vorsichtig, ein „Morgenmüffel“, wie Deine kleine Schwester sagt, oder ein Frühaufsteher. 

Du gehörst zu unserer Familie, obwohl Du nicht mit uns am Tisch sitzt. Und manchmal bist Du plötzlich ganz nah. Gerade im Oktober. Dann denke ich: Und was hätte Ferdi sich gewünscht?

Darauf werde ich nie eine Antwort bekommen. Aber ich kann Deinen Namen sagen. Ich kann von Dir erzählen.

Deine Mama 

Danke für das Foto und deine Arbeit @corinnahansenkrewer by @alles_verrendert
9
a day ago
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Heute ist Tag der #Sternenkinder. Ich denke heute an dich, mein Kind, und an all die Mamis und Papis, die auch vor so einer Öffnung in der Erde standen. Ich wünschte, ich hätte dich kennenlernen dürfen, im Arm halten dürfen, deine Mami sein dürfen, lieber Ferdi ⭐️. 
Auch wenn deine winzigen Füßchen nie unsere Erde berührt haben, so hast du in mir und Papa viele viele Spuren hinterlassen. In Liebe, deine Mama by @alles_verrendert
29
a day ago
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Rüdiger ist ein A...loch. Nein, stimmt nicht: Er war eins. Der Hahn schoss seiner Besitzerin immer wieder von hinten in die Beine, plusterte sich auf und ging allen Hennen auf die Eier. Viele Hühnerhalter hätten kurzen Prozess gemacht. Maria nicht.
Die 37-Jährige nahm den pubertierenden Aggro-Hahn auf den Arm, streichelte ihn und trug ihn vor den Augen seiner Hühnerschar („Das ist ihm peinlich!“) in ihrer Fleece-Jacke herum. Nach zwei Stunden war aus dem Schläger ein Schmuser geworden, aus Aggro-Rüdiger ein zahmer Rudi. Die Hühnerexpertin hat sich beim Gockelzähmen gefilmt, das Video mit ihrer „Anti-A...loch-Methode“ ging viral.
BILD fand: Diese Frau müssen wir uns näher ansehen. Denn diese Geschichte ist doch viel größer als ein lustiges Internet-Video. Wir fragten uns: Kann man die Macho-Hahn-Theorie eigentlich auch bei Menschen anwenden?
Maria muss es wissen, denn, was man bei Instagram nicht sieht: Die Autorin mehrerer Hühnerbücher („Das große Hühnerhandbuch“) arbeitet hauptberuflich seit zwölf Jahren als Justizvollzugsbeamtin in einem Männergefängnis. Vorher war sie Erzieherin für schwer erziehbare Jugendliche. Sie kennt sich aus mit schwierigen Charakteren.
Was Maria dort erlebt und wie ein Männerpsychologe die Frage beantwortet, ob das alles ha(h)nebüchen ist oder man Marias Methode tatsächlich auf Menschen übertragen kann, lest ihr @bild @dettiskleinefarm by @alles_verrendert
4
9 days ago
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Die ersten Blätter fallen von den Bäumen und ich auf die Couch. Endlich kann man sich unkommentiert einigeln.

Ich mag den Sommer und seine Anbeter nicht besonders. Er treibt mich vor sich her. Wer bei 28 Grad zu Hause bleibt, verschwendet sein Leben, sagen sie. Dann, plötzlich, werden die Tage kürzer und es geschieht ein kleines Wunder: Aus faul wird auf einmal gemütlich. Aus Planlosigkeit gezieltes Genießen. Und Verpassen ist das neue Machen. 

Lieber Herbst, ich danke dir dafür! Du bist der letzte verbliebene Rahmen, in dem Nichtstun gesellschaftlich akzeptiert wird. Wenn ich um 21 Uhr erschöpft einschlafen will, kann ich das unter „Selfcare“ verkaufen. Kein Bock auf andere Menschen heißt nun „Me-Time“. Und wenn ich um 17 Uhr schon einen schweren Rotwein trinken will, kann ich immerhin behaupten, es sei ja bereits dunkel. 

Der Herbst ist ein Meister des Rebrandings. „Umparken im Kopf“ hieß das bei Opel vor ein paar Jahren. Wäre der Herbst ein persönlicher PR-Berater, ich würde ihn buchen. Überfordert? Nein, „achtsamer Umgang mit den eigenen Ressourcen“. Mit Kürbis-Sahne-Suppen-Glück die Sommerfigur ruiniert und drei Kilo zugenommen? „Ökologische Wärmereserve“. Seit zwei Tagen Netflix geglotzt und nicht einen Hauch frische Luft geschnuppert? „Cocooning“.

Denn es ist nicht nur so, dass man dem Elend einfach nur einen schöneren Namen gibt. Es ändert sich wirklich etwas mit dem Verfärben der Blätter in unseren Seelen und Köpfen. Wir bewerten milder. Wir sind freundlicher zu uns selbst. Schauen wir uns doch nur mal persönliche Vorsätze an: An Silvester sind sie meistens Selbstbestrafung: weniger essen, mehr Sport, weniger Alkohol. Im Herbst sind sie liebevoller: mehr miteinander kuscheln, den Kindern was vorlesen, Eintöpfe kochen. Rum in den Tee. Dankbar sein. Zur Ruhe kommen. 

So ist der Herbst die eigentliche besinnliche Zeit, bevor blinkende Rentiere in Vorgärten wieder daran erinnern, dass wir noch 37 Geschenke brauchen. Wo der Frühling ständig Neuanfänge verlangt und der Sommer uns einreden will, wir müssten „raus und was erleben“, will der Herbst erstaunlich wenig. Deshalb mag ich ihn so.
Ich nenne das nicht faul. Ich nenne das saisonale Reife. 
@bild by @alles_verrendert
1
12 days ago
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Heute Abend wurde auf Antrag der AfD und der CDU im sächsischen Heidenau abgelehnt, weitere Stolpersteine zu verlegen. „Einzelne Schicksale sind traurig, aber alle Schicksale sind traurig“, sagte ein Freie-Sachsen-Stadtrat, wie mein Kollege Thomas Fischer schrieb. 

Katja Demnig (50), Geschäftsführerin der Stolperstein-Stiftung, zu meinen Kollegen: „Ich empfinde es als äußerst bedenklich, dass demokratische Parteien den Antrag unterstützen. Das ist ein absolut einzigartiger Vorgang.“

Ich finde diese Entscheidung schändlich. Unter anderem wurde mit Kosten für die Pflege gegen weitere Stolpersteine argumentiert. 

Meine Kinder (4, 8) und ich haben ein Ritual, wenn wir Stolpersteine sehen. Wir bleiben stehen und suchen nach der Geschichte des Menschen darauf. Vor unserem Haus ist direkt einer verlegt.

„Der war ja so alt wie du, war das ein Papa?“, fragen die Kinder. Sie finden Analogien zum Alter ihrer Großeltern, zu ihrem eigenen. 

In solchen Momenten beginnt Bildung. Ich möchte mein achtjähriges Kind noch nicht in ein ehemaliges Konzentrationslager schleppen, um ihm die Schrecken des Nationalsozialismus zu erklären. Aber ich kann mit ihm an einem Stolperstein stehen bleiben. Ich kann erzählen, dass dort einmal ein Mädchen wohnte. Dass es zur Schule ging. Dass es Freunde hatte. Dass es hier auf dem gleichen Kopfsteinpflaster vielleicht Verstecken oder Fangen spielte wie meine Tochter selbst. Dass es hier Fahrradfahren lernte. Wie sie. Dass es irgendwann verschwunden ist.
Stolpersteine holen die Geschichte aus dem Museum zurück auf die Straße. Sie erinnern uns daran, dass die Verbrechen des Nationalsozialismus nicht irgendwo weit weg geschahen. Sie geschahen mitten unter uns. In den Häusern, an denen wir jeden Tag vorbeigehen. Hinter den Türen unserer Nachbarn. 

Ist das nicht von unschätzbarem Wert? Meine Kinder lernen so, dass Hass Folgen hat. Sie lernen, dass Ausgrenzung nicht harmlos ist. Sie lernen Empathie und Toleranz. Ich behaupte, viel klarer als in einem Museum oder aus einem Schulbuch.

Ein Stolperstein kostet 120 Euro. Geschichtsvergessenheit und Vergessen kosten uns sehr viel mehr.

Die ganze Geschichte und der ganze Kommentar @bild by @alles_verrendert
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22 days ago
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Wenn ein Kind zur Welt kommt, sind alle Gewissheiten erst mal vorbei. Alles ist neu, das Baby wirkt zerbrechlich und ist – wow – eeeecht laut. Die Windeln sind voll – und bei vielen verunsicherten Eltern die Hosen. Kinderarzt Prof. Oskar Jenni (59) kennt nicht nur als Wissenschaftler die Sorgen um Schlaf, Essen, Entwicklung und Erziehung. Der Schweizer Erziehungsexperte ist selbst Vater von vier Söhnen und zweifacher Bonuspapa. Er weiß, welche Fragen Eltern immer wieder beschäftigen.

Seine Antworten habe ich aufgeschrieben und man findet sie @bild by @alles_verrendert
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a month ago
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„Eigentlich ziemlich unfair“, dachte ich, als ich den Ahorn vor unserem Fenster betrachtete. Seine ersten Blätter verfärben sich, werden welk. Aber ich habe noch nie jemanden sagen hören: „Mensch, Ahorn, du solltest mal dringend etwas gegen deine Alterungsprozesse tun! Hier ein bisschen Hyaluron und Lachssperma, da noch ein kleines Fillerchen!“ Im Gegenteil. Wir bleiben stehen und sagen: „Ach, wie schön! Der Herbst!“ 

Nur bei uns Menschen haben wir beschlossen, dass verfärbte Haare und ein paar Kerben in der Oberfläche kein schönes Zeichen von Wachstum sind, sondern dass man sie dringend bekämpfen muss. Als wäre der Herbst unseres Lebens eine Art Betriebsunfall. Dabei liebe ich den Herbst gerade deshalb, weil er eben ganz lässig ist, wie er ist. Die Bäume tun nicht so, als wäre noch Juni. Die Natur kämpft nicht gegen die Zeit. Sie macht einfach weiter.

Bei mir sind die kleinen Fältchen um meine Augen inzwischen dauerhaft eingezogen. Die grauen Haare auszureißen, wäre mittlerweile eine Tagesaufgabe. Auf einem Foto von mir auf einer Geburtstagsfeier habe ich neulich ganze sechs Kinne gezählt. 

Mein erster Gedanke war nicht: „Hilfe!“ Sondern ein schmunzelndes: „Ach, da seid ihr ja.“ Ich weiß doch, woher ihr kommt: von durchwachten Nächten mit meinen kranken Mäusen. Von Lachanfällen mit Freunden beim Hitster-Spielen. Von zu viel Sauvignon Blanc und zu wenig Schlaf. Von Sorgen und Sehnsüchten. Von einem Leben eben. Von echtem Leben.

Ist es da nicht ganz schön absurd, diese Spuren um jeden Preis verschwinden lassen zu wollen? 
 
Der Herbst ist doch auch nicht deshalb schön, weil er aussieht wie der Frühling. Er ist schön, weil er anders ist. Man sieht ihm an, was im Sommer so los war. Dass Zeit vergangen ist. Dass es heiß herging.

 „Anti-Aging“, „Age Repair!“, „Youth Booster“. Entschuldigen Sie, wo finde ich denn die Pro-Aging-Produkte? Für Gelassenheit, Dankbarkeit, Reife. Für das Privileg, überhaupt älter werden zu dürfen. Mein Mann ist dieses Jahr schwer erkrankt. Mit 41. 

Man muss nicht jede Spur der Zeit beseitigen. Man darf sie auch tragen. Mit Würde. Und wem es gelingt: sogar mit ein bisschen Stolz.

Ganze Kolumne @bild 
#proaging #sauvignon_blanc 😛 by @alles_verrendert
3
a month ago
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Es gibt Zahnärzte, die Süßes essen, Sportmediziner, die keinen Sport machen, und Krebsforscher, die rauchen. Natürlich – sind ja auch nur Menschen. Wie ist das eigentlich mit Erziehungsexperten? Machen die auch mal was falsch? Ich habe zwei von ihnen befragt: den Schweizer Erziehungspapst und Kinderarzt Oskar Jenni  und seine Frau, die renommierte Entwicklungspsychologin Patricia Lannen. 

Zu ihrer Patchworkfamilie zählen sechs Kinder (14 bis 27). Das erste Enkelkind soll im Dezember zur Welt kommen. Im Gespräch mit @bild erzählen die beiden ehrlich von überzogenen Erwartungen an Eltern, eigenen Fehlern, die ihnen bis heute leidtun, was sie ihren Eltern nie vergessen haben und ob sie befürchten, als Großeltern übergriffig werden zu können. BILD verspricht: Nach der Lektüre fühlt man sich als Vater und Mutter einfach nur verstanden und ganz genau richtig.

Danke für das schöne, supersympathische und ehrliche Interview heute in BILD am SONNTAG und BILD online

Meine Lieblingszitate als Mama: 

„Alles lief wie Tetris. Dann kam das erste Kind ...“

„Wenn ich es geschafft habe, einen Brief in den Briefkasten zu werfen, war das ein guter Tag“

„Ich habe meinen Sohn eine ganze Wanderung lang weinen lassen.“

„Meine Kinder waren die schlechtesten Schläfer der Welt“

In den nächsten Tagen erklären die beiden noch in BILD , warum es für gesunde und glückliche Kinder nur fünf G‘s braucht und geben Antworten auf die wichtigsten Elternfragen.

Wie schön, wenn Experten nicht mit Fachchinesisch um sich werfen, sondern fundiert, aber herrlich normal und ehrlich dort abholen können, wo wir User sind. by @alles_verrendert
0
a month ago
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Hab was Peinliches aufgeschrieben. Ist mir aber nicht peinlich. Bitte erzählt mir eure gottlosen Vorfälle!

Wir fahren Glas-Aufzug im Berliner KaDeWe. Die Kleine (4) lässt einen kolossal lauten Furz der Kategorie „Flugzeug durchbricht Schallmauer“. „Zum Glück riecht er nicht“, denke ich noch, als ein älteres Ehepaar zusteigt. Denn es ist in solchen Situationen wie bei einer Polizeikontrolle: Man fühlt sich sofort unter Verdacht – bei völliger Unschuld.
Ich hatte allerdings nicht mit dem Bedürfnis meines Kindes gerechnet, die eben getätigte Körperäußerung in ausgeprägter Tiefe mit mir analysieren zu wollen. „Mama, war der lauter als deine Pupse? Kann ich besser pupsen als du? Ja, Mama, oder? Mamaaa?“ Unterdrücktes Grinsen bei den Zugestiegenen. „Ja, du kannst das viel besser als ich“, nuschele ich, um schnell Luft aus der Debatte zu nehmen. „Dafür stinken deine so krass“, fühlt sich nun die Große (8) bemüßigt, mir dann doch noch Credits für meine Begabungen zu geben, und fügt ihr neues Schulhof-Lieblingswort an: „Echt gottlos, Mama.“ Ehre, wem Ehre gebührt, aber ich hätte mir in diesem Moment nicht nur göttlichen Beistand gewünscht, sondern einen schnelleren Aufzug. Die Sekunden bis zur Food-Abteilung kamen mir unendlich vor. Oben angekommen, hieve ich die beiden Furzologinnen schnell gen Käsetheke. Um dort erneut auf das Ehepaar aus dem Aufzug zu treffen. Ich bin mir sicher, die Zwei werden meinen Erwerb eines „kräftigen Fricalin“ und die Nachfrage meiner Kleinen, ob das auch ein „richtig doller Stinkekäse“ sei, unter verschiedenen Gesichtspunkten aufgenommen haben.

Hinflug nach Kreta. Alle Kinder angeschnallt. Kuscheltiere und Stifte verteilt. Der seltene Moment, in dem man glaubt, kurz alles im Griff zu haben.

Da schreit meine Große plötzlich panisch durch die Kabine: „Mama! Wo ist mein Geldkoffer???“ Sofort drehten sich sämtliche Köpfe in den umliegenden Reihen um. Und ich hatte das Gefühl, aus der deutschen Durchschnittsmutter wurde gerade die Ehefrau eines Oligarchen oder Drogenbosses auf der Flucht. Ich erwartete jeden Moment, dass jemand diskret den Zoll verständigt. Oder wenigstens die Schweizer Bankenaufsicht.

Ganze Kolumne @bild by @alles_verrendert
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a month ago
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