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[Werbung, unbezahlt] Himmel, was ein Buch! Für mich zählt „Inter alia“, der neue Roman von Suzie Miller, ab sofort zu meinen Jahreshighlights. 

Jessica ist Richterin am Londoner Crown Court mit dem Schwerpunkt auf Se*ualdelikte. Sie gilt als knallhart und unerbittlich, mit Vorliebe entlarvt sie, wie Männer durch diverse Seilschaften und Verbindungen versuchen, die Gesetze zugunsten ihrer Geschlechtsgenossen günstig auszulegen. Jessica hat hart für ihre Karriere gearbeitet und liebt ihren Job. Privat steckt sie in einem anstrengenden Spagat zwischen versuchter Gleichberechtigung in ihrer Ehe mit Michael, einem Anwalt, und dann wäre da ja noch ihr 17jähriger Sohn Harry, der jahrelang in der Schule schwer gemobbt wurde. Wie aus dem Nichts trifft die ohnehin angespannte Lage der Familie eine schwere Anschuldigung: Harry soll eine Mitschülerin verge*altigt haben. Für Jessica bricht eine Welt zusammen. Kann und soll sie ihrem Sohn beistehen, selbst wenn das allem widerspricht, was sie für richtig hält? Oder ist er wirklich unschuldig?

Ganz ehrlich, an diesem Buch führt kein Weg vorbei. Es könnte aktueller nicht sein - ich habe es wie im Rausch gelesen und am Ende kamen mir die Tränen. Suzie Miller schlägt uns hier unsere gesellschaftlichen Missstände um die Ohren, geschickt platziert in einem besonders schützenswerten Mikrokosmos: der Familie. Sie hat mit Jessica eine so glaubhafte und großartige Figur erschaffen, eine Frau, die versucht wirklich alles richtig zu machen, gefangen im täglichen Kampf gegen das Patriarchat. Dass gerade sie erfahren muss, dass „gut gemeint“ und „gut gemacht“ zwei völlig verschiedene Dinge sind und wie sich Einfluss manchmal eben doch entzieht, ist hier grandios erzählt. Wie die Autorin hier zudem eine Ehe seziert, in der doch scheinbar alles gleichberechtigt funktionieren soll (Spoiler: tut es nicht!). 
Ich empfehle Euch diesen Roman aus tiefstem Herzen. So ein wichtiges Buch für alle, die Jugendliche (besonders Jungs!) beim Aufwachsen begleiten. Und auch sonst möchte ich allen diesen Roman in die Hand drücken! 

Aus dem Englischen übersetzt von Katharina Martl und Anne Flückiger 

#interalia #suziemiller taken in London by @buchselig
20
13 days ago
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[Werbung, unbezahlt] Melanie Raabe hat es mal wieder geschafft mich zu begeistern - und sie bleibt für mich einfach die Königin der (unblutigen!) Thriller! Ihr neuestes Werk „Daisy“ konnte mich mindestens so begeistern wie ihre früheren Bücher. 

Luca ist auf den ersten Blick eine hervorragende Anwältin mit einem überschaubaren Sozialleben, ein ziemlicher Workaholic, überzeugter Single und eine typische Berliner Mittdreißigerin. Tjaaa, aber eben nur auf den ersten Blick. Denn nachts wird sie zur Rächerin. Dann sucht sie all diejenigen auf, die mit etwas Bösem oder Niederträchtigem davongekommen sind. Die können dann schon mal eine Ladung Vogelspinnen im trauten Heim erwarten oder Ähnliches. Und es trifft ja auch wirklich die Richtigen: skrupellose Firmenchefs, die Profit machen mit Kinderarbeit, eiskalte Journalisten, die andere in den Tod treiben oder misogyne Machos, die bislang nie ernsthaft was zu befürchten hatten. Dann kommt Luca ins Spiel und dreht den Spieß um. Doch eines nachts wird sie um Haaresbreite fast erwischt, und ab da an fühlt sie sich verfolgt, erhält merkwürdige Drohungen, die sich bis in ihr Privatleben schleichen. Und doch steht sie vor einem großen Rätsel, denn Feinde hat sie viele - aber wer ist wirklich so skrupellos und unerschrocken?

Mit Luca hat Melanie Raabe eine Heldin erschaffen, die sich leise aber bestimmt in mein Herz geschlichen hat. Oh, und wie. Ich mochte ihre nachdenkliche Art, ihre Tiefsinnigkeit, das ganze schwere Gepäck aus der Vergangenheit, mit dem sie sich herumschlagen muss. Wie sie das Herz am absolut rechten Fleck hat. Und wie sie immer zu viel Kaffee trinkt! Sehr sympathisch. Es finden sich zahlreiche andere grandios gezeichnete Charaktere in diesem Roman, spätestens wenn Ihr den liebenswerten alten Walther trefft, werdet Ihr an mich denken. 
Ganz große Empfehlung, wenn Ihr unblutige Spannung und eine hinreißende Story sucht! 
Danke für das Rezensionsexemplar @team.bloggerportal 

Melanie Raabe
Daisy
Thriller

Das war 2018 mit „Die Wahrheit“❤️ by @buchselig
14
a month ago
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Lange hab ich auf den neuen Roman von Jarka Kubsova hingefiebert, sie zählt einfach schon seit Jahren zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen und ich habe ihre Bücher so häufig in der Buchhandlung empfohlen. Ich habe mir für die Lektüre glücklicherweise den perfekten Leseplatz ausgesucht: ein Ferienhaus am Waldrand. Denn der Wald spielt eine tragende, mystische Rolle in „Im Licht des neuen Tages“. 
Die Schriftstellerin Elli Hajek hat sich mit einer Schreibblockade in ihr Waldhäuschen zurückgezogen. Doch statt dass sie dort endlich die Muse küsst, tauchen Sagengestalten aus ihrer Kindheit in Tschechien auf und drängen sich in Ellis Gegenwart. So sehr, dass sie kurzerhand beschließt, nach Tschechien zu reisen - das Land, in dem sie aufgewachsen ist und das sie nicht loslässt. Elli möchte an den Ursprung der Geschichte von Viktorka, die vor rund 200 Jahren als verrückte Kindsmörderin in den Wäldern gehaust haben soll. Auf ihrer Reise kommt sie der eigentlichen Wahrheit um Viktorka näher und begreift, wie wichtig es ist, ihre Geschichte richtigzustellen - als eine aus der Dorfgemeinschaft grausam Ausgestoßene, unverschuldet, ein „gefallenes Mädchen“, weil sich wieder mal ein Mann nicht im Griff hatte und unvorstellbares Leid an ihr verrichtet hat. Eine Frau, die über Jahrzehnte in den Wäldern überlebte, als einziger Ausweg. Mit dem Versinken und Erforschen in Viktorkas Geschichte wendet sich auch das schriftstellerische Tun für Elli…

Jarka Kubsova hat mich wieder mal überrascht, denn sie hat eine große Portion magischen Realismus in ihren neuestes Werk eingeflochten und ist sich dennoch ihrer großartigen Erzählkunst treu geblieben. Ich habe selten so tiefgründige und gegenwärtige Beschreibungen über totale Einsamkeit und Verlassenheit gelesen, wunderschön in ihrer Unmittelbarkeit und schrecklich in ihrem Erleben selbst. Ein soghaftes Buch über Herkunft, die Prägungen, die wir nie loswerden und die Komplexität von Nähe unter Menschen. 
Ich mochte es sehr - und Ihr? 

Herzlichen Dank für die wunderschöne Bloggerbox @sfischerverlage ❤️ und herzlichen Glückwunsch @jarka_kubsova  zum neuen Roman! 

ImLichtdesneuenTages by @buchselig
26
a month ago
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[Werbung, unbezahlt] Mit diesem zauberhaften Roman werde ich wohl auf ewig das warme, wohlige Gefühl verbinden, das ich beim Lesen hatte - heute erscheint endlich „Etwas Leichtes“ von Eva Lohmann. 

Leo ist frisch geschieden, sie ist stolz auf das Abhaken dieses Lebensabschnittes und ihre neue Freiheit. Sie überlegt, wieder ins Dating Game  einzusteigen, möchte aber lieber nur „Etwas Leichtes“, was für zwischendurch, nichts Ernstes, nichts Schweres - das hatte sie genug. Dazu kommt noch ihre ganz eigene „Aufmerksamkeit für Molekülverschiebungen“, wie sie es selbst liebevoll bezeichnet, also das Ausrichten des eigenen Radars auf die Belange, Bedürfnisse und Gefühle anderer Menschen, was auf Dauer mehr als erschöpfend ist. 
Und eigentlich hat sie auch ein ziemlich tolles Leben ohne Paarbeziehung, ihr Job als Tierpflegerin füllt sie aus - und genau da begegnet sie Frederic. Nein, kein Mann, sondern ein Riesenschecke, der ihr Herz im Sturm erobert. Aber da sind eben noch die gesellschaftlichen Erwartungen, das sie als kinderlose Frau doch wenigstens mal wieder unter die Haube kommen sollte. Tatsächlich könnte sich da etwas ergeben mit Konrad - ein Mann, der es ernst meint, auch noch vermögend und weltoffen ist. Doch dann begegnet Leo der 70jährigen Heide, die ganz unkonventionell lebt und Leo in ihren Bann zieht. 
Himmel, was ist das bitte für ein schönes, leichtes Buch im allerbesten Sinne? Ich liebe alle Bücher von @lohmann.eva - aber dieses hier besonders. Es hat mich sowas von abgeholt und begeistert, wie viele wichtige Fragen hier aufgeworfen werden, begleitet von großartigem Humor und der nötigen Portion Tragik, die ein gutes Buch ausmachen. Die Idee von „decentering men“ aufs Feinste untergebracht - herzenswarm und tröstlich, ich möchte dieses Buch jeder Frau und Freundin in die Hand drücken! 

Danke für das Rezensionsexemplar @eiseleverlag 💖

#etwasleichtes #evalohmann #eiseleverlag #lieblingsbuch by @buchselig
13
a month ago
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[Werbung, unbezahlt] Dieses autobiografische Buch machte ordentlich Schlagzeilen in den USA: Belle Burden hat mit ihren Memoiren „Fremde - Die Geschichte einer Ehe“ ganz schön Feuer gelegt. 
Die Juristin Belle Burden entstammt einer wohlhabenden, einflussreichen New Yorker Familie und ist 20 Jahre lang glücklich mit James verheiratet, als dieser sie völlig überraschend verlässt. Ihr wohl konstruiertes familiäres Kartenhaus rund um die 3 Kinder fällt von einem Tag auf den nächsten in sich zusammen. James verlässt nicht nur seine Frau, sondern auch die Kinder und hat fortan kaum Interesse an ihnen, gibt sogar das Sorgerecht ab. Er widmet sich voll und ganz seiner neuen Freundin und seinem Beruf. Belle zerbricht fast an der Trennung, ist über lange Zeit wie gelähmt und versucht Stück für Stück, Licht ins Dunkel zu bringen. Dabei trifft sie am härtesten die Erkenntnis, dass sie ihren Mann wohl nie vollständig gekannt hat - und auch frühere Alarmzeichen übersehen hat. Der dauerarbeitende Ehemann, der für seine Familie zwar monetär sorgte, aber kaum je wirkliches Interesse an ihr zeigte. Belle setzt sich über Jahre eine neue Identität zusammen, die sie mit der Veröffentlichung eben dieser Ehe-Memoiren abschließt. 

Ich mochte den Erzählstil hier sehr, die Autorin schreibt eindringlich und lässt uns an ihrem gesamten Schmerz teilhaben, ebenso an ihrer großen inneren Stärke, sich wieder neu zu erfinden. Dennoch gibt es für mich einen Störfaktor an diesem Buch: irgendwann nervte mich die offensichtliche Aufzählung all der Privilegien und der typischen „white people problems“ der amerikanischen Upper Class. Damit kann ich einfach immer weniger anfangen, Privatjet hier, Elite-Uni da, Sommerhaus dort…Dennoch halte ich Belle Burden für eine unglaublich mutige Frau, die hier durchaus als Vorbild ernst genommen werden muss. Sie setzt sich mittlerweile als Pro Bono Anwältin für junge EinwanderInnen ein. 
Wirklich eine empfehlenswerte Lektüre, man muss sich aber schon für die Upper Clas interessieren. 
Herzlichen Dank @luchterhandliteratur für das Rezensionsexemplar! 
#fremde #belleburden #biografie by @buchselig
15
2 months ago
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„Die Woche, in der ich einem Mann in den Kopf schoss, fing ganz normal an.“ Well - das nenne ich mal einen vielversprechenden Anfang, den Emma Stonex da bei „Sunshine Man“ gewählt hat. 
Birdie wartet seit 18 Jahren auf den Mörder ihrer Schwester. Sie ist besessen von Rache und Vergeltung und will ihn direkt nach seiner Freilassung erwischen. Ungeachtet ihrer Rolle als Mutter zweier Kinder und Ehefrau hat sie unter einer dicken Schicht vermeintlicher Selbstbeherrschung die unerträgliche Wut auf den Mörder ihrer Schwester im Zaum gehalten, doch in der Woche seiner abgesessenen Haftstrafe heftet sie sich an seine Fersen. 
Rückblickend erhalten wir tiefe Einblicke ins Aufwachsen unter prekärsten Bedingungen, kaum auszuhaltender Vernachlässigung von Kindern und dem Dilemma, dass einer immer scheinbar mehr Glück hat als der andere. 
Emma Stonex schreibt eindringlich und gefühlvoll und ich mochte ihren Stil sehr. Für mich hatte die Geschichte dennoch einige Längen, bevor sie dann am Ende wieder ziemlich an Fahrt gewinnt. 
Ein spannender Summer Read, der uns in die 1950er bis 1980er Jahre in England auf eine Reise mitnimmt voller Gewalt und Grausamkeit auf der einen Seite, zarten Lichtblicken und Nächstenliebe auf der anderen. 

Wer von euch hat denn ihren Vorgängerroman „Die Leuchtturmwärter“ gelesen? 

Aus dem Englischen übersetzt von Eva Kemper. 
Buch ist selbst gekauft und neu bei @sfischerverlage erschienen ❤️

#sunshineman #emmastonex #frauenlesen #spannungsroman by @buchselig
6
2 months ago
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[Werbung, unbezahlt] Wenn Ihr Lust habt auf ein heißes, durchaus kontroverses und hochaktuelles Buch, kommt Ihr an „Honey“ von Imani Thompson nicht vorbei. 
Im Mittelpunkt dieses ebenso genialen wie grausamen Romans steht Yrsa, eine junge Schwarze Doktorandin, die an ihrer Uni zu Afropessimismus forscht. Sie ist tagtäglich Rassismus und Se*ismus ausgesetzt, mal mehr, mal weniger gut versteckt. Als sie mitbekommt, dass der Dozent einer Freundin sich an deren Forschungsergebnissen bedient und sie als die eigenen ausgibt, erwacht so etwas wie ein Rachestachel in ihr, der sich unaufhaltsam seinen Weg sucht. Er wird ihr erstes Opfer sein von einigen weiteren…

Das war ein wilder Ritt, dieses Buch, und ich fand ihn echt großartig. Und dass obwohl Yrsa eine wirklich nicht besonders sympathische Protagonistin ist. Sie handelt und t*tet wie innerlich getrieben, hüpft von einer Situationship und Affäre in die nächste bzw.  mixt alle wild durcheinander. Sie handelt „unmoralisch“ und aus purer Rache. Und trotzdem fühlt man sich als Lesende mittendrin in ihrem Erleben und Wertesystem - und das Eigenartige ist, dass man da völlig mitgeht in ihrem Kosmos. Es ist eine gelungene Täter-Opfer-Umkehr, die hier thematisiert wird und an der sich Yrsa abarbeitet auf ihrem blutigen Rachefeldzug gegen Männer, die ihr oder anderen Frauen Gewalt angetan haben. 

Ich sag es ja, dieses Bücherjahr ist voll von überaus gelungen Debüts - und das hier ist eins davon!
Große Empfehlung, wenn Ihr Bock habt auf female Rage und Euch nicht stört an teilweise doch recht expliziten Se*- und Gewaltszenen. 
Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar @rowohltverlag 

Aus demEnglischen übersetzt von Asal Dardan. 

#honey #imanithompson #rowohlt by @buchselig
9
2 months ago
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Heute hab ich den perfekten Summerread für Euch. „Die Austernfischerin“ von Celine Edinger war für mich die exakt richtige Mischung aus einem soghaft und elegant erzählten Roman mit psychologischem Tiefgang und einem rauhen, wunderschönen Setting an der dänischen Nordseeküste. 

Lydia und Hendrick wollen ein paar Sommerwochen bei Elna verbringen, Hendricks Mutter in Dänemark. Im Vorfeld erfährt Lydia nicht viel über sie, außer dass sie etwas spröde sei und ganz allein für sich lebe. Schnell nach der Ankunft ist klar, dass das Verhältnis zwischen Hendrick und seiner Mutter mehr als angespannt ist. Doch Lydia begegnet Elna offen und knüpft langsam ein zartes Band zu der zurückhaltenden Frau. Als Hendrick erfährt, dass er durch eine wichtige Prüfung an der Uni gefallen ist, verbringt er den Rest des Urlaubs mit Lernen. Lydia nimmt daraufhin Elnas Einladung an, ihr bei der Austernernte zur Hand zu gehen. Nach und nach lernt Lydia eine ganz andere Seite von Elna kennen, die zunehmend eine große Faszination auf sie ausübt…

Wow, bereits ab der ersten Seite war ich so tief eingetaucht in diese Geschichte - das ist wirklich große Erzählkunst. Besonders gelungen fand ich die Charakterzeichnungen der Figuren, so raffiniert und authentisch. Hendrick, ein eigentlich reflektierter junger Mann, der zwar einerseits Acht gibt auf seine Partnerin und versucht, seine Gefühle zu reflektieren- andererseits jedoch Lydia immer wieder seine körperliche Überlegenheit spüren lässt in Situationen, die längst kein Spaß mehr sind. Lydia, die mit sehr sensiblen Antennen für ihre Umwelt ausgestattet ist, die Beziehung zu ihrem Partner zunehmend kritisch sieht und sich neugierig auf einen Weg macht, von dem sie nicht weiß, wohin er führen könnte. Und Elna, die nur auf den ersten Blick unnahbar und kühl ist und in Wirklichkeit ein großes, schwieriges Päckchen an Vergangenheit mit sich herumschleppt. 
Das ist Literatur, wie ich sie liebe. Sinnlich und augenöffnend. Allergrößte Empfehlung! 
Danke @celine.edinger für diesen tollen Roman ❤️
Buch ist selbst gekauft und soeben erschienen @keinundaberverlag ❤️

#dieausternfischerin #celineedinger # by @buchselig
33
2 months ago
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Es gibt Bücher, die lese ich mit stiller Bewunderung und einem Kloß im Hals. Birgit Birnbacher hat mit „Sie wollen uns erzählen“ so ein feines Juwel geschaffen. 
Es spricht mir deshalb so aus der Seele, weil es hier um einen neurodivergenten Jungen und seine Mutter geht, die ein unglaubliches Abenteuer erleben, das so nur das ganz normale, chaotische Leben schreibt. 
Oz, genannt Ozzy, ist neun Jahre alt und hat am letzten Schultag ziemlich viel Ärger am Bein. Denn er hat das Schuljahr zwar trotz heftigen Schwierigkeiten rund um sein ADHS bravourös gemeistert, aber da gab’s halt noch einen unguten Zwischenfall. Der war so ungut, dass er jetzt einen Brief von der Direktion mit nach Hause bringt. Er wünscht sich nichts sehnlicher, als dass irgendwas passieren möge, so dass er es seiner Mutter Ann nicht beichten muss. 

Und dann passiert wirklich was. Seine Oma wird vermisst - sie ist einfach so aus der Klinik abgehauen. Ozzy und Ann machen sich sofort auf den Weg. Für Ann wird es eine unangenehme und folgenreiche Beschäftigung mit der eigenen Vergangenheit. Denn Ann ist selbst oft aufbrausend und hat eine eher nicht ganz so gut ausgeprägte Impulskontrolle…Und natürlich steht die Sorge um die Oma im Vordergrund, die in ihrem nicht-orientierten Zustand irgendwo unterwegs ist. Dann bricht das richtige Abenteuer los, in Folge dessen Ozzy plötzlich mutterseelenallein herumirrt und sich selbst beweisen darf, was er schon alles bewerkstelligen kann. 
Dieses Buch ist dermaßen herzerwärmend, humorvoll und bereichernd - ich habe noch in keinem anderen Roman von so einem schönen und authentischen Umgang mit Neurodivergenz gelesen. Und nicht zuletzt ist es auch die Geschichte einer Mutter, die für ihr Kind mit all seinen Herausforderungen kämpft und es vor der Gesellschaft schützen will. Birgit Birnbacher schreibt mit so viel Wärme, Verständnis und Klugheit von ihren Figuren, dass einem das Herz überläuft. Und das meine ich ganz unkitschig. 
Für mich ein Jahreshighlight!

Buch ist selbst gekauft und erschienen @zsolnayverlag ❤️

#siewollenunserzählen #birgitbirnbacher #zsolnay #buchtutgut #adhs by @buchselig
9
3 months ago
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[Werbung, unbezahlt] Ein Thriller, der diese Bezeichnung auch voll und ganz verdient hat, ist „Weil sie lügt“ von Caroline Seibt. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so atemlos ein Buch verschlungen habe, weil ich wirklich ganz, ganz schnell wissen musste, wie es ausgeht. 

Für Anna ist eine Welt zusammengebrochen, seit ihre Schwester Juli vor einiger Zeit spurlos verschwunden ist. Seitdem versucht sie das, was von ihrer Familie übrig ist, zusammenzuhalten. Denn der Vater ist als Hauptverdächtiger inhaftiert, die Mutter befindet sich dauerhaft in einem psychischen Ausnahmezustand und ist nicht zurechnungsfähig. Bleibt noch ihr kleiner Bruder Leon, der das alles nicht versteht und für den Anna stark bleiben muss. Auch als es neue Entwicklungen gibt, die Anna zunehmend den Boden unter den Füßen wegreißen… 

Diese ungeheuer spannende Story wird abwechselnd aus der Sicht von Anna und der ermittelnden Kommissarin  Katharina erzählt, was dem Roman eine interessante Tiefe gibt. Mich hat gleich am Anfang ein Gefühl beschlichen, dass hier etwas überhaupt nicht stimmt und genau diese unterschwellige Spannung ist kaum auszuhalten! Die Thematik dysfunktionale Familie und sehr authentisch gezeichnete Protagonist*innen treffen hier auf einen krassen Plot inklusive mehrerer unvorhersehbarer Wendungen. 

Wer Lust hat auf einen sensationell guten und unblutigen Thriller, kommt hier auf keinen Fall vorbei. 

Caroline Seibt wurde bereits für ihren ersten Roman „Gestohlenes Kind“ mit dem Glauser Preis für das beste Spannungsdebüt ausgezeichnet und hat hier meiner Meinung nach einen neuen Meilenstein in der Spannungsliteratur vorgelegt. 

Herzlichen Dank @droemerknaur für das Leseexemplar und tausend Dank @carolineseibt für dieses großartige Leseerlebnis ❤️. 

#weilsielügt #carolineseibt #thriller #frauenlesen #buchtutgut by @buchselig
13
4 months ago
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Die dänische Autorin Naja Marie Aidt hat mit „Aus dem Dunkel“ eine leise, eindringliche Geschichte geschaffen über das Weiterleben nach einem traumatischen Erlebnis. 

Sie ist Mutter von drei erwachsenen Söhnen und hat sich ihr Leben gut eingerichtet, als sie eines Nachts eine Gewalttat erleben muss. Dieses Ereignis wirft sie komplett aus der Bahn, sie wird retraumatisiert und verdrängte Erinnerungen aus der Vergangenheit schleudern mit großer Wucht in die Gegenwart. Der gewalttätige Vater und der frühe Tod der geliebten Schwester werden plötzlich immer größere Schatten. Nur mit großer Mühe und Kraftanstrengung findet sie langsam aus dem Dunkel heraus. Immer an ihrer Seite: ihre vier Freundinnen. Sie fangen sie auf, jede auf ihre Art, sie ziehen sich zurück, wenn sie es braucht und sie trauen ihr zu geeigneter Zeit Dinge zu, die sie fordern und weiterbringen. „So hüllen meine Freundinnen mich in Fürsorge. Sie verlangen nichts Bestimmtes von mir. Sie erwarten nichts Bestimmtes. Manchmal benehme ich mich so unmöglich, dass jeder andere mich nicht unmöglich fände, sondern unerträglich, aber meine Freundinnen sind geduldig. Ihre Fürsorge ist wie ein Seidentuch, zart und leicht, wärmend bei Kälte und kühlend bei Hitze.“

Wir können eine Menge aus dieser Geschichte mitnehmen. Dass es unsere sozialen Kontakte sind, die uns tragen - auch durch Allerschlimmstes hindurch. Dass Heilung nicht linear erfolgt, sondern oft mit Rückschlägen verbunden ist. Wie ungeheuer wichtig fähige Ärzt*innen sind, die traumatisierte Menschen begleiten. 

Ein wichtiges, ein eindringliches Buch, das ich sehr empfehlen kann. 
Aus dem Dänischen übersetzt von Ursel Allenstein. 

Buch ist selbst gekauft und soeben erschienen @luchterhandliteratur ❤️

#ausdemdunkel #najamarieaidt #luchterhandverlag #frauenlesen #buchtutgut by @buchselig
5
4 months ago
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Das war kein wilder Ritt, das war ne ganze Ranch! Yes, die „Yesteryear“-Ranch. Was Caro Claire Burke da erschaffen hat, ist der pure eskalierte amerikanische Traditions-Wahnsinn. 

Natalie lebt den perfekten Traum einer Tradwife, sie hat 6 Kinder, einen Mann in Cowboystiefeln und eine Ranch, auf der sie Bio-Gemüse anbauen. Sie ist streng gläubig, hält die gesamte moderne Welt von ihren Kindern fern. Ein gewisser Zwiespalt, denn auf Instagram folgen ihr über eine Million Menschen, denen sie tagtäglich ihr aufwändig inszeniertes Leben vor Augen führt. Naja, so ganz ohne Hilfe geht das nicht, also sind da noch zwei Vollzeit-Nannys und eine Regisseurin, die mit Natalies Familie zusammenleben. Alles was nicht perfekt ist, wird professionell verschwiegen und unter den Teppich gekehrt. Zum Beispiel, dass ihr Mann eigentlich ein ziemlich unselbstständiges Riesenbaby ist oder jede Menge unterbezahlter Hilfsarbeiter beschäftigt werden um dem Gemüse und dem daraus florierenden Business Herr zu werden. Oder die „Wütenden Weiber“, die ihre Selbstdarstellung kritisieren und sie online angehen. Doch dann steht ein wirklich großer Skandal ins Haus, einer, der Natalie alles kosten könnte. Und bevor sie es sich versieht… wacht sie am nächsten Morgen auf und befindet sich in einem Leben um 1800 wieder, also genau die gute alte Zeit, die sie stets so in den Himmel gelobt hatte. Ohne jegliche Unterstützung oder Modernität muss sie schmerzvoll erfahren, wie hart dieses Leben wirklich ist und wie es sich vor allem als Frau anfühlt. Natalie sucht verzweifelt einen Weg hinaus, aber gibt es ein Leben dahinter? Oder kommt sie nie mehr zurück? Und wo ist eigentlich ihre Familie?

Also, das war wirklich ein großer Spaß, dieses Buch. Wenn Ihr was Lustiges und Schräges mit wichtigem Hintergrund sucht,  werdet Ihr hier perfekt unterhalten. 
Anne Hathaway hat sich hier übrigens bereits die Filmrechte gesichert und ich freu mich jetzt schon! 

Danke für das Rezensionsexemplar @penguinbuecher und großes Kompliment für das wunderschöne Cover, mit und ohne Schutzumschlag ein Eyecatcher ❤️

Aus dem Englischen übersetzt von Dietlind Falk und Lisa Rögeböhn

#yesteryear #caroclaireburke #buchtutgut by @buchselig
46
5 months ago
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