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 by @extremdinofan
31
4 months ago
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Herrschaftskritik darf nicht am Tellerrand enden

Ein Großteil der Menschen, die fremdbestimmtes Leben, Unterdrückung und Ausbeutung ablehnen, tut das sehr oft nur innerhalb der eigenen Grenzen.
Seien es Weiße, für die Antirassismus nur ein Lippenbekenntnis ist, Frauen, die trans* Frauen aus ihrem Feminismus ausschließen, oder Anarchist*innen, die Herrschaftslosigkeit für alle wollen, solange die Herrschaft über andere Spezies ihrem egoistischen Bedürfnis nach Gewohnheit Genüge tut.

Aber warum endet der Anspruch auf Gleichberechtigung plötzlich an der willkürlich gezogenen Grenze der Spezies?

Unterdrückungsmechanismen funktionieren alle nach demselben Prinzip:
Abwertung der anderen und Aufwertung des Ichs.

Und das ist ein wiederkehrendes Muster in der Menschheitsgeschichte.
Es sind nur Schwarze Menschen, deswegen können wir sie versklaven.
Es sind nur Gläubige eines anderen Gottes, deswegen können wir sie vernichten.
Es sind nur Frauen, deswegen brauchen sie nicht die gleichen Rechte.
Es sind nur Tiere, deswegen können wir sie töten.

Diese Mechanismen sind tief in der Gesellschaft – vor allem der weißen – fest verankert, und jede Kritik am Individuum wird mit der Schuldzuschiebung an das System abgewehrt.

Natürlich sind Kapitalismus und patriarchale Machtstrukturen auch in diesem System nicht vom Tisch zu wischen, aber ohne den Individuellen Konsum wirken diese nicht.

Wir haben dieses System nicht erschaffen.
Aber wir halten es am Leben, verteidigen es und klammern uns aus Angst vor Veränderung an es.

#animalliberation #anarchism by @extremdinofan
22
5 months ago
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Veganuary:
Absolution auf Zeit

Der Veganuary wirkt wie ein kollektives Suchen nach Absolution:
Menschen, die tierische Produkte konsumieren, wollen 31 Tage lang beweisen, dass auch sie weitestgehend ohne Tierleid leben können – als wäre das ein Akt des Mutes.

Der Verzicht wird aus egoistischen Gründen gefeiert, weil das Töten und Konsumieren nichtmenschlicher Tiere als heilig gilt.
Das eigentlich Normale – keine Lebewesen zu töten – erscheint plötzlich als etwas Großmütiges. Millionen Veganer*innen wissen, wie sich das anfühlt: Konsequenz wird nicht als solche wahrgenommen, sondern als Extremismus.

Und nach den 31 Tagen?
Maßloses Fleischgefresse hält wieder Einzug, und all die vermeintlich guten Taten sind aus dem Gedächtnis gelöscht.

Beim Veganuary geht es nie um die Tiere, sondern fast ausschließlich um egoistische Selbstbeweihräucherung. Von vegan lebenden Menschen wird Applaus für diesen „krassen Verzicht“ erwartet – als wäre es eine Held*innentat.
Das kapitalistische Interesse von Konzernen steht dabei auf einem anderen Blatt.

Warum der Veganuary trotzdem begrüßt werden sollte:
Er gibt Menschen die Möglichkeit, veganes Essen zu entdecken. Das hilft, das Argument des angeblich fehlenden Geschmacks veganer Nahrung aufzubrechen. Und sonst?

Wie bei allen anderen Dingen können wir uns nicht auf Staat und Kapitalismus verlassen. Denn hier geht es nicht um das Wohl von Lebewesen, sondern um persönliche Befindlichkeiten und Profite.

Die Frage ist nicht, ob der Veganuary etwas bringt.
Das Problem liegt bei einer Gesellschaft, die Nicht-Töten als Ausnahme und Konsequenz als Extremismus betrachtet.

#veganuary #vegan #veganfoodie #veganfood Veganuary Logo:
gemaltes ungleichmäßiges Herz
Text: Absolution auf Zeit by @extremdinofan
98
9 months ago
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Leider muss ich mit diesem Text genau das machen, was ich nicht will – den Menschen in den Mittelpunkt stellen.
Doch leider ist es einmalig notwendig, dies zu tun, um mit einem fehlgeleiteten Gedanken aufräumen zu können.

Wir sind keine Held*innen!

Tierbefreiung ist kein Akt der Größe. Kein Triumph. Kein Moment für Held*innennarrative.
Wer Befreiungen glorifiziert, wer sich ins Licht stellt für eine Tat, die anderen gilt, macht wieder sich selbst zum Zentrum.
Genau das ist Teil des Problems: der Mensch, der sich selbst befreit, während er vorgibt, andere zu retten.
Tierbefreiung heißt auch, sich zurückzunehmen. Die eigene Handlung nicht als moralisches Kapital, sondern als Konsequenz zu begreifen.

Die Befreiung von nichtmenschlichen Tieren soll und darf nicht als Held*innentat gesehen werden. Weder von denen, die an einer Befreiung beteiligt waren, noch von denen, die davon gehört und/oder gelesen haben.

Diese Erhöhung der Handlungen und der Handelnden führt unweigerlich dazu, dass die Taten und damit wieder die menschlichen Tiere in den Vordergrund gerückt werden und nicht die, um die es eigentlich gehen sollte.
Nichtmenschliche Tiere werden wieder nur zur Nebensache degradiert und wieder nur als Beiwerk betrachtet, obwohl es Individuen sind, denen die Aufmerksamkeit gehören sollte – für ihr beschissenes Leben in der Industrie.

Diese Dynamik ist als Reproduktion des Herrschaftsverhältnisses zu entlarven: Die Befreiung wird zur Bühne, das Leiden zum Anlass für die Selbstinszenierung der Menschen.

Veröffentlichung dürfen nicht dazu dienen uns zu feiern, sondern andere zum Denken und Handeln animieren.

#animallovers #animalliberation #directaction by @extremdinofan
35
9 months ago
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