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Berlin

Oh, Berlin. Wenn ich irgendwo ein Zuhause habe, dann bei dir. Du bist lebendig. Direkt, aber authentisch. Ungefiltert, manchmal laut, aber immer echt. Du versuchst nichts zu sein, was du nicht bist. Und ich muss es auch nicht. Du bewertest und urteilst nicht. Menschen dürfen bei dir unfertig sein. Anders. Suchend. Schrill oder still. Berlin, du machst selten Vorschriften darüber, wie man zu sein hat. Du zuckst oft nur mit den Schultern und sagst: „Mach halt.“ Und genau darin liegt deine Schönheit.

Berlin, du gibst Raum. Für Individualität, für Freiheit, für zweite Chancen und manchmal auch für komplettes Chaos. Bei dir kann man sich verlieren und gleichzeitig finden. Du verlangst keine Perfektion. Es reicht oft schon, einfach man selbst zu sein. Mit allen Fragen, Eigenheiten und Narben. Das wird von dir nicht nur geduldet, sondern ist Teil deiner Seele. Es gehört zu dir wie Graffiti an alten Mauern oder Musik, die irgendwo zwischen Straßenlärm und Sommerabend hängt.

Berlin, du hast etwas Tröstliches für all jene, die nie richtig irgendwo hineingepasst haben. Du fragst nicht zuerst, woher man kommt, wen man liebt oder warum man anders ist. Du fragst lieber, ob man mit in den Späti kommt. Menschheit auf Minimalstandard reduziert. Fast rührend zeigst du so, dass Schönheit nichts mit Perfektion zu tun hat. Du schmeckst nach Freiheit und  Vielfalt. Du riechst nach Leben und Geschichten. Du bist Musik für‘s Herz und Frieden für‘s Auge. Allein dein Anblick macht meinen inneren Lärm leiser. Ich wünschte, ich könnte bei dir bleiben.

#berlin #heimweh #zuhause #sehnsucht #freiheit by @lilajana
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5 months ago
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Töchter und Söhne

Ich bin Mutter eines Sohnes und einer Tochter. 
Ich möchte meine Tochter zu einer Frau erziehen, die Nein sagt, ohne sich dafür zu entschuldigen. Die mutig ihre Stimme erhebt und nicht mehr darum kämpfen muss, gehört zu werden. Die laut zu ihrer Meinung und ihren Grenzen steht. Die weiß, dass alle ihre Gefühle wichtig und richtig sind. Auch ihre Wut. Die nicht über ihren Körper definiert wird. Die anziehen kann, was sie möchte, ohne dass ihre Kleidung von Männern als Eintrittskarte betrachtet wird. Die eine faire Chance hat, alles zu werden, was sie sein möchte. Die sich nicht zwischen Beruf und Familie entscheiden muss. Eine Frau, die in einer Welt lebt, in der Frauengesundheit ernst genommen wird und in der sie sich sicher fühlen darf.

Ich möchte meinen Sohn zu einem Mann erziehen, der versteht, dass Nein ein ganzer Satz und der Körper einer Frau keine Verhandlungssache ist. Der Frauen lieber stark und selbstbewusst hat als leise und angepasst. Der Frauen nicht kleiner machen muss, um sich selbst größer zu fühlen. Der Emotionalität als Stärke und nicht als Schwäche betrachtet. Für den Frauen keine Trophäen sind, die man besitzen, bewerten und zerbrechen kann. Der Grenzen achtet, zuhört, hin- und nicht wegschaut und Verantwortung übernimmt. Einen Mann, der in einer Welt lebt, in der Gewalt, Sexismus und Oberflächlichkeit keinen Platz haben.

#worldwomensday #töchterundsöhne #sicherheit #gefühlesindzumfühlenda #nurjaheißtja by @lilajana
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7 months ago
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Stimme

Du fühlst alles gleichzeitig: eine schwere Traurigkeit, Verlust, Entzug, Wut, Selbstzweifel, Schuld. Du drückst es runter, aber es kommt immer wieder wie aus dem Nichts. Ein Zettel an der Wand, ein so dahin gesagter Satz, eine nicht gestellte Frage, ein Geschenk, das schlagartig an Bedeutung verliert.

Du hörst deinem Körper nicht zu. Weil dir auch niemand zuhört. Wenn du doch deine Stimme erhoben hast, warst du zu laut. Zu sensibel. Zu schwierig. Zu emotional. Zu ambivalent. Zu hysterisch. Zu viel. Du übertreibst. Du musst es doch mal gut sein lassen. Er hat es doch nicht mit Absicht getan. Du bist krank, du musst dir helfen lassen. Und dann schweigst du wieder. Und glaubst. Entschuldigst dich. Weil du, dein Leben lang männlicher Gewalt ausgesetzt, es auch nicht anders gelernt hast. Dir wurde beigebracht, dich anzupassen, brav zu sein, dich nicht zu widersetzen, eigene Gefühle runterzuschlucken, vor allem die der Wut, dich zu entschuldigen, damit sich andere gut fühlen. Dein Nervensystem hat nicht gelernt, zwischen Gefahr und Sicherheit zu unterscheiden, weil da immer beides war, Nähe und Schmerz gleichzeitig. Deswegen passiert es dir immer wieder. Nicht aus Dummheit. Der Mensch ist ein Bindungswesen mit einem bitteren Konstruktionsfehler in seiner Psyche. Vor allem das Bindungssystem kluger, sensibler Menschen ist häufig so übermotiviert, dass innere Warnsysteme stumm bleiben. Daran zerbricht der stabilste Mensch. Und das ist, was die Angst so groß macht. Und die Verantwortung für uns als Mütter. Mit der quälenden Frage, worin die größere Aufgabe liegt? Einen Sohn großzuziehen, der Frauen mit Respekt und Wertschätzung behandelt. Oder eine Tochter, die es schafft, Männern mit Selbstbewusstsein statt mit Angst zu begegnen.

#worldwomensday #erhebteurestimme #söhneundtöchter #schmerz by @lilajana
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7 months ago
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Und bei der subtilen Gewalt? 

Sie kommt mit einem besonders abscheulichen Charakter und ist geprägt von Egoismus, Schuldumkehr, Demütigung, Gaslighting, Manipulation und Kontrolle. Sie trägt das Gesicht von Narzissten und Vermeidern. Manchmal beide gleichzeitig. Sie kriecht deutlich langsamer in deinen Körper. Es kommt nicht wie in einem einzigen großen Knall, wie es die körperliche Gewalt oft tut. Es kommt Tropfen für Tropfen. So dass selbst dein Körper, der eigentlich dein Wächter ist, nicht schnell genug reagieren und abschirmen kann. Seine zwei Schutzsysteme, die gleichzeitig arbeiten - eines, das abschirmt, eines, das warnt - werden außer Kraft gesetzt. Sie sind darauf programmiert, zwischen „sicher“ und „gefährlich“ zu unterscheiden. Werden Bindung und Bedrohung zugleich erlebt, kann der Körper das nicht und es dauert deutlich länger, ehe er Alarm schlägt. Er gewöhnt sich an den Stress, passt sich daran an, ohne zu merken, wie belastend es geworden ist. Das macht diese Art der Gewalt so tückisch, weil es nicht diesen einen Moment gibt, der ein klares Stop in dir ruft, stattdessen viele kleine Grenzverletzungen. Viel zu spät sagt er dir mit immer lauter werdender Stimme: „Ich habe Angst. Ich kann nicht schlafen. Ich bin erschöpft. Ich kann nicht essen.“ Schickt dir Flashbacks und starke emotionale Ausbrüche, um zu sagen, dass etwas nicht stimmt. Dann zuckst du zusammen, wenn Menschen zu laut werden. Wenn sie sich streiten, wirst du unruhig und zittrig. Bei jeder Gelegenheit fängst du an zu Weinen. Im Supermarkt vor dem Getränkeregal, weil plötzlich diese eine Lied gespielt wird. Am Wahlplakat, das seinen Namen trägt. Wenn du den Geschmack auf deinen Lippen spürst, der nach dem Sommer mit ihm schmeckt. Kurz hinter dem Ortseingangschild eines Ortes, dessen Name dein Herz mit einer Schwere umschließt, die sich durch nichts abschütteln lässt. Bei dieser Art der Gewalt wird das Herz am schwersten getroffen. Es fühlt sich an, wie ein Riss quer durch die Mitte. Als wäre dir innen drin etwas herausgerissen worden. 

#worldwomensday #gewalt #herz #narzissmus #liebe by @lilajana
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7 months ago
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Dein Körper ist ein Tresor

Und dann wunderst du dich, weil du plötzlich Fieber, Atemnot, Herzrasen, Schmerzen in den Gliedmaßen hast, für die du keine Erklärung hast. Gerade ging es dir doch noch gut. Oder nicht? Nein. Dein Körper ist ein Tresor. Er ist dein Schutzraum und zugleich Speicher überwältigender Erfahrungen. Es gibt Momente, in denen er dich vor deinen Erinnerungen schützt. Er verschließt sie so fest, dass es sich so anfühlt als wären manche Dinge nie passiert. Nicht dir. Du verdrängst und spaltest dich ab. Es sind jetzt nicht mehr deine Erinnerungen, aber da bleibt ein Schatten, der festhängt in deinem Nervensystem. Wenn du versuchst, danach zu greifen, zerrinnt er dir in den Fingern. Fühlst dich oft gefangen in einem Chaosapparat, weil da so viel Gleichzeitigkeit an Gefühl in dir ist, so viele innere Gegensätze, die nicht nur von außen widersprüchlich wirken, sondern dir auch selbst das Gefühl geben, falsch und nicht genug zu sein. Doch dein Körper hat einfach nur nicht vergessen, er hat ein Gedächtnis. Und so sehr er deine Erinnerungen hinter Schutzmechanismen bewahrt, so abrupt kann er sie zurückdrängen in dein Bewusstsein. Ein Geruch, ein Lied, ein Foto, ein Ort, ein Wort - und es wird aktiviert. Ein schmerzhafter Druck um deine Handgelenke, an denen er dich festhielt, damit du dich nicht wehren kannst. Die Luft, die dir wegbleibt als er dir ein Kissen auf‘s Gesicht drückte, damit du nicht schreien kannst. Die Taubheit in deinen Beinen, weil er sein ganzes Gewicht auf dich drückte, um sich mit Gewalt etwas zu holen, zu dem du Nein gesagt hattest. Die Enge in deiner Brust, weil du nicht glaubst, dass du das überlebst. Du kauerst dich instinktiv zusammen, die Hände vor deinem Gesicht, damit es dich nicht zu hart trifft. Du bist ganz leise, ruhig und zählst so weit du kannst, weil es dann schneller vorbei ist. Hälst dein Versprechen, es niemanden zu verraten, weil du die Liebe nicht verlieren willst. Nicht wissend, dass das keine Liebe ist. Aber es hat dir auch niemand gezeigt, wie Liebe aussieht.

#worldwomensday #gewalt #nurjaheißtja #körpergeistundseele by @lilajana
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7 months ago
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Frauen
(Eine Geschichte in 5 Teilen)


…erhebt eure Stimmen! Für eure Töchter! Damit sie vor ihrer Zukunft weniger Angst haben müssen, wie wir sie in der Vergangenheit hatten und in der Gegenwart immer noch spüren. Um uns. Ins uns. In unseren Herzen. Unseren Köpfen. Unseren Körpern. Und trotzdem spricht keine darüber. Über die geballte Faust, die den Schlüssel in der Jackentasche umklammert, wenn wir im Dunkeln nach Hause gehen. Den rasenden Herzschlag, wenn wir plötzlich Schritte hinter uns hören. Das Zittern in den Gliedern, wenn wir durch eine Männergruppe laufen müssen. Egal welcher Hautfarbe und Nationalität. Das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass es immer ein Mann ist, der unsere Grenzen überschreitet. Niemand spricht über das Brennen, die Schmerzen, die Bilder in uns, die uns auch Wochen, Monate, Jahre später noch verfolgen. Weil unser Körper sie in einem Moment gespeichert hat, in dem unser Nein zu seinem Ja wurde, indem wir vielleicht gar nicht die Möglichkeit hatten, zu Wort zu kommen, weil uns die Wucht seiner Gewalt traf, bevor wir Luft holen konnten. Oder weil wir noch so klein waren, vielleicht vertraut haben und nicht wussten, dass wir hätten Nein sagen müssen. Vielleicht aber auch, weil die Gewalt, die wir erlebt haben, so subtil war, dass wir sie gar nicht als solche erkannt haben. Wir haben uns so klein und immerzu schuldig gefühlt, aber ohne zu verstehen, warum. Weil wir nach dem Grund am falschen Ort gesucht haben. In uns, statt in ihm. Wie man es uns beigebracht hat.

#worldwomensday #womenempowerment #womensupportingwomen #ohneunswirdsstill by @lilajana
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7 months ago
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Dreizehn

Text in den Slides.

#mentalhealth #eatingdisordersurvivor #eatingdisorderawareness #eatingdisorderrecovery #dubistgenug by @lilajana
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9 months ago
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Sie

Sie redet nicht darüber,
aber in ihrem Inneren herrscht ein ganzer Krieg,
den niemals jemand sieht.
Sie wacht jeden Morgen auf,
zieht ihr Lächeln an und
läuft durch die Welt
als ob sie darunter nicht bluten würde.
Zusammenbrechen ist ein Luxus,
der ihr nie gewährt wurde.

Sie ist diese Art Mensch,
der alleine weint,
ganz leise in Räumen,
die nie jemand betritt.
Sie überdenkt jedes Wort,
jede Stille und
sie ist selbst dann noch für andere da.
Während sie niemand hält,
wenn alles zu groß wird.
Wenn sie die Einsamkeit mit ihrem
untröstlichen Blick anschaut.

Sie trägt Erinnerungen,
die brennen,
aber sie hält die Welt noch immer fest
als ob sie sie nie zerbrochen hätte.
Die Menschen halten sie für stark,
aber Stärke war keine Wahl,
sie wurde zum Überleben.
Sie verdrängt den Schmerz so tief,
dass selbst ihr Spiegelbild vergisst, 
wie sie aussieht,
wenn sie glücklich ist.

Sie ist müde.
Nicht diese Art von Müdigkeit, 
die Schlaf vertreiben kann,
sondern eine, die die Seele umhüllt 
und nicht mehr loslässt.
Sie ist traurig.
Nicht diese Art von Traurigkeit,
die eine Weile sitzen bleibt und wieder geht.
Sondern eine, die dich auslöscht. 
Leere. 
Ein innerer Raum, in dem nichts passiert 
und trotzdem alles zu viel ist. 
Ein tägliches Verschwinden, 
Millimeter für Millimeter.

Sie ist nicht mehr die Person, die sie war.
Sie hat fast alles von sich verloren,
alles Schöne,
alles Glück
und jede Freude.
Sie fühlt sich wie nichts.
Sie weiß nicht mehr, wie es ist, 
normal zu sein,
also spielt sie es nur vor.

Und doch wirst du sie nie klagen hören.
Irgendwo in diesem stillen Chaos begreift sie,
dass niemand kommen wird, um sie zu retten.
Sie selbst ist die Rettung.
Und vielleicht ist das Erschreckendste,
wie gut sie darin geworden ist,
so zu tun, als ginge es ihr gut.
Während sie in Wahrheit hinter der Stille schreit.

Kennst du sie?
#mentalhealth #becarefulwithyourwords by @lilajana
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9 months ago
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Fast
Teil 2

Dieses Fast ist ein Gefühl, das nie ganz zu Atem kommt, sich vorsichtig an die Haut schmiegt, aber nie den Mut findet, richtig anzuklopfen. Eine Mischung aus Schwere und Leichtigkeit, die sich so nah sind, dass man sie kaum unterscheiden kann. Es ist dieser schmale, vibrierende Raum, gefüllt mit Blicken, die etwas ahnen und Worten, die sich viele Nächte lang nicht trauen, ausgesprochen zu werden.

Ich habe gelernt, dass Fast-Menschen Dinge kaputt machen, die ihnen eigentlich gut tun. Sie ziehen sich zurück, wenn es gerade anfängt, sich gut anzufühlen. Nicht, weil sie nicht wollen, sondern weil sie gelernt haben, dass alles Schöne irgendwann weh tun kann. Dass Nähe riskant ist und dass es besser ist, Abstand zu schaffen, bevor sie wieder verletzt werden. Also machen sie dicht, reden aufkommende Gefühle so lange klein bis sie im Nebel verschwinden. Zerstören es lieber selbst, bevor es sie zerstört. Das gibt ihnen das Gefühl, die Kontrolle zu behalten. Das ist kein böser Wille. Es ist Schutz. Ein Reflex. Entstanden in Momenten, in denen das Herz beschlossen hat, nie wieder so verletzt zu werden. Aber nicht jeder Mensch geht. Nicht jede Geschichte schreibt das gleiche Ende. Nicht jedes Glück ist zu schön, um wahr zu sein. Manchmal darf man vertrauen. Manchmal darf man bleiben, wenn es gut ist. Auch, wenn man Angst hat. Manchmal sabotieren Fast-Menschen nicht das Glück, sondern ihr altes Bild davon, dass sie es nicht verdient haben. Damit stehen sie sich selbst im Weg und verletzen den Menschen, der sie wirklich sieht. Dem es nicht genügt, wie sie scheinen. Der sich müht, sie zu durchbrechen, um furchtlos in Licht und Schatten zu wühlen. Der sie fängt und warm umarmt. Dem sie in kurzer Zeit mehr bedeutet haben als andere nach einer Ewigkeit. Der sie wirklich liebt.

Ein Fast hinterlässt Spuren. Tief. Leise, aber echt. Wie ein warmer Schatten, der zeigt, dass da etwas war, das hätte groß werden können. Ein Fast ist etwas, das nie begann und trotzdem nie verschwindet. 

#gefühleimnebel #fast #liebe #schmerz #verlust #herz by @lilajana
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a year ago
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Fast
Teil 1

Wo fängt man an zu suchen, wenn man sich verloren hat? Dieses Jahr hat mich in seine eisigen Hände genommen und zerlegt. Vergessen, mich wieder zusammen zu setzen. Ich habe geliebt, vertraut, verloren, weitergeatmet. Bin mir selbst begegnet, stark, zart und ungeschützt zugleich. Nun friere ich an den wärmsten Orten und werde in den letzten Minuten dieses Jahres darum weinen. Dieses leise Weinen, bei dem man versucht, kein Geräusch zu machen, obwohl man schreien möchte. Dass ein ganz anderes Level von Schmerz ist. Weil nichts leichter oder besser wird. Man lernt nur, es besser zu verstecken. Nicht mehr so enttäuscht zu sein über die Erkenntnis, dass wieder niemand da ist, wenn alles zusammen bricht. Man ist nur noch so „Oh, schon wieder!? Okay…“.

Da warst du, an einem Platz zwischen den Zeilen. Ein leises Warm, das blieb, selbst, wenn die Tage kalt und laut waren. In Momenten, die nach echt schmeckten und nach Herz. Manche Seelen passen nicht einfach nur ins Herz. Sie passen in die Zwischenräume. Dorthin, wo du dich selbst manchmal nicht erreichst. 

Ich wusste vorher nicht, wie man Menschen, wie dich beschreibt. Vielleicht kann man das gar nicht. Die bewahrt man sich im Inneren, wo die wichtigen Dinge wohnen und träumt von einer Version von dir, die es nie gab. Manchmal waren wir Freunde, manchmal ein bisschen mehr und manchmal war ich wie ein Fremder für dich. Schwankend zwischen dem Gefühl, für jemanden etwas Besonderes zu sein und unter einer Welle der Bedeutungslosigkeit unterzugehen. Manchmal tut nicht das Fehlen weh, sondern das, was hätte entstehen können. Du warst ein Fast. 

Alles, was bleibt ist die Frage, ob es besser ist, ein Fast gewesen zu sein als ein Niemals? Lieber fast geliebt als gar nicht? Fast eine Geschichte, die man später hätte erzählen können, mit warmen Stimmen und einem kleinen Stolz im Herzen.

#fast #liebe #vermissen #trauerherz #gefühle by @lilajana
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a year ago
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Dunkelheit
Teil 2

Die Dunkelheit berührt dich, tastet vorsichtig über die Haut, die sich plötzlich fremd anfühlt, als gehöre sie jemand anderem. Und plötzlich verstehst du, dass in ihr die Angst lauert. Du bist aufgewacht und warst nicht mehr derselbe Mensch. Etwas hat sich in dich eingeschrieben, lautlos, unauslöschlich. Der Körper erinnert sich auf seine eigene Weise. Er fühlt sich an wie ein Ort, den jemand anderes betreten hat und nie ganz verlassen wird. Du wohnst darin weiter, aber fremd, vorsichtig, als müsstest du dich entschuldigen, überhaupt noch da zu sein. Instinktiv ziehst du dich zurück, bevor jemand überhaupt zu nah kommt.
Manchmal reicht ein Wort, eine Stimme, ein Geruch - und plötzlich brennt alles wieder, obwohl nichts passiert.

Man sieht dich lachen, sprechen, funktionieren. Aber unter der Oberfläche tobt ein stilles Zittern, das nie ganz aufhört.
Angst wird Routine. Sie ist im Atem, im Schritt durch die Nacht, im Blick auf jede Tür. Sie flüstert, dass nichts mehr sicher ist - nicht draußen, nicht drinnen, nicht du.
Und irgendwann lernst du, dich mit ihr zu bewegen. Nicht, weil du willst, sondern weil du musst. Sie ist da, in allem, was du bist - nicht mehr grell, nur noch tief. Sie ist eine Erinnerung daran, dass etwas zerbrochen ist, dass dein Körper nie ganz vergisst. Wie ein Abdruck, der bleibt, auch wenn die Hand längst weg ist.

#dunkelheit #schmerz #lautestille #angst #alleinsam by @lilajana
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a year ago
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Dunkelheit
Teil 1

Ich hab im Dunkeln niemals Angst gehabt. Sie ist wie ein Raum, den niemand sonst betrifft. Ein Ort für Geheimnisse und Träume, an dem man sich sicher fühlt, weil die Welt draußen an Konturen verliert. Wo man nach innen lauscht und sich selbst wiederfindet. In der Dunkelheit kann man einfach sein, ohne Masken. Sie kennt all deine Ängste, deine Müdigkeit, deine Sehnsucht und sie lässt dich dennoch atmen, ohne zu richten, ohne zu drängen. Sie bringt dir Ruhe.

Doch dann ist da dieser eine Moment, der dir alles nimmt. Die Dunkelheit rollt nun wie eine lebendige Masse über den Boden, zieht sich an den Wänden hoch, als hätte sie Glieder, die sich um alles wickeln. Sie ist schwer wie nasser Beton, kalt wie Eis und doch feucht, als würde sie von innen heraus atmen. Jeder Atemzug schmeckt nach Schatten, nach etwas, das sich zwischen deine Rippen schiebt und dich fast den eigenen Herzschlag vergessen lässt.

Sie füllt den Raum nicht einfach – sie presst dich zusammen, macht die Luft dick, den Boden glitschig unter den Füßen, als könnte er dich verschlucken. Die Möbel verschwinden, die Ecken werden tief, wie Löcher, die direkt in etwas führen, das du nicht sehen darfst. Ein Knacken, ein Rascheln – Geräusche, die nicht von dir sind, aber aus deiner Nähe kommen, obwohl niemand da ist. Du drehst dich um, aber hinter dir ist nur Schwarz, dichter und es bewegt sich. Immer bewegt es sich.

#dunkelheit #angst #nebel #schwarz #einsamkeit by @lilajana
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a year ago
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