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🇦🇹 Bookgirl 🎈
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📚🎧 2026: 8 | 70
📚🎧 2025: 82 | 70
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📚CR: Die Chroniken der Drachenlanze
🎧CL: Der Nahost Komplex
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🔥 Wild wuchern ist ein Sturm im Kopf und ein Lächeln im Herzen. ♥️

Manchmal stolpert man über ein Buch und weiß nach zwei Seiten: Das wird Liebe. Wild wuchern ist für mich so eines. 

Marie flieht aus ihrer toxischen Beziehung und sucht Zuflucht bei ihrer Cousine Johanna, die abgeschieden in den Tiroler Bergen lebt. Allein der Einstieg mit dem inneren Monolog, wie sie auf den Berg flüchtet, es war phänomenal. Sie landet also dort am Berg und was da passiert, ist so absurd, so ehrlich, so wunderschön schräg, dass ich beim Lesen abwechselnd grinsen, laut lachen und einfach mal kurz die Welt anhalten musste. 

Köller schreibt mit einer Leichtigkeit, die täuscht: Zwischen den oft urkomischen Gedanken & Momenten blitzen Schmerz, Trotz und Sehnsucht nach einem eigenen Platz im Leben auf. Sie schafft es, mit wenigen Worten ganze Landschaften und Stimmungen zu bauen. Der Wind, die Berge, die Freiheit, die Sprachlosigkeit – das alles wuchert zwischen den Zeilen genau so wild wie die Gedanken von Marie. 

Trotz aller Tragik und dem Sprachwitz (und ja, ich hab wirklich einige Male laut gelacht!) verhandelt Köller unter der Oberfläche große Fragen: Wer will ich sein? Wem will ich gefallen? Oder besser: wem nicht mehr? Freiheit, Widerstand, die Kraft von Sprache und den Mut, sich nicht zurechtstutzen zu lassen. Und sie macht das ohne Pathos, sondern mit einer klugen, warmen Ironie. 

Wild wuchern ist kein Roman, den man einfach liest. Man taumelt durch, lacht, hält den Atem an – und verliebt sich in jede Zeile. Dieses Buch macht keinen Lärm – es brennt sich still ins ♥️. Und es zeigt, wie viel Kraft im Loslassen und im Wachsen liegt. 

Ich hab jede Seite geliebt. Und ich bin sicher: Ich werde es wieder lesen. Weil es diese Sorte Buch ist, die man behalten will, wie eine verrückte Sommernacht oder eine besonders schöne Begegnung. 

Für mich ein absolutes #jahreshighlight 

Danke an @_katharina_koeller_ @penguinbuecher und @team.bloggerportal für das Buch!

#wildwuchern #katharinaköller #buchliebe #jahreshighlight #buchbloggerin #book #books #bookrecommendation #bookreview #mari_liest #buchrezension #literaturempfehlung #bookstagram #penguinverlag #instabook taken in Tirol, Austria by @mari_liest
25
a year ago
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CN: Gewalt, Traumata, dysfunktionale Beziehungen

„[…] ich könnte Papa verzeihen, […] und endlich eine Familie werden. […] Und er hat ja nicht nur schlechte Seiten. Er hat sogar echt viele gute Eigenschaften: Er ist zum Beispiel großzügig. Er hat mir eine Wohnung besorgt und mir geholfen, von meinem schlimmen Exfreund freizukommen. Er will mich eigentlich immer vor allem Übel beschützen (bis auf vor sich selbst). […]“ (S. 128)

Ich bin immer noch wütend und sprachlos. Nicht über die handelnden Personen im Buch, nein, irgendwie so „gesellschaftlich wütend“. Denn das was hier abgebildet wird, ist Realität für viele Menschen. Und das tut weh. Es bringt mich oft an den Rande des innerlichen Wahnsinns, wo ich fragen möchte „Bist du eigentlich dumm oder einfach nur ignorant?“ 

Im Prinzip ist NIX ok. Miryam wurde gerade ungeplant Mutter und lebt mit Baby und Freund Robert nun gemeinsam als kleine Familie. Nix ok ist, weil sie an einer postnatalen Depression leidet, weil sie an einer traumatisch erlebten Kindheit leidet, weil sie daran leidet nicht ernst genommen zu werden und weil sie daran leidet, dass sie nicht perfekt für ihr Kind ist. Sie möchte es besser machen. Ihr Vater: Gewalttäter gegenüber der Mutter, arbeitete seinen Narzissmus und Minderwertigkeitsgefühle an ihr ab. Heute will er davon nix mehr wissen. Darüber sprechen, es nur anzusprechen oder auszusprechen, sich zu entschuldigen, endet immer in einer Katastrophe. Ihre Mutter ließ dies über sich ergehen; als Schutz für die Kinder, konstatiert sie heute, um sich nicht ihrem minderen Selbstwertgefühl stellen zu müssen; romantisiert immer wieder. Miryam schlittert in jungen Jahren in eine Beziehung mit einem gewalttätigen Partner und landet irgendwann in einer Psychotherapie. Ihr einziger Leuchtturm ist ihr Bruder. Lebenspartner Robert scheint DER verständnisvolle Mensch zu sein, den Miryam zur eigenen Rettung (was im Grunde ja nicht möglich ist) benötigt. Und doch zieht er irgendwann ihr Verhalten mit Vorwürfen und eingelassenen Bädern mit Badesalz ins Lächerliche. Und die Schwiegermutter, ja die ist ja ein ganz besonders übles Geschenk. ⬇️ by @mari_liest
28
3 years ago
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TW: Gewalt, Vergewaltigung, Missbrauch, Trauerbewältigung, Alkoholsucht

„Unser familiäres Elend rührte woanders her. Von den Gewalttätigkeiten und dem väterlichen Bildungsmangel, der verbalen Obszönität, der Engstirnigkeit.“

Wir sind in einem Kanton in Wallis, in der Schweiz. Erzählt wird aus Sicht von Jeanne, die jüngere von zwei Mädchen. Jeanne lebt mit ihrer Schwester Emma und den Eltern in ärmlichen Verhältnissen. Der Vater ist Fernfahrer, die Mutter ist bei den Kindern. Hört sich soweit gut an. Doch der Vater ist ein Tyrann; machtbesessen, alkoholabhängig, narzisstisch, voller Kontrollsucht. Seine Stimmung kippt innerhalb von Sekunden. Und so verprügelt er grundlos, ohne Vorwarnung und aufs Schlimmste seine Familie, wann es ihm in den Kram passt. Nicht zuletzt missbraucht er auch. Er ist immer auf der Suche nach Vorwänden, um auszurasten und seinem Frust Luft zu machen.
Die drei Frauen leben in ständiger Angst und Panik. Allein am Gang können sie seine Laune erkennen. Trauen sich oftmals gar nicht zu atmen oder sich zu bewegen, oder gar fröhlich zu sein. Denn dies endet in einer Gewalt-Katastrophe. 
In dem kleinen Bergdorf ist dieser Zustand bekannt, doch alle sehen weg. Selbst der Dorfarzt, dem Jeanne vertraute, ignorierte den verprügelten Zustand des Mädchens, behandelt nur ihre Wunden.
Als Jeanne die Möglichkeit hat aus dem Bergdorf zu entkommen, verlässt sie die „Heimat“. Sie flüchtet sich in Beziehungen mit Frauen, versteht nicht, warum ihre Mutter dieses Elend nicht verlässt, behandelt sie sogar von oben herab und fristet ihrer gebrochenen Psyche. Ihr Glück ist ihre verständnisvolle Partnerin. Doch auch hier strauchelt Jeanne, die nie gelernt hat, wie eine Beziehung funktionieren soll, die nie „Identität erfahren hat“. Die Gewalt im Elternhaus hat ihre Spuren hinterlassen und brodelt in Jeanne weiter. In Arbeitskollegen Paul, ja, in den verliebt sie sich. ⬇️ by @mari_liest
27
4 years ago
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💥 Wer wären wir, wenn Schönheit nie ein Maßstab gewesen wäre?“

In Das schönste aller Leben erzählt Betty Boras von Vio, die als Kind aus dem rumänischen Banat nach Deutschland kommt und früh lernt: angepasst sein, funktionieren, schön sein. Ihr Leben scheint geordnet bis ein schwerer Unfall ihrer Tochter die Ordnung verschiebt. Ab diesem Moment kippt der Roman. Vio muss sich fragen, wie sehr ihr eigenes Denken von Schönheitsbildern geprägt ist – und was das für ihre Tochter bedeutet.

Parallel führt uns die Autorin in eine zweite Zeit: ins Banat des 18. Jahrhunderts, zu Theresia, deren Leben ebenfalls davon bestimmt wird, wie eine Frau auszusehen und zu sein hat. Zwei Frauen, zwei Jahrhunderte – und doch dieselbe Frage: Wie viel ist ein Mensch wert, wenn Schönheit zur Währung wird?

Was ich daran so stark fand: Betty macht daraus keinen „Problemroman“, sondern eine Geschichte, die unter die Haut geht – über Herkunft, Scham, Mutterschaft, Klassendruck und dieses gnadenlose Ideal, immer „richtig“ wirken zu müssen. Die Perspektiven wechseln (Vio/Heute, Theresia/Damals – und dazwischen ein fast poetischer Blick auf das Banat selbst), und genau dadurch greifen die Verknüpfungen so gut. Und sind wir doch mal ehrlich – es geht uns doch oftmals allen auch so, oder?

Der Stil ist angenehm, flüssig und fein lesbar. Thematisch trifft das Buch einen wunden Punkt. Es geht um Mutterschaft, Scham, Körperbilder und den Blick der Gesellschaft auf „Perfektion“.

Und was lernen wir nun aus dieser Geschichte? 
Dass ein „schönes Leben“ nicht davon abhängt, wie makellos etwas aussieht, sondern davon, ob man sich selbst (und andere) endlich als genug betrachtet. Etwas, worüber ich oft mit einer Freundin spreche – wann haben wir das Gefühl „genug/richtig/fertig bearbeitet“ zu sein?
Mich hat besonders dieser Moment gepackt, wenn aus einer scheinbar ruhigen Lebensgeschichte plötzlich eine radikale Selbstbefragung wird. ⬇️ by @mari_liest
9
6 months ago
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„Wir dachten, wir könnten fliegen“ hat mich aufgrund von Empfehlungen auf Instagram neugierig gemacht – eine war die von @reginadenk. Beim Reinschnuppern hat mich dann der Ansatz und die Herangehensweise neugierig gemacht. 

Jügler hat 19 Autor*innen eingeladen, jeweils über eine ausgestorbene Tier- oder Pflanzenart zu schreiben – jedoch nicht als Sachtext, sondern literarisch. So entstehen kurze Texte über Wesen, die einmal Teil unserer Welt waren und heute verschwunden sind.
Ich fand diese Idee wirklich spannend. Statt trockener Fakten bekommt jede Art eine eigene Atmosphäre, eine Erinnerung, manchmal fast so etwas wie eine Stimme. Manche Texte bleiben nah an der Geschichte der Tiere, andere sind poetischer oder erzählerischer – gerade diese Mischung macht den Band besonders.

Wenn man ein bisschen nachliest, merkt man auch: Jügler wollte bewusst kein belehrendes Buch über Artensterben machen. In Interviews wird oft gesagt, dass es ihm eher darum ging, literarische Räume zu öffnen – Räume, in denen man begreift, was verloren gegangen ist. Und genau das funktioniert erstaunlich gut.

Beim Lesen hatte ich das Gefühl, durch eine kleine literarische Sammlung ausgestorbener Leben zu gehen: Beutelwolf, Dodo, Wandertaube bis zum Kaspischen Tiger. Manche Texte haben mich mehr gepackt als andere, insgesamt fand ich das Buch wirklich klug, sehr schön und ungewöhnlich, im positiven Sinn. Große Liebe für die Stellersche Seekuh ♥️ und die gesamten Abbildungen. 

Eine literarische Erinnerung daran, dass unsere Welt einmal größer war. Und dass vieles davon leider verloren ist. 

Reg(ina)t zum Denk(en) an! (Kleines Wortspiel, liebe Regina 🥳😅)

Ich wünsche dem Buch viele begeisterte Leser*innen.
Danke an @bloggerportal für das schöne Exemplar! 

#book #bookrecommendations #bookstagram #nature by @mari_liest
3
7 months ago
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✨ Was passiert mit einem Kind, das zur Göttin gemacht wird – und irgendwann wieder Mensch sein muss?

In „Kumari“ greift @philipkroemer die jahrhundertealte nepalesische Tradition der lebenden Göttin auf und macht daraus einen Roman, der mich gleichzeitig fasziniert und erschüttert hat. Im Zentrum steht ein Mädchen, das zur Kumari gewählt wird – verehrt, abgeschirmt, entmenschlicht durch Heiligkeit. Parallel begleiten wir eine Erzählinstanz, die sich mit dieser Tradition auseinandersetzt und dabei immer stärker die eigene Perspektive hinterfragt. Zwei verwobene Blickwinkel: der Blick von innen – kindlich, tastend, verletzlich – und der Blick von außen – neugierig, kritisch, oft hilflos.

Die junge Kumari wird zur Projektionsfläche: für Glauben, Macht, Hoffnung. Und doch ist und bleibt sie ein Kind. Die zweite Hauptfigur ringt mit der Frage, wo kulturelles Verständnis endet und moralische Verantwortung beginnt. Beide Figuren tragen Widersprüche in sich – und genau das macht sie so menschlich.

Krömer schreibt ruhig und unaufdringlich. Der Stil ist klar, fast zart – und gerade deshalb trifft er. Historisch fundiert zeichnet er die Tradition nach, ohne sie zu verurteilen oder zu verklären. Und doch schwingt immer die Frage mit: Was bedeutet es, wenn ein Kind zur Symbolfigur wird? Wer profitiert und wer zahlt den Preis?

Gerade jetzt, wo im September 2025 erneut eine Kumari gewählt wurde und weltweit über Tradition, Kinderrechte und kulturelle Identität diskutiert wird, ist dieses Buch erschreckend aktuell. Und die Moral? Heiligkeit darf nie wichtiger sein als ein Mensch.

Mich hat das Buch bewegt. Spannend in seinen Verknüpfungen, traurig im Kern – besonders für die kleine Kumari selbst.
Danke an @septimeverlag für das Buch!

#kumari #philippkrömer #bookstagram #kinderrechte #bookrecommendations by @mari_liest
4
7 months ago
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Gerade bei 
@leseecke_allerlei 
@wien_erleserin 
@wiener_buchwurm 
@pickwickbuchclub 
entdeckt und für lustig befunden. 🥳🥳
Gruppenzwangkind und so 😂😂

Me and my hobby Bookstagram! 🥰

Anleitung findet ihr unter Nataschas Beitrag.

#bookstagram #caricature #hobby #chatgpt #books by @mari_liest
15
8 months ago
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💣 Was bleibt, wenn nichts mehr sicher ist? 

„Zwei Tage im Sommer“, die alles verändern. Lukas Pellmann erzählt von einer Familie, die nichts will außer Urlaub – und plötzlich in einem Krieg landet. Ein Konflikt, der sich erschreckend real liest. Das macht diesen Roman so eindringlich.
Wir begleiten Simone, Thorsten und Nicola, als sie zwischen Grenze, Gewalt und Gewissen geraten. Jede*r Einzelne muss entscheiden: mitlaufen, wegsehen – oder handeln? Balász, der Soldat, stellt unsere Vorstellungen von Feind und Freund leise infrage. Und Svenja blickt Jahrzehnte später zurück, auf das, was war - und nicht hätte sein dürfen.

Pellmann erzählt aus drei Perspektiven, die sich zu einem dichten Ganzen verweben. Jede Figur trägt Widersprüche in sich, jede Entscheidung hat Konsequenzen. Was wie Urlaub beginnt, wird zur moralischen Zerreißprobe (von Beginn an). Es geht um Mut, Zivilcourage, Mitgefühl – und die Frage, was ein Mensch wert ist, wenn alles auf dem Spiel steht. Simone als Mutter im Ausnahmezustand, Balász zwischen Befehl und Gewissen, Nicola & Svenja, die Jahre später die Erinnerungen aufarbeuren. Aus all dem entsteht ein erschütterndes Bild davon, wie schnell Normalität brüchig werden kann.

Der Roman ist mehr als ein fiktives Kriegsszenario. Er ist ein Gedankenexperiment über Nationalismus, Macht und Menschlichkeit – hochaktuell, angesichts dessen, was gerade weltweit geschieht. Konflikte, die weit weg scheinen, rücken rasch beklemmend nah. Pellmann macht daraus eine zutiefst menschliche Geschichte. Es ist ein Text über Mut in Momenten, die keine Held*innen brauchen, sondern Menschen. Es ist eine Geschichte, die fragt, was Menschlichkeit kostet – und ob wir sie uns leisten, wenn es ernst wird.

Gerade heute, wo Kriege wieder nah sind und Grenzen verschwimmen, wirkt dies wie ein Spiegel für unsere Zeit. 
Wer wegsieht, wird Teil des Geschehens – das gilt in der Realität wie in diesem Roman. 
EINDRINGLICHE LESEEMPFEHLUNG!

Danke an @lukas_pellmann & @edition.atelier für das ReziEx.

#bookstagram #bookrecommendations #book #books lesempfehlung taken in Neusiedler See by @mari_liest
7
8 months ago
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„Eine Heldinnengeschichte – eine vom Überleben.“ 🐦‍⬛

Die Unbändigen erzählt von drei Frauen aus unterschiedlichen Jahrhunderten, deren Leben jedoch miteinander verbunden sind. Jede von ihnen wächst in einer Welt auf, die weibliche Freiheit begrenzt, kontrolliert oder bestraft – sei es durch offene Gewalt, subtile Unterdrückung oder gesellschaftliche Erwartungen. Was sie eint, ist der Versuch, sich diesem Zugriff zu entziehen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Die Geschichte verhandelt dabei sehr klar patriarchale Machtstrukturen, ohne belehrend zu sein. Stattdessen zeigt sie, wie Widerstand oft leise aussieht: im Rückzug, im Beobachten, im Festhalten an dem, was sich nicht kontrollieren lässt. Die Natur spielt dabei eine zentrale Rolle – nicht als Kulisse, sondern als Kraftquelle, Schutzraum und etwas Unheimliches zugleich. Diese fast magische, hexenhafte Ebene zieht sich durch alle Zeitebenen und verbindet die Frauen auf eine stille, eindringliche Weise.
Der Schreibstil ist ruhig, düster und sehr bildhaft, nicht plotgetrieben. Vieles passiert zwischen den Zeilen: Angst, Wut, Stärke und Trotz werden eher angedeutet als ausgesprochen. Genau daraus entsteht diese dichte, unterschwellige Spannung, die sich langsam aufbaut und lange nachwirkt.

Als Hörbuch hat das für mich außergewöhnlich gut funktioniert. Die Atmosphäre, die Bilder im Kopf, dieses dauerhafte Gefühl von Bedrohung und Selbstermächtigung zugleich – das hat mich bis zum Schluss nicht losgelassen. Ein Hörbuch, das man nicht einfach hört, sondern erlebt. 🎧🖤

„Denn das erste Kind, das eine Weyward gebiert, ist immer weiblich, hat meine Mutter mir gesagt. Daher hat sie auch nur mich bekommen, genau wie ihre Mutter nur sie hatte. Es gab schon genug Männer auf der Welt, pflegte sie zu sagen.“

Hörbuch/selbst gekauft. Bild mit KI erstellt.

#hörbuchliebe #bookstagram #bücherliebe #audiobookde #dieunbändigen by @mari_liest
2
9 months ago
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Welche Bücher haben mich dieses Jahr begeistert &  begleitet? Ging es Euch vielleicht auch so damit?

Nicht nur kurz begeistert, sondern beschäftigt, aufgeregt, getröstet – manchmal auch ratlos zurückgelassen. Diese hier sind hängen geblieben.

Und ich werde dich nie wieder Papa nennen – Caroline Darian
Ein sehr persönliches, autobiografisches Buch über Gewalt, Familie und das Leben danach. Kein leichtes Lesen, aber eines, das ich nicht bereue – gerade weil es so mutig ist. Die Tochter von Gisèle Pelicot. 

Fabula Rasa – Vea Kaiser
Eine große Familiengeschichte über Herkunft und Neuanfang. Klug, warm und überraschend humorvoll – eines dieser Bücher, bei denen man merkt, wie viel Handwerk drinsteckt. Hat mich sehr gerührt. 

Ja, nein, vielleicht – Doris Knecht
Ein Roman über Beziehungen, Macht und Selbstbestimmung. Sehr nah am echten Leben, manchmal unangenehm ehrlich – genau das mochte ich daran & den Humor der Prota. 

Junge Frau mit Katze – Daniela Dröscher
Ein Buch über Körper, Klasse und das Erwachsenwerden. Leise erzählt, aber extrem präzise – vieles darin fühlt sich erschreckend vertraut an. Habe es sehr gemocht. 

The Safekeep – Yael van der Wouden
Ein stilles, spannungsvolles Buch über Schuld und Verdrängung. Baut sich langsam auf und trifft dann seehr genau.

Wild wuchern – Katharina Köller
Ein Roman über Nähe und familiäre Abhängigkeiten. Sprachlich roh, emotional intensiv – war DAS Highlight für mich heuer. 

Jenseits des Ozeans – T. J. Klune
Eine Geschichte über Verlust, Hoffnung und gefundene Familie. Warm, tröstlich und genau richtig für Tage, an denen man so etwas braucht.

In den weiteren Bildern mein Reado-Jahresrückblick - find ich ganz cool. 

Ich wünsche euch von Herzen ein neues Jahr mit Gesundheit, Zeit zum Lesen, guten Geschichten, feinen Menschen und ruhigen Momenten 📚

#lesejahr #buchliebe #jahresrückblick #readinglife #bookstagram by @mari_liest
12
10 months ago
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Ich wünsch Euch allen von Herzen schöne Weihnachtsfeiertage, Gesundheit, zauberhafte Momente, Glück und Lachen ♥️ Schaut gut auf Euch!

#xmas #weihnachten #bookstagram by @mari_liest
26
10 months ago
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✨ Sie hat Millionen gestohlen – aus Liebe. Und ich? Ich habe ihre Geschichte verschlungen.

Ich habe „Fabula Rasa – oder Die Königin des Grand Hotels“ verschlungen wie ein literarisches Wiener Schnitzel mit Extrakalorien – und ja, davon gabs reichlich. Angelika Moser wächst im Gemeindebau auf, landet im eleganten Grand Hotel Frohner und glaubt, sie könne alles managen: Karriere, Kind, Konto, Nachtleben. Doch dann wird alles wackelig und plötzlich steht sie mit einem Bein im Partyleben, mit dem anderen im Trümmerfeld. Erzählt wird wechselseitig: Angelika und die Autorin als Erzählerin, die sich selbst in die Geschichte einmischt, ein Mega Twist, wie er frappanter kaum sein könnte.

Und wo kommt das alles her? Kaiser verriet: Ein öffentlicher Prozess gegen eine Buchhalterin eines Wiener Nobelhotels hat sie auf die Figur gebracht – die Frau hatte Millionen unterschlagen und behauptet vor Gericht: sie habe das alles aus Mutterliebe getan. Kaiser schwanger, mit einem Sohn im Bauch, dachte sofort: „Ja, ich würde es auch tun.“ Und mit diesem Funken zündet sie einen Roman voller Aufstieg, Fall, Herkunft und moralischer Grauzonen.
Zwischen den Zeilen geht’s nicht nur um Auf- und Abstieg, sondern um Herkunft, Machtspiele und brüchig-moralische Grundmauern. Was sagt uns Kaiser? Dass das Leben nicht in Pastelltönen verläuft – auch wenn der Champagner in der Lobby fein im Glatz glitzert. Aufstieg kann Fluch & Segen sein, wie wir hier lesen.

Der Stil? Leicht lesbar, gewitzt, voller Wiener Humor – aber nicht seicht. Gleichzeitig Gesellschaftsroman, Hotelthriller und Porträt einer Stadt ist.

Ich mag das Buch, weil es unterhält und nachwirkt - weil es mich mit einer unangenehmen Frage zurücklässt: Was wäre, wenn ich in ihrer Haut gesteckt hätte? Vea Kaiser macht es einem nicht leicht, Angelika Moser moralisch zu verurteilen – und genau das ist der Punkt.
Hier geht’s nicht nur um Moral oder Zahlen, sondern um Sehnsucht, soziale Herkunft und den Wunsch nach Anerkennung in einer Welt, die denen am Rand selten Applaus spendet. Die Geldunterschlagung wird nicht verharmlost, aber sie wird menschlich. Und das ist unangenehm ehrlich und irgendwie auch entwaffnend. ⬇️ taken in Wien, Austria by @mari_liest
23
a year ago
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