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needy&witty |📍Berlin
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Höchste Zeit für eine kurze Vorstellung: Hi, ich bin Nathalie 🙋🏻‍♀️
Ich lebe seit 8 Jahren in Berlin und komme ursprünglich aus Hessen.

Wenn ich gerade nicht lese, dann…
💕 verbringe ich Zeit mit Freund:innen.
💬 diskutiere ich über Politik.
🎭 gehe ich ins Theater (guilty pleasure: Musicals).
🎲 bin ich auf dem Weg zum Spieletag/-abend.
🗺️ plane ich den nächsten Trip (am liebsten nach Großbritannien 🇬🇧).
📺 gucke ich Dokus, Trash TV (oder irgendwas dazwischen).

#bookstagram ist für mich in den letzten Jahren sooo ein toller virtueller Ort geworden, an dem ich mich über Bücher austauschen kann. Ich habe Bücher kennengelernt, die ansonsten komplett an mir vorbeigegangen wären, und mich intensiver mit der Verlagswelt auseinandergesetzt. Ich habe ab und an Lesungen besucht, etwas, dass ich vorher noch nie gemacht habe. Das möchte ich alles nicht mehr missen!

Ich freue mich auch im neuen Jahr auf den Austausch mit euch und bin gespannt auf eure Buch-Tipps ✨

📸: @thomasheep (1000 Dank für deine Geduld 💕) taken in Berlin, Germany by @needyandwitty
31
9 months ago
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🍀Gewinnspiel🍀
Ich darf den @berlinerverlagspreis in diesem Jahr als Bloggerin begleiten und gebe euch heute einen ersten kleinen Einblick in meinen Patenverlag: @sukultur 

Sukultur ist ein echtes Schmuckstück unter den unabhängigen Verlagen. Mit seinen kleinen, aber feinen Leseheftchen, die meist nur um die 20 Seiten umfassen, hebt sich der Verlag ab. Ich hatte bisher unglaublich viel Freude daran, mich mit dem vielseitigen Programm zu beschäftigen.

Sukultur bietet renommierten Autor:innen eine Bühne, die mich mit ihren kurzen, aber intensiven Erzählungen total begeistert haben. Außerdem habe ich einige neue Stimmen entdeckt, die sicherlich nicht so schnell von meinem Radar verschwinden.

Trotz der geringen Seitenanzahl bringen die Hefte inhaltlich jede Menge Tiefgang mit sich.

✨So hat mich der Briefwechsel zwischen Daniela Dröscher und der iranischen Dichterin Atefe Asadi über den Krieg im Iran unglaublich berührt und mir durch die poetische Sprache und den Schmerz, der sich beim Lesen überträgt, völlig die Sprache verschlagen.

✨Mit Ruth-Maria Thomas “wie ich frau bin” habe ich mich so verbunden gefühlt wie schon lange mit keinem Text mehr.

✨Hatice Acikgoez beschreibt ihre Zerrissenheit zwischen der deutschen und der türkischen Kultur in “ein oktopus hat drei herzen” so eindrücklich, dass ich mich dem Text kaum entziehen konnte.

So könnte ich ewig weitermachen! Denn jedes Heft bringt seinen eigenen Sound und sein individuelles Thema mit. Ich freue mich unglaublich darauf, bis zur Verleihung des Berliner Verlagspreises noch viel tiefer ins Programm einzutauchen!

Für diejenigen, die jetzt genauso neugierig auf Sukultur sind wie ich, habe ich mir ein kleines Gewinnspiel überlegt: Der*Die Gewinner*in bekommt ein Überraschungspaket mit einer kleinen Auswahl aus dem Programm von mir.

So geht’s:
➡️ Folge meinem Account.
➡️ Gib dem Beitrag ein ❤️
💬 Schreib in die Kommentare, welches Buch dich besonders interessiert.

Das Gewinnspiel endet am 23.10.2026 um 23:59 Uhr.

[Gewinnspiel-Bedingungen in den Kommentaren ⬇️]

Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Instagram. taken in Berlin by @needyandwitty
27
3 days ago
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*Rezensionsexemplar* Über diesen sehr eigensinnigen Roman bin ich über die #longlist des @buchpreis gestolpert. Giuliano Musio versetzt die fiktive Märchenfigur Pinocchio in die reale Welt und erzählt vom weiteren Verlauf seines Lebens. Eine wirklich spannende Idee als Grundlage für den Roman!
⭐️7/10

Darum geht’s:
Geppetto hat seine Puppe Pino zum Leben erweckt. Er soll die Lücke in Geppettos Leben füllen, die der Tod seines Sohnes gerissen hat. Pino kämpft sein Leben lang damit, den Erwartungen seines „Vaters“ gerecht zu werden. Als beide in das Dorf zurückkehren, in dem Geppetto früher gelebt hat, werden alte Wunden aufgerissen.

Pino ist eine spannende Figur. Er hat sich an sein Leben als Mensch gewöhnt, wird aber immer wieder daran erinnert, dass er anders ist. Er hat keinen Bauchnabel, sein Atem wird bei Kälte nicht sichtbar und seine Bewegungen sind oft hölzern. Das Gefühl des Fremdseins im eigenen Körper ist immer präsent. Pino ist ständig damit beschäftigt, nicht aufzufallen. Das verstärkt sich nochmal, als er auf Carla trifft, die Pino für Geppettos verstorbenen Sohn hält, mit dem sie ihre Kindheit zusammen verbracht hat.

Giuliano Musio schafft es, märchenhafte Elemente ganz natürlich mit der realen Welt zu verweben. Nur Pino und sein Vater wissen von dem Geheimnis. Ich habe mich zwischendrin immer wieder gefragt, ob Pino von seinem Vater so stark manipuliert wurde, dass er sich nur einredet, eine Puppe gewesen zu sein. Denn die Beziehung zwischen Vater und Sohn ist auf vielen Ebenen hochgradig problematisch. Diese Gedanken habe ich dann auch wieder genauso schnell über Bord geworfen. So oder so: Die Vermischung zwischen Märchen und Realität war für mich die große Stärke des Romans.

Was mir auch gut gefallen hat, ist die Thematisierung der Brigate Rosse, einer real existierenden radikalen Untergrundorganisation in Italien in den 70er und 80er Jahren. Carlas Vater war dort aktiv, weshalb die Familie vom restlichen Dorf gemieden wird. Auf der Spurensuche in Geppettos Vergangenheit gibt Carla auch immer mehr über ihren Vater und seine Aktivitäten preis.

Danke für das Rezensionsexemplar, @luftschacht.verlag und @kirchnerkommunikation 💕 taken in Bergamo, Italy by @needyandwitty
14
10 days ago
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*Rezensionsexemplar* Ich habe mich bisher noch bei keinem Buch so sehr auf den Austausch im Buchclub gefreut wie bei diesem. Denn „Der einzige Stern am Himmel“ hat mich total aufgewühlt und beschäftigt. Ein besonderes Buch, dem ich noch viel mehr Leser:innen wünsche!

Darum geht’s:
Helen, Josephine, Lucia, Maggie, Susannah und Miriam wurden als Schulkinder von der Lord’s Resistance Army (LRA) im Norden Ugandas entführt. Nach vielen Jahren in Gefangenschaft kehren sie zurück in ihre Heimat und müssen dort in ein normales Leben zurückfinden.

Otonyia J. Okot Bitek beschreibt die Gräueltaten, die den Frauen von der LRA angetan wurden, sehr eindrücklich. Ich musste das Buch immer wieder zur Seite legen, weil ich so überfordert von der Gewalt war, die sich auf den knapp 200 Seiten entblättert. Der Überlebenswille der jungen Frauen hat mich immer wieder beeindruckt. Die Perspektive springt ständig zwischen den Frauen hin und her, sodass immer wieder neue Situationen geschildert werden. Auch der Umgang mit diesen Situationen unterscheidet sich zwischen den Figuren stark.

Die poetische Sprache des Romans hat mich unglaublich beeindruckt und überrascht. Dass die Autorin eigentlich Lyrikerin ist, zeigt sich in jedem Satz. Die eindrücklichen Bilder, die gezeichnet werden, und die stimmungsvollen Beschreibungen einzelner Situationen stehen in komplettem Kontrast zur Gewalt, die die Frauen erleben müssen.

Otonyia J. Okot Bitek hat auf reale Interviews von Frauen zurückgegriffen, die von der LRA entführt wurden und gibt ihnen in ihrem Debütroman eine Stimme. Die politischen Hintergründe, insbesondere der 19-jährige Krieg zwischen der Regierung in Uganda und der LRA, bilden den Rahmen für die Erzählung. Der Roman hat mich dazu bewegt, mich intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Fazit: Der Roman ist eine absolute Herzensempfehlung für Personen, die für harte und intensive Geschichten bereit sind, und mehr abseits des Mainstreams lesen wollen! Für mich war es ein großes Highlight!

Vielen Dank an den @orlandabuchverlag und @kirchnerkommunikation für das Rezensionsexemplar und die Orga des Buchclubs zu diesem beeindruckenden Roman 💕 taken in Uganda, Africa by @needyandwitty
9
13 days ago
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Happy release day, @betterovmusik und @gutkind_verlag ✨

*Rezensionsexemplar* „Goldener Retriever“ ist ein typischer Coming of Age-Roman. Manuel Bittorf erzählt vom Erwachsenwerden, von Freundschaft, von der ersten großen Liebe und von innerfamiliären Konflikten. Der Roman hat seinen ganz eigenen Sound, der von den Sprüngen und Tempowechseln zwischen der Provinz und der Hauptstadt geprägt ist.

Darum geht’s:
Max ist gerade erst fürs Studium mit seinem besten Freund Chau nach Berlin gezogen. In den ersten Tagen in der Hauptstadt überschlagen sich die Ereignisse und Max wacht plötzlich umringt von Polizisten und Blaulicht vor dem Schloss Bellevue auf. Sein vorheriges ruhiges Leben in der Provinz steht in komplettem Kontrast dazu.

Obwohl ich inzwischen seit fast 10 Jahren in Berlin lebe, hat mich der Roman nochmal an meine Anfangszeit erinnert. Die ständige Überforderung, die richtige Bahnverbindung zu finden, oder permanent mit unglaublich vielen Menschen auf einem Raum zu sein und sich trotzdem alleine zu fühlen. Die Gefühle, die im Protagonisten aufkommen, konnte ich gut nachvollziehen.

Davon abgesehen war meine erste Zeit in Berlin aber wohl sehr viel unspektakulärer als die von Max. Auch wenn der Plot für meinen Geschmack etwas zu konstruiert war, habe ich Max und Chau in ihren ersten Tagen gerne begleitet und die Stadt durch ihre Augen nochmal zum ersten Mal wahrgenommen. Die Kombi aus den detaillierten Beobachtungen der „Neu-Berliner“ und dem lockeren Schreibstil hat mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht.

Über den Erzählstrang rund um Max Mutter, deren Krankheit das Familienleben prägt, und sein schlechtes Gewissen, als er sein Elternhaus fürs Studium verlässt, hätte ich gerne noch mehr gelesen. Die Beziehung zwischen Max und Kiki hat den Roman ebenfalls bereichert. Die Erzählung rund um die erste große Liebe aus der Schulzeit, die dann nach dem Abschluss nach und nach auseinanderdriftet, weil sich beide in unterschiedliche Richtungen entwickeln, habe ich als sehr authentisch empfunden.

Fazit: gelungenes Debüt! Der Roman bringt jede Menge Leichtigkeit mit, verhandelt aber auch einige ernstere Themen.

Danke für das Rezi-Exemplar 💕 taken in Berlin, Germany by @needyandwitty
4
16 days ago
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*Rezensionsexemplar* Was für ein Highlight! Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, das mich so berührt hat!
⭐️10/10

Darum geht’s:
Emilia taucht eines Tages im Bergdorf Sassaia auf. Sie hat beschlossen, dort abgeschottet vom Rest der Welt zu leben, nachdem sie aus dem Gefängnis entlassen wurde. Als sie auf Bruno trifft, der ebenfalls alleine in Sassaia lebt, entwickelt sich zwischen den beiden Einzelgängern eine immer engere Beziehung, die von Emilias Geheimnis überschattet wird.

Über dem Roman liegt von Anfang an eine wunderbare Melancholie. Emilia und Bruno sind auf ganz unterschiedliche Art von einer tiefen Traurigkeit und Skepsis erfüllt. Und trotzdem schlummert in beiden dieser kleine Hoffnungsschimmer, dass sich doch alles zum Guten wenden kann. Diese Emotionen prägen die Handlung und haben mich beim Lesen komplett eingehüllt.

Der Roman wird aus Brunos Perspektive erzählt. Durch seine Augen lernen auch die LeserInnen Emilia immer näher kennen. Silvia Avallone spielt dabei ständig mit dem Unausgesprochenen zwischen den Figuren. Bruno und Emilia akzeptieren gegenseitig, dass sie sich nur sehr langsam und auch nur bis zu einem gewissen Grad öffnen. Ihre Geheimnisse sind trotzdem omnipräsent. Die Charakterentwicklung - sowohl von Bruno als auch von Emilia - hat mir richtig gut gefallen.

Neben der Beziehung zwischen Emilia und Bruno beschäftigt sich der Roman mit Emilias Zeit im Jugendgefängnis. Sie ist permanent mit der Frage konfrontiert, wie sie mit der Schuld umgehen soll, die sie auf sich geladen hat. Auch die Fragen “Was ist Böse?” und “Wie geht die Gesellschaft mit Menschen um, die etwas Schreckliches getan, aber dafür gebüßt haben?” werden aufgeworfen. Dass die Beantwortung der Fragen offenbleibt, war für mich die große Stärke des Romans. Ich habe immer wieder über diese moralischen Fragen nachgedacht und versucht, Antworten zu finden.

Fazit: Der Roman hat mich sprachlich, inhaltlich und emotional vollkommen abgeholt. Für mich definitiv ein Jahres-Highlight ✨

Aus dem Italienischen von @wortsatzstil 
Danke für das Rezensionsexemplar, @secession_verlag und @kirchnerkommunikation 💕 taken in Piemonte, Italy by @needyandwitty
39
20 days ago
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Ich war sehr skeptisch bei Yesteryear, da ich von dem ein oder anderen Hype-Roman schon enttäuscht wurde. Hier kann ich mich den Lobeshymnen aber nur anschließen!
⭐️9/10

Darum geht’s:
Natalie und ihr Mann Caleb haben sich den Traum von einer Farm mitten in Idaho erfüllt, um dort ein traditionelles Leben zu führen. Auf Instagram gibt sie Einblicke in ihren perfekten Alltag als Tradwife. Nur ist der in Wahrheit alles andere als perfekt. Auf einer zweiten Erzählebene wacht Natalie plötzlich auf und muss das einfache Leben führen, das sie ihren Follower:innen immer vorgetäuscht hat.

Natalie ist wohl eine der unsympathischsten Protagonistinnen ever! Sie vertritt ihre traditionellen und christlichen Werte auf Biegen und Brechen. Sie ist völlig verbittert und selbst zu ihren eigenen Familienmitgliedern einfach nur gemein. Vor der Kamera überspielt sie ihren Hass perfekt. Der krasse Kontrast zwischen der Person, die sie vorgibt zu sein, und ihren wahren Gedanken hat mich immer wieder schockiert und gleichzeitig zum Schmunzeln gebracht.

Der Roman ist gut aufgebaut. Ich habe Natalies Leben und den Start ihrer Karriere als Influencerin gerne verfolgt. Durch den zweiten Erzählstrang, in dem Natalie plötzlich mit einem ganz anderen Leben konfrontiert ist, war ich total hooked. Ich wollte unbedingt wissen, wie diese beiden Leben zusammenpassen. Dabei hat die Autorin immer wieder kleine Hinweise eingestreut, die mich zum Mitraten animiert haben. Ich habe das Buch dadurch regelrecht verschlungen und war positiv überrascht von der Auflösung.

Obwohl Natalies Geschicht natürlich überzeichnet ist, schafft Caro Claire Burke es, ihre Gesellschaftskritik gut zu platzieren. Übermäßige Social Media-Nutzung, Interaktionen zwischen Influencern und Followern, traditionelle vs. progressive Einstellungen sind Themen, die problemlos Eingang in die Handlung finden. Der Roman hat einen klaren US-Fokus und nimmt deshalb auch die politischen Kämpfe in den Vereinigten Staaten in den Blick. Die Verwebung dieser Themen mit der unkonventionellen Geschichte haben mir richtig gut gefallen!

Übersetzt von Dietlind Falk und Lisa Kögeböhn
Erschienen im Heyne Verlag

*selbst gekauft* taken in Idaho, USA by @needyandwitty
7
24 days ago
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*Rezensionsexemplar* Ich wusste nicht so richtig, worauf ich mich bei „Halbwach“ einlasse und dachte nach den ersten Seiten, dass mich eine recht oberflächliche Beziehungsstory erwartet. Im Laufe des Romans wird es dann aber vielschichtiger.
⭐️6,5/10

Darum geht’s:
Zoe ist eine Einzelgängerin. Selbst die Menschen, die ihr nahestehen, hält sie auf Distanz. Mit Mael, der ebenfalls keine Beziehung will, scheint sie den perfekten Partner gefunden zu haben. Bis Zoe plötzlich den Wunsch nach mehr Verbindlichkeit entwickelt. Gleichzeitig fordert Zoes Schwester, dass sie sich stärker am Familienleben beteiligt. Das reißt bei Zoe alte Wunden auf.

Auch wenn der Handlungsstrang rund um Zoe und Mael im Fokus steht, fand ich die anderen Elemente spannender. Sowohl der innerfamiliäre Konflikt als auch die Beziehungen zu Zoes FreundInnen-Gruppe und ihre permanenten Fluchtversuche, sobald ihr jemand zu nah kommt, haben mir gefallen. Durch die Auseinandersetzung mit sehr vielen unterschiedlichen Beziehungskonstellationen grenzt sich die Geschichte von anderen klassischen Romance-Plots ab. Das hatte für mich einen echten Mehrwert. Insgesamt war die Handlung aber trotzdem recht vorhersehbar.

Sprachlich und stilistisch konnte mich „Halbwach“ nicht komplett überzeugen. Keine Spur von „Show, don’t tell“. Deshalb habe ich die Geschichte eher beschreibend von außen wahrgenommen als wirklich intensiv in Zoes Gefühlwelt einzusteigen. Das lag auch an den Gesprächen mit Zoes Therapeutin, in denen sehr Zoes Gefühlswelt sehr plakativ vor den LeserInnen ausgeschüttet wurde. Ich hätte mir mehr Zwischentöne gewünscht. Ich kann mir aber vorstellen, dass mich der Stil vor 10 Jahren viel mehr angesprochen hätte.

Fazit:  Die vielseitigen Beziehungen zu FreundInnen, Familienmitgliedern und auch zu Mael haben mir gefallen. Emotional ist der Funke leider nicht so ganz übergesprungen. Trotzdem ist „Halbwach“ für mich die perfekte Vorlage für eine Serien-Adaption, die ich sofort wegbingen würde!

Vielen Dank an @harpercollinsde für das Rezensionsexemplar 💕 by @needyandwitty
2
a month ago
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*Rezensionsexemplar* Der Verbrecher Verlag überrascht mich immer wieder mit eher unkonventionellen Büchern. So auch in diesem Fall. Riesen Lob auch für den tollen Titel!
⭐️7,5/10

Darum geht’s:
Giuseppina Rigatoni will ihr Filmprojekt endlich realisieren und versucht, eine Förderung für die Realisierung zu finden. Als ihr Vater stirbt, ist sie plötzlich mit ihrer Familiengeschichte konfrontiert, die sie jahrelang verdrängt hat. Gemeinsam mit ihrer Schwester kümmert sie sich um das Erbe ihres Vaters in einem süditalienischen Dorf.

Im Roman werden sehr viele Themen parallel verhandelt. Neben den Beziehungen zum Vater und zur Schwester wird auch den Herausforderungen in der Kulturlandschaft jede Menge Raum gegeben. Welche Kriterien werden für die Filmförderung festgelegt? Welche Geschichten werden überhaupt erzählt? Und wer entscheidet darüber? Diesen ganzen Film-Kosmos, den Angelina Maccarone eröffnet, fand ich unglaublich spannend. Ich fand den Struggle der Protagonistin, von Event zu Event zu huschen und immer wieder zur Bittstellerin zu werden, wirklich spannend und habe die ups and downs mit großem Interesse verfolgt. Ich bin mir sicher, dass sich meine FreundInnen, die sich beruflich in dieser Bubble bewegen, da sehr gesehen fühlen.

Ebenfalls spannend fand ich die Auseinandersetzung mit der Familie des Vaters in Italien, die auch Fragen der Identität aufwerfen. Das komplexe und schwierige Verhältnis, mit dem Giuseppina bis zuletzt hadert, hat dem Roman jede Menge Tiefe verliehen. Ich fand es wirklich spannend, stückchenweise immer mehr über die Hintergründe zu erfahren. Dabei habe ich besonders ihren Onkel ins Herz geschlossen, der sehr viel mehr Verständnis für Giuseppina hatte als ich anfangs erwartet habe.

Mit dem Aufbau habe ich mich am Anfang etwas schwer getan, weil die Handlung zwischen Zeitebenen und Themen hin und her springt. Das hat sich dann aber zur großen Stärke des Romans entwickelt, weil ich dadurch das Gefühl hatte, Giuseppina aus ganz vielen Perspektiven kennenzulernen und das Puzzle Stück für Stück zusammenzusetzen.

Danke für das Rezi-Exemplar, lieber @verbrecherverlag 💕 taken in Berlin, Germany by @needyandwitty
6
a month ago
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*Rezensionsexemplar* Das war einer der stimmungsvollsten und intensivsten Romane des Jahres. Riesige Lese-Empfehlung!
⭐️9/10

Darum geht’s:
Lydia fährt mit ihrem Freund Frederick nach Dänemark, um Urlaub bei seiner Mutter Elna zu machen. Da Frederick mit den Prüfungsvorbereitungen für die Uni beschäftigt ist, ist Lydia auf sich allein gestellt und verbringt immer mehr Zeit mit der verschlossenen Elna.

Sprachlich ist „Die Austernfischerin“ ein echtes Meisterwerk. Gerüche und Geschmäcke werden so intensiv beschrieben, dass ich zwischendrin das Gefühl hatte, selbst das Meerwasser riechen zu können. Auch die detaillierten Beschreibungen der Orte - von der rauen Küste bis zum heimeligen Café - haben mir unglaublich gut gefallen und großes Fernweh ausgelöst. Die Szenen, in denen Elna Lydia mit zum Austernfischen mitgenommen hat, waren immer wieder kleine Highlights, weil sich hier eine ganz andere Dynamik eingestellt hat als in allen anderen Bereichen des Romans.

@celine.edinger schafft es, verschiedene Stimmungen durch ganz subtile Beschreibungen zu erschaffen und den LeserInnen ein Gefühl für Lydias Gefühle und Wahrnehmungen zu vermitteln. Die zunehmende Distanz zu Frederick beschreibt sie genauso gut wie die Annäherung an Elna. Dabei baut sich so eine große Spannung auf, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Ich wollte unbedingt wissen, was sich da genau zwischen den beiden Frauen entwickelt. Und das gelingt der Autorin ohne auch nur ein einziges Mal direkt ein Gefühl zu benennen. Ich war wirklich total begeistert vom Aufbau und Schreibstil des Romans!

„Die Austernfischerin“ ist der perfekte Roman für ein regnerisches Herbstwochenende und zählt zu meinen bisherigen Jahres-Highlights.

Vielen lieben Dank an @keinundaberverlag für das Rezensionsexemplar 💕 taken in Dänemark by @needyandwitty
32
2 months ago
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*Rezensionsexemplar* Happy release day, @jarka_kubsova! „Im Licht des neuen Tages“ gehört in diesem Herbst ganz nach oben auf die Leselisten!
⭐️8/10

Darum geht’s:
Elli zieht in ein kleines Häuschen im Wald. Dort will sie endlich an ihrem neuen Buch weiterarbeiten. Stattdessen setzt sie sich mit Erinnerungen an ihre Kindheit in Tschechien und an ihre Großmutter auseinander. Dabei taucht immer wieder Viktorka auf, die Elli aus einem Märchen kennt. Als Elli herausfindet, dass Viktorka wirklich existiert hat, will sie unbedingt die Wahrheit über ihr Leben herausfinden.

Jarka Kubsova schreibt über zwei beeindruckende Frauen. Elli habe ich direkt ins Herz geschlossen, obwohl sie sicherlich nicht die sympathischste Protagonistin ist. Ich wollte unbedingt wissen, was hinter ihrer Distanziertheit steckt und fand es richtig toll, wie sie nach und nach mehr von sich preisgibt und die LeserInnen an ihrer Vergangenheit in Tschechien teilhaben lässt. Auch die langsame Annäherung an Viktorka hat mir gut gefallen. Der Wandel von der „Verrückten aus dem Wald“ zu einer Frau, die von der Gesellschaft ausgestoßen und verlacht wurde, hat mich sehr fasziniert. Insgesamt fand ich den Handlungsstrang rund um Viktorka total stark. Das Beste: Beide Geschichten fügen sich so gut ineinander, dass ein Handlungsstrang ohne den anderen kaum funktionieren würde. Im Vorgängerroman „Marschlande“ fand ich das weniger gelungen. Umso begeisterter war ich, dass in diesem Fall alles so gut zusammengepasst hat.

Bei Elli taucht immer wieder die Frage nach ihrer Identität auf, die sie zuvor verdrängt hatte. Erinnerungen an die Großmutter und der Schmerz, ihre Heimat zu verlassen und nicht mehr zurückkehren zu können, sind zentrale Elemente. Die Reisen nach Tschechien haben dem Roman sowohl Tiefgang verliehen als auch für Abwechslung gesorgt.

Sprachlich konnte der Roman mich auch überzeugen. Ich dachte bei all den Wesen, die immer wieder auftauchen, und den detaillierten Beschreibungen des Waldes, dass ich gerade ein modernes Märchen lese. Perfekte Lektüre für den Herbst 🍂 

Danke an @s.fischer_stories und @kirchnerkommunikation für das Rezi-Exemplar 💕 taken in Berlin, Germany by @needyandwitty
26
2 months ago
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Nach „Small Things like These“ wollte ich sofort mehr von Claire Keegan lesen. So ist „Reichlich spät“ bei mir gelandet (diesmal in der deutschen Übersetzung von Hans-Christian Oeser). So ganz mithalten konnte die Erzählung zwar nicht, aber ich bin nach wie vor sooo begeistert davon, wie die Autorin Figuren aufbaut und Stimmungen erzeugt. Das nächste Buch wartet schon im Regal!
⭐️7/10

Der Inhalt ist schnell umrissen: Cathal denkt auf dem Heimweg vom Büro an Sabine, von der er anfangs vollkommen fasziniert war. Nach und nach stört er sich aber immer mehr an seiner Partnerin.

Claire Keegan erzählt von einer scheiternden Beziehung und zeigt am Beispiel von Cathal auf, wie tief Misogynie in unserer Gesellschaft verwurzelt ist. Dabei kommt die Erzählung keinesfalls platt daher. Die Autorin beschreibt nie das offensichtliche, sondern spielt mit Andeutungen - und das unglaublich nuanciert. Kein Wort zu viel oder zu wenig. So baut sich nach und nach eine wirklich angespannte Stimmung auf, die bei mir einige WTF-Momente erzeugt hat.

*selbst gekauft*

Erschienen im @steidlverlag taken in Dublin, Ireland by @needyandwitty
19
2 months ago
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