Posted On: September 13th 2026, 05:04 pm
Die Ikonen in den Köpfen und in den Sammlungen der Kunstmuseen bewegen Hulda. In Zürich im Kunsthaus sind wunderbare Beispiele in der aktuellen Ausstellung im Geschlechterverhältnis von ca. 52 : 14 zu bestaunen. Das Verhältnis ist einseitig, obwohl ein paar wichtige Künstlerinnen vertreten sind und teilweise aus langem Tiefschlaf aus dem Depot befreit wurden, wie z.B. Marlon Moss (Abbildung). Wie sollen wir mit dem ewigen Wiederkäuen und Aufarbeiten von Sammlungen umgehen, numerisch und finanziell? Die Leute hängen emotional an „ihren“ Werken. Es wird noch 1000 Jahre dauern, weil die uns prägende Kunstgeschichte oder der Kanon, also das System dahinter träge sind. Die Aufarbeitung politischer Enteignung wird an die Hand genommen. Um Lücken zu füllen, ist aber kein Geld da. Eine Geschichte zu haben, scheint Hulda ein wichtiges Fundament zu sein, auch für die andere Hälfte der Menschheit.
Wird ab jetzt alles besser? Hulda hofft, hat doch die neue Sammlungskuratorin Maja Wismer in Basel ein paar bahnbrechende Ausstellungen kuratiert.
Anschliessend musste Hulda erneut zählen: Im nahe gelegenen Parkhaus Hohe Promenade, wo Huldas Begleitung parkte, das der Stadt Zürich gehört und von der Liegenschaftenverwaltung bewirtschaftet wird, gibt es im ersten Stock grossformatige Plakate von Kunstwerken und Zitaten von Künstlern (nicht gegendert) aus dem Kunsthaus zu bestaunen. Hulda zählte die ganze Etage durch. Das Geschlechterverhältnis beträgt 35 : 4. Es liegt dort definitiv nicht an der Kunstgeschichte, sind doch mehrere lebendige oder kürzlich verstorbene männliche Kunststars dabei, und Pipilotti Rist muss wieder einmal die Stellung halten. Danke! Werden Kulturleitbilder und Gleichstellungspapiere grundsätzlich für die Mülltonne produziert?
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