Posted On: September 18th 2026, 06:18 pm
🍒 Rezension 🍒
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Susanne Höbel
Die Geschichte beginnt 1910 und endet 1990, dazwischen passiert das Leben mehrerer Generationen. Angefangen mit Sunjas Geschichte, die schon als Kind in dem Logierhaus ihrer Mutter in einem koreanischen Dorf arbeitet. Sie lernt einen älteren Mann kennen und wird von ihm schwanger. Entgegen aller Erwartungen kann dieser sie jedoch nicht heiraten, da er schon eine Frau hat. Ohne einen „Namensgeber“ darf das Kind jedoch nicht geboren werden, weshalb sie einen Pfarrer heiratet, der auf dem Weg nach Japan ist. In Japan angekommen, erfahren Sunja und alle Generationen, die nach ihr kommen, die schwerwiegende Diskriminierung als Koreaner*innen in Japan. Eindrücklich wird in dem Familienepos darüber geschrieben, was es bedeutet, in Japan koreanischer Herkunft zu sein.
„Ein einfaches Leben“ von Min Jin Lee hat mir die Geschichte Koreas und Japans auf eine literarisch wirklich meisterhafte Art und Weise nähergebracht. Der Roman ist in einer einfachen und simplen Sprache geschrieben, was für mich den perfekten Gegenpol zu der komplexen Handlung dargestellt hat. Ich habe viel über die Protagonist*innen erfahren und zeitgleich war es schwer, sie richtig greifen zu können. Die Charakterzeichnung hat für mich jedoch sehr zum Setting gepasst, da Koreaner*innen in Japan sich in diesen Zeiten auch nicht zeigen durften. Ihre Herkunft musste permanent verdeckt bleiben und sie wurden von der Angst begleitet, als die Person gesehen zu werden, die sie wirklich sind.
Für mich ein wahnsinnig guter Roman, absolut lesenswert!
4,5 / 5 🌟
#books #read #bücher #lesen #bookstagram