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Intendant (Artistic Director) of Beethovenfest Bonn. Sometimes Podcaster @schallundplausch
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Ganz gemäß unseres diesjährigen Mottos »Nach Hause/Daheim« ist das #Beethovenfest 2026 endlich in die @beethovenhalle.bonn  zurückgekehrt. 🤗 Unsere schönsten Festivalmomente haben wir im Aftermovie festgehalten.

Gemeinsam haben wir erkundet, was Zuhause eigentlich bedeutet: Ob in unserem neuen ›Wohnzimmer‹, dem Festival Salon, auf unseren Stadtteiltouren, bei Begegnungsfesten, im Diskurs oder bei Konzerten mit Länderschwerpunkt. 🎶 Wir sind stolz darauf, in über 70 Konzerten und mit über 100 Veranstaltungen ein Stückchen Zuhause geschaffen zu haben. Und wir sind dankbar für unser Publikum und alle Künstler:innen, die ihre Heimat mit nach Bonn gebracht haben.

Wir sehen uns nächstes Jahr wieder! ❤️
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📹 @timosemmler
#NachHause2026 by @stevenwaltr
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7 days ago
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Burnout in der Literatur: 

»Oftmals, wenn die trüben Stunden kamen, fragte sich Thomas Buddenbrook, was er eigentlich noch sei. Die phantasievolle Schwungkraft, der muntere Idealismus seiner Jugend war dahin. Im Spiele zu arbeiten und mit der Arbeit zu spielen, mit einem halb ernst, halb spaßhaft gemeinten Ehrgeiz nach Zielen zu streben, denen man nur einen Gleichniswert zuerkennt – zu solchen heiter-skeptischen Kompromissen und geistreichen Halbheiten gehört viel Frische, Humor und guter Mut; aber Thomas Buddenbrook fühlte sich unaussprechlich müde und verdrossen.

Was für ihn zu erreichen gewesen war, hatte er erreicht, und er wusste wohl, dass er den Höhepunkt seines Lebens, wenn überhaupt, wie er bei sich hinzufügte, bei einem so mittelmäßigen und niedrigen Leben von einem Höhepunkte die Rede sein konnte, längst überschritten hatte.
[...]
Wirklich! Thomas Buddenbrooks Dasein war kein anderes mehr als das eines Schauspielers, eines solchen aber, dessen ganzes Leben bis auf die geringste und alltäglichste Kleinigkeit zu einer einzigen Produktion geworden ist, einer Produktion, die mit Ausnahme einiger weniger und kurzer Stunden des Alleinseins und der Abspannung beständig alle Kräfte in Anspruch nimmt und verzehrt … Der gänzliche Mangel eines aufrichtig feurigen Interesses, das ihn in Anspruch genommen hätte, die Verarmung und Verödung seines Inneren – eine Verödung, so stark, dass sie sich fast unablässig als ein unbestimmt lastender Gram fühlbar machte – verbunden mit einer unerbittlichen inneren Verpflichtung und zähen Entschlossenheit, um jeden Preis würdig zu repräsentieren, seine Hinfälligkeit mit allen Mitteln zu verstecken und die 'Dehors' zu wahren, hatte dies aus seinem Dasein gemacht, hatte es künstlich, bewusst, gezwungen gemacht und bewirkt, dass jedes Wort, jede Bewegung, jede geringste Aktion unter Menschen zu einer anstrengenden und aufreibenden Schauspielerei geworden war.«

Aus: Thomas Mann: Buddenbrooks by @stevenwaltr
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7 days ago
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Das Genre des Festival-Abschlussposts von Intendanten ist ein Schwieriges. Er läuft immer Gefahr, zu selbstbeweihräuchernd zu werden. Und ja - um es in einem "humble-brag" unterzukriegen 😊 - auch wir haben mit dem tollen diesjährigen Ergebnis unser Publikum seit Beginn der Intendanz fast verdoppelt. Aber wirklich stolz bin ich eigentlich nur auf eine Sache, von der sich hier alles ableiten lässt:

Dass wir - als Team und mit allen Schmerzen und Herausforderungen - Lust auf Veränderung haben. Dass wir fähig sind, uns neu zu erfinden und Freude an diesen Entwicklungen und Neuerfindungen haben. Lust, Enthusiasmus, Begeisterung und Freude sind die wichtigsten, am schwersten quantifizierbaren und damit unterschätztesten Qualitäten des (Kultur)Managements. Sie sind - viel mehr als Strategien und Konzepte - der eigentlich Treibstoff jeder positiven Veränderung. Deswegen habe ich eigentlich nur eine eiserne Regel für mich und andere: folge der Euphorie.

Selbst in guten Zeiten spricht das allermeiste gegen Kunst und Kultur: Vorschriften, Auflagen, Vorbehalte und überhaupt andere Prioritäten allenthalben. Kunst hat nur mit und durch unsere unvernünftig-optimistische Freude überhaupt eine Chance, sich gegen alle Wahrscheinlichkeit durchzusetzen. In harten Zeiten ist diese Reality-Distortion-Field, die kulturelle Begeisterung um sich herum erzeugt, umso wichtiger. Gerade jetzt müssen wir begeistert sein und euphorisch beweglich - und eben nicht uns im Schock des Rückzugsgefechts verharren.

Das ist wahnsinnig schwer - gerade auch, wenn viel zu verlieren ist und auf dem Spiel steht. Deswegen bin ich sehr stolz auf unser Team, denn das Beethovenfest Bonn 2026 strahlte vor Freude an Kreativität, Enthusiasmus für das Gastgeben und Lust an der Kunst.

Danke allen, die diese Unwahrscheinlichkeit in diesen Zeiten möglich machen. Die Zukunft ist gestaltbar, wir lassen uns diese Euphorie der Ignoranz - nicht wissen und akzeptieren zu wollen, was nicht geht - nicht nehmen. Das ist die schöne Widerständigkeit von Kunst und Kultur, die heute gesellschaftlich wichtiger denn je ist.

PS aus aktuellem Anlass: wir sind solidarisch mit @theaterbonn im Kampf für den Spartenerhalt! by @stevenwaltr
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10 days ago
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Das war's für dieses Jahr! Mit einem imposanten Konzert haben Dirigentin @anjabihlmaier, das @bbcphilharmonic, die @audijugendchorakademie, Sopranistin @julia_grueter und Bariton @barihopkins1 das #Beethovenfest 2026 am Samstagabend abgeschlossen. Nach einer Begrüßung von Oberbürgermeister @guido_deus und Intendant @stevenwaltr versetzten die Künstler:innen das Publikum mit Johannes Brahms Deutschem Requiem in Begeisterung und bescherten unserer diesjährigen Festivalzeit in der @beethovenhalle.bonn einen würdigen Abschied. 🎶
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📷 @nekame.klasohm
#NachHause2026 taken in Beethovenhalle Bonn by @stevenwaltr
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11 days ago
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Heading into the last festival week. What a journey it has been so far ❤️ by @stevenwaltr
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19 days ago
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Heute beginnt unser Beethovenfest Bonn - wir haben unser Sachen gepackt und sind in die Beethovenhalle eingezogen und freuen uns sehr, dorthin und in 25+ andere Spielstätten einladen zu dürfen! 

Heute beginnt unser Beethovenfest Bonn - wir haben unser Sache gepackt und sind in die Beethovenhalle eingezogen und freuen uns sehr, dorthin und in 25+ andere Spielstätten einladen zu dürfen! 

Es wird das dichteste, vielfältigste Beethovenfest seit langer Zeit. Uns beschäftigen viele Fragen nach dem Ankommen, was »Heimat« ist und wie sich exzellente Gastgeberschaft anfühlt. Fragen, in deren Antworten wir in den nächsten Wochen mit unseren Künstler:innen und Festivalgästen aus aller Welt hineinleben werden. Wir denken, dass sie nicht intellektuell, sondern vor allem herzlich und emotional zu beantworten sind. Deswegen ist Kultur so unverzichtbar wichtig.

Schon das Eröffnungswochenende ein famoses Spektakel: mit dem London Symphony Orchestra, Momi Maiga & Friends, Ragnhild Hemsing & Omar Moussa, Isidore String Quartet, CONTINUUM, Grandbrothers u.v.m. sowie der Eröffnung unseres Festival Salons, dem Open Air Fest »Bühne frei« und viele schöne, einmalige Begegnungen und Erlebnisse.

Schon das Eröffnungswochenende ein famoses Spektakel: mit dem @londonsymphonyorchestra, @momi_maiga_ & friends, @ragnhild.hemsing & @omarmassamusic, @isidorestringquartet, @continuum.berlin, @grandbrothers_ u.v.m. sowie der Eröffnung unseres Festival Salons, dem Open Air Fest »Bühne frei« und viele schöne, einmalige Begegnungen und Erlebnisse. by @stevenwaltr
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a month ago
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Einer der neulichen Vorfälle von Machtmissbrauch und Übergriffigkeit in unserer Branche hat mich - wie euch möglicherweise nicht entgangen ist - zu einer durchaus harschen Verurteilung der Toleranz bestimmter Verhaltensweisen unter dem Deckmantel des Genie-Kults und der Bro-Kultur in der Klassik verleitet. Das ist (für meine bescheidenen Internetverhältnisse) «viral gegangen» - neben tausendfachem Beipflichten von der Musizierenden-Basis gab es auch Stirnrunzeln von Kollegen und im Übrigen auch durchaus ein bisschen «Stress».

Der Kölner Stadt-Anzeiger hat mich daraufhin eingeladen, auf etwas mehr Platz und Allgemeiner meine Meinung bzw. Haltung auszubreiten. Das habe ich gerne getan und freue mich über den wichtigen Diskurs. 

Heute erschienen: by @stevenwaltr
3
a month ago
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»Alles ist möglich.«

Es ist widerlich, welche Partei ausgerechnet mit diesem Claim wirbt. Damit meinen sie nicht die Überwindung der Klimakrise. Oder eine sozial gerechte Gesellschaft. Und ein Merkelsches "wir schaffen das!" meinen sie auch nicht. Nein, es geht um Vorhaben wie die "Remigration", um die systematische Gleichschaltung der Kultur im Sinne des "Deutsch denken" - was für ein grausam-furchtbarer und tumber Gedanke.

Noch schlimmer ist aber, dass dieser Impetus, dass wirklich alles - auch gute, optimistische, menschlich zuversichtlich stimmende - Dinge möglich sind, dass es eine Freiheit nicht nur von sondern auch zu den Dingen gibt, dass also die Welt gestaltbar ist, all das ist nirgendwo sonst im politischen Spektrum zu spüren. Wir haben den Patriotismus den Rechten überlassen, die Kulturpolitik scheinbar auch - das ist schon fatal. Und nun kapern die proto-Faschisten auch noch den Raum für Möglichkeiten, für Visionen und füllen es mit ihrem Müll? 

Unsere Gesellschaft läuft Gefahr, sich in gutmeinenden Normen und Regeln zu ersticken. In Bürokratien gewinnt fast immer der Realitätsgehorsam gegen den Möglichkeitssinn. Für meine Welt kann ich sagen: wenn es der Brandschutz nicht verhindert, dann sicherlich die Versammlungsstättenverordnung oder spätestens irgendein EU-Regularium. Demokratien dürfen nicht nur Risiken wegregulieren, sondern mindestens ebenso wichtig müssen sie Freiräume für Möglichkeiten schaffen. Dafür brauchen wir Zivilgesellschaft und freie Kultur - und Kunst! Wir brauchen sie, weil sie die Welt als einen gestaltbaren Ort bespielt. Weil sie mit vorauseilendem Ungehorsam das verschiebt, was denkbar und fühlbar ist. Weil mit ihr tatsächlich, für Momente und in den Köpfen, alles möglich ist.

»Alles ist möglich!«. Das ist UNSER Job hier in der demokratischen Mitte, die sich weder von ihren Normen und Regeln einschläfern noch in allzu großer moralischer Selbstsicherheit verfallen darf. Niemals aber - auf keinen Fall! - dürfen wir den menschlichen Anspruch auf Visionen und Möglichkeiten diesen niederen Instinkten überlassen. by @stevenwaltr
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2 months ago
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Was wäre, wenn wir Gastgeberschaft genau so ernst nehmen würden wie das künstlerische Programm?

In der Klassikbranche ist das Missverständnis noch immer landläufig, dass ein Fokus auf das "Drumherum" in irgendeiner Weise die künstlerische Ernsthaftigkeit kompromittiert. Was verliert das Konzert, das notwendigerweise exzellent sein muss, wenn wir mit ebengleicher Liebe und unvernünftigem Einsatz uns um das Erlebnis davor, danach und dazwischen kümmern?

Natürlich gar nichts - im Gegenteil wissen wir doch, dass für das Publikum immer das Gesamterlebnis zählt und eben in einem spezifischen Profil von Gastgeberschaft weite Teile der Differenzierungsmöglichkeiten von Konzerthäusern und Festivals liegen. Zu oft fühlt sich der Gang in ein Konzert nach einem Flughafen-Terminal an. 

Wir beim Beethovenfest Bonn starten dieses Jahr anlässlich der Wiedereröffnung der Beethovenhalle vielfältige, nachhaltig angelegte Formate, um ein ganz anderes Festivalerlebnis zu schaffen.

Darunter: eine Rolle im Foyer-Team, die nichts anderes tut, als Gäste (wir haben Gäste! Keine Kunden!) durch zahlreiche kleine Akte der Großzügigkeit positiv zu überraschen. Eine «Happy Hour» vor jedem großen Konzert, in dem auf unterschiedlichsten musikalischen, kulinarischen und spielerischen Weisen genau dies passiert: Glück! Und ein liebevoll eingerichter Festival Salon als offener Ort mit Programm und ohne Konsumzwang - als musikalisches Wohnzimmer der Stadt.

Danke für die Unterstützung an die @kulturstiftungdesbundes über »tuned – Netzwerk für zeitgenössische Klassik« der Kulturstiftung des Bundes. Gefördert von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Danke an die tollen Kolleg:innen @_henrike_al, @Johannes Leuschner, @kappesserlydia u.v.m. für die tolle Arbeit!
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🖼️ Lisa Clemen
#NachHause2026 by @stevenwaltr
2
2 months ago
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»Darum verachte ich das trübe Amalgam, das sich Nationalsozialismus nennt, dies Falsifikat der Erneuerung, das, hirn- und ziellose Verwirrung in sich selber, nie etwas anderes als eben Verwirrung und Unglück wird stiften können, diese Elendsmischung aus vermufften Seelentümern und Massenklamauk, vor der germanische Oberlehrer als vor einer "Volksbewegung" auf dem Bauch liegen, während sie ein Volksbetrug und Jugendverderb ohnesgleichen ist, der sich umlügt in Revolution.«

Thomas Mann (1930) by @stevenwaltr
34
3 months ago
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Love our @beethovenfestbonn Talents 😍 by @stevenwaltr
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4 months ago
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Wo hat es sich das #Beethovenfest während der langen Renovierungsphase der Beethovenhalle eigentlich gemütlich gemacht? 🤔

Zum Beispiel im #TinyHouse von Intendant @stevenwaltr! 🏡 2023 entstand dort eine Videoreihe mit Hauskonzerten und Gesprächen für die @ardkultur . 
Zusammen mit Moderator:in @cocoelane hat er fünf Musiker:innen in sein idyllisches Häuschen eingeladen, um mit ihnen zu kochen und zu plaudern – und natürlich für exklusive Konzerte im kleinsten Rahmen. Eine einzigartige Mischung aus Hauskonzert und Künstlergespräch!

Den Magazinartikel und die ganze Videoreihe findet ihr ➡️ über den Link in der Bio.

#NachHause2026 #TinyHouseConcerts
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📷 Michael Stab, Danial Fischer by @stevenwaltr
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4 months ago
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