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📖/ deutsch-deutsche Vergangenheit / spannende Abenteuer für kleine Naturforscher
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⚓️ Obwohl mein Großvater väterlicherseits in Thüringen geboren wurde, habe ich zur DDR keinen emotionalen, sondern vor allem einen geschichtlichen Bezug. Ich erinnere mich aber daran, dass meine Oma riesige Pakete zur Familie meines Opas gesendet hat. Vieles von dem, was ich heute über das Leben der Menschen dort weiß, habe ich durch Bücher erfahren.
 „Fernwehland“ ist einer dieser Romane und passender könnte sein Titel kaum sein. Fernweh beschreibt hier nicht nur die Sehnsucht nach fernen Orten, sondern auch den Wunsch nach Freiheit, Selbstbestimmung und einem Leben, das den Figuren lange verwehrt bleibt.

Mich hat fasziniert, wie @katinaumann deutsche Geschichte anhand eines einzigen Schiffes erzählt. Seine Fahrten, Besitzerwechsel und seine Bedeutung spiegeln politische Entwicklungen wider, ohne dass der Roman belehrt. Stattdessen taucht man tief in den Alltag der Menschen ein, erlebt ihre Hoffnungen, Repressionen und kleinen Glücksmomente und lernt dabei ganz nebenbei unglaublich viel.

Auch das Erzähltempo hat mir sehr gefallen. Die Geschichte hüpft nicht von einer spektakulären Wendungen zur nächsten, sondern von einer stetigen Neugier darauf, wie sich die Schicksale der Figuren weiterentwickeln.

Mein Herz hat Dora erobert, die sich als junge Witwe mit ihrem kleinen Sohn Erwin durch die schweren Jahre des Krieges kämpft und damit den Grundstein für eine Familiengeschichte legt, die sich über Generationen entfaltet. Erwins Traum von der Seefahrt bleibt unerfüllt, umso bewegender ist es, dass sein Sohn Henri ihn später verwirklicht. 
Während Henri auf der Völkerfreundschaft die Welt entdeckt und sich in Simone verliebt, bleibt seine Schwester Karin zu Hause. Die kleinen Mitbringsel, die Henri von seinen Reisen für sie mitbringt, sind deshalb weit mehr als Souvenirs. Sie stehen für all das, wonach sich viele Menschen damals sehnten und was ihnen verwehrt blieb und wofür sie gekämpft haben. 
Vielleicht ist das der Grund, warum ich beim Schließen des Buches nicht zuerst an die Astoria gedacht habe, sondern an die Menschen, deren Leben sie miteinander verbunden hat. Vor allem an Dora.

Vielen Dank an @harpercollinsde und @katinaumann 🤍!

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