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Die deutsche Erinnerungskultur ist gescheitert, weil sie nur an die Verbrechen erinnert, ohne ausreichend zu erklären, wie es dazu kommen konnte. Wir wissen, was in Auschwitz passiert ist, haben aber nicht gelernt, wie eine faschistische Gesellschaft funktioniert, woran man erste Tendenzen erkennt, wie Ausgrenzung Gewalt ermöglicht und dass jede:r zum Täter werden kann.

Faschismus beginnt nicht mit dem Bau von Konzentrationslagern, sondern mit Sprache und Gesetzen, die unterscheiden: wer gehört dazu, wer nicht, wer ist wie ich, wer ist anders.

So wie das reformierte Staatsbürgerschaftsrecht, das neben einer schnelleren Einbürgerung (unter bestimmten Voraussetzungen) auch deren Widerruf vorsieht. Daraus wird eine Staatsangehörigkeit auf Probe, die aufgrund schwammiger Formulierungen zum politischen Missbrauch einlädt: Wer sich nicht „zur freiheitlich demokratischen Grundordnung bekennt“ oder „aus antisemitischen, rassistischen oder menschenverachtenden Motiven handelt“, wird ausgebürgert statt strafrechtlich verfolgt. So geschehen im Fall des Palästinensers Abdallah A. auf der Grundlage zweier Social Media-Posts, Anwalt Alexander Gorski klagt dagegen vor dem Verwaltungsgericht Berlin.

Die Nazis unterschieden 1935 zwischen „Reichsbürgern“ und „Staatsangehörigen“, die AfD spricht von „Herkunftsdeutschen“ und „Passdeutschen“. Heute setzt sie ihren Siegeszug in Magdeburg fort - während sich die politische Mitte an einer Linken abarbeitet, die für eine inklusive und konsequent antifaschistische Erinnerungskultur eintritt.

Danke für das Gespräch, lieber @shaihoffmann.
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Israel mit Juden/Judentum/jüdischem Leben gleichzusetzen, ist nach allen Definitionen (IHRA, JDA) antisemitisch.

Israels Regierung betreibt diese Gleichsetzung seit vielen Jahren, um Kritik an den eigenen Verbrechen als antisemitisch zurückweisen zu können.

Nirgendwo ist diese Propaganda (Hasbara) auf so fruchtbaren Boden gefallen wie in Deutschland, wo sich Politiker und Journalisten durch Zurschaustellung von Israel-Loyalität von historischer Schuld entlasten wollen.

Antisemitisch sind aus ihrer Sicht jetzt vor allem Migranten, Linke und Muslime (praktisch, weil der politische Gegner sich dadurch delegitimieren lässt). 

Und jüdisches Leben in Deutschland schützt man am besten, indem man eine „strategische Sicherheitspartnerschaft“ mit der IDF eingeht, also jener Institution, der gerade eine genozidale Kriegführung vorgeworfen wird.

Finde den Fehler.

Danke für das Gespräch, lieber @shaihoffmann
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