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Warum fühlen sich viele Menschen von Politik nicht mehr vertreten? Warum werden Reformen häufig als Belastung oder Kürzung erlebt? Und welches gesellschaftliche Ziel kann die Sozialdemokratie heute noch anbieten?

Staatsministerin Petra Köpping @petrakoepping_spd und der Soziologe Steffen Mau @steffen.mau sprechen über Polarisierung, Ostdeutschland, Transformation und die schwierige Lage der Parteien. Es geht um die Erfahrungen der Nachwendezeit und um politische Beteiligung. Das Gespräch ist Teil des Nachdenkens über ein neues Grundsatzprogramm der SPD. 
 
Schau dir jetzt die ganze Folge hier bei YouTube an, Link in Bio!
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Der berühmteste Satz von 1989 wurde nie zu Ende gesprochen.

30. September 1989, Deutsche Botschaft Prag. Genscher tritt auf den Balkon: „Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise…“ Den Rest hat der Jubel erledigt.

Letzte Woche stand ich wieder dort, zur Feier des Tags der Deutschen Einheit. Für jemanden, der im Grenzgebiet aufgewachsen ist, ist dieser Ort keine Kulisse.

Den Beruf wählen, reisen, sagen, was ich denke: Für mich ist das kein Normalzustand. Es ist eine Errungenschaft, und sie hat ein Datum.
Was aus der Einheit geworden ist und was offen blieb:

Zum Hören bei @ardsounds : „Wendehausen - Heimat im Todesstreifen“
https://tinyurl.com/Wendehausen

Zum Lesen: Marieke Reimann @riemreim , „Zweite Wende. Warum Ostdeutschland uns alle angeht“
https://tinyurl.com/zweitewende

oder Steffen Mau @steffen.mau „Ungleich vereint“ 
https://tinyurl.com/ungleichvereint

#TagDerDeutschenEinheit #Prag #Genscher #1989 Ostdeutschland
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„So isser, der Ossi.“ Ein Anglerhut in den Deutschlandfarben. So titelte der Spiegel in seinem Themenheft zu 30 Jahren Deutscher Einheit.

Sechs Jahre sind vergangen. Ich hatte dieses Bild vollkommen verdrängt. Nun sitze ich auf Rügen am Campingtisch meiner Eltern. Ich hatte sie spontan überrascht, endlich mal wieder Ostseeluft geschnuppert und dabei Marieke Reimanns Die zweite Wende aufgeschlagen.

Und da ist es wieder.

Ich schaue mir dieses Bild immer und immer wieder an und kann es irgendwie gar nicht fassen. Mit dem Blick von heute ist das einfach ein Schlag in die Ossi-Fresse. Und je länger ich hinschaue, desto größer wird meine Wut. Denn dieses Bild verbindet nicht. Es macht etwas anderes: Es teilt. Und das ausgerechnet in einem Themenheft zu 30 Jahren Deutscher Einheit.

Das Bild vom Ossi, auf das man sich offenbar einigen kann, damit der Osten schön übersichtlich bleibt.

Dabei reden sich seit Jahren Menschen den Mund fusselig, schreiben Bücher, machen Filme, forschen, widersprechen und erzählen andere Geschichten. Sie machen sichtbar, wie unterschiedlich Ostdeutschland ist und wie wenig solche abwertenden Schablonen mit der Realität zu tun haben.

Denn diese Bilder sollen gar nicht wirklich etwas erklären. Sie schaffen ein „Wir“ und ein „die da“. Wer auf die anderen herabschaut, kann sich selbst ein bisschen höher stellen. Der Spiegel hat sich damit nicht nur ein Bild vom Ossi gemacht. Er hat sich selbst gleich mit aufgewertet. Und alle, die das geil finden, dürfen sich ein bisschen mit auf die Schulter klopfen.

Kopfschüttelnd nehme ich mein Handy, um endlich in Ruhe den neuen Text meiner Weggefährtin und Komplizin Türkân @tu_dro zu lesen.

Sie schreibt über weiße Privilegien. Darüber, wer gehen kann, wenn politische Verhältnisse unerträglich werden, wer sich zurückziehen kann – und wer bleibt.

Und ich denke noch: Warum nutzen diese Leute ihre verdammten Privilegien nicht, um JETZT etwas zu verändern?

Und da ist sie.

DIE BANANE.

Ausgerechnet unter diesem Beitrag.
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