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100 % KI, sagt der Detektor. Beweisen kann er nichts.

Ein Roman, 35.000 Mal verkauft, nominiert für den Prix Goncourt. Dann meldet der KI-Detektor Pangram auf X „100 % KI". Wenige Tage später streicht die Académie das Buch von der Liste. Ob der Autor schummelt, entscheiden wir hier nicht. Der Fall zeigt etwas anderes.

Die ZEIT nennt Pangrams Ergebnis eine Symptomdiagnose. Wie treffsicher der Detektor ist, hängt davon ab, ob ein Text in Gattung, Stil und regionaler Färbung dem Trainingsmaterial gleicht. Schon ein handgeschriebener Text, den eine KI nur umgegliedert hat, kann ausschlagen. Ein zweifelsfreier Nachweis ist nicht zu führen. In die Lücke füllt sich, so der Artikel, schnell Kulturkampf.

Wasserzeichen sollen es richten. Seit August schreibt der AI Act sie für neue Modelle vor. Häufig kennt aber nur der Hersteller den Schlüssel und kann nur das eigene Modell prüfen. Werkzeuge, die das Zeichen per Paraphrase verwischen, gibt es schon.

Unsere Einschätzung: Wer in einer Organisation entscheiden muss, ob ein Text, ein Gutachten oder eine Bewerbung echt ist, kann das nicht an eine Prozentzahl abgeben. Offen bleibt dann immer dieselbe Frage: Was gilt bei Ihnen als Nachweis, und wer verantwortet es, wenn der Detektor irrt?

Mehr davon: The NeWoS, Link in der Bio.
Quelle: ZEIT, 30.09.2026, „Thélyson Orélien: Ist sein preisverdächtiger Roman von einer KI geschrieben?"

#KI #KIDetektor #Wasserzeichen #AIAct #Urheberschaft taken in Berlin, Germany by @frolleinflow
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18 hours ago
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Die Geschichte bewahrt nicht das Gute. Sie bewahrt, was erlaubt war.

Gabriella Di Laccio hat jahrzehntelang klassische Musik studiert und gesungen, bevor sie auf einem Londoner Büchermarkt ein Lexikon mit 6.000 Komponistinnen fand. Keinen Namen kannte sie. Über 90 Prozent der Musik in heutigen Konzertsälen stammt nach ihrer Zählung von Männern.

In ihrem TEDx-Talk zieht sie die Linie zur KI: Systeme, die heute Musik erzeugen, lernen aus dem Katalog, den die Geschichte übrig gelassen hat. Was nie gedruckt, gespielt oder aufgenommen wurde, kommt darin nicht vor. Wer den Katalog jetzt nicht ergänzt, lässt die Maschine die alte Lücke fortschreiben.

Für uns stellt sich dieselbe Frage bei jedem Datensatz, mit dem wir arbeiten: Wer hat entschieden, was darin landet, und was fehlt, weil es nie jemand festgehalten hat? In den Daten selbst steht die Antwort nicht. Man muss sie außerhalb suchen.

Mehr solcher Fundstücke: ununi.tv

Gabriella Di Laccio, „What AI learns when we erase women from music", TEDxLondon 2026.

#KI #Trainingsdaten #FrauenInDerMusik #GabriellaDiLaccio #ununiTV taken in Berlin, Germany by @frolleinflow
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3 days ago
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Wachsamkeit gegenüber KI hängt vom Kontext ab. Am stärksten gefährdet ist sie unter Zeitdruck, in der Routine und unter Produktivitätsdruck.

Khan, Ee und Tripathi haben zwölf erfahrene Berufstätige interviewt, die KI täglich nutzen. Alle behandeln KI als Entwurf, alle prüfen nach, und alle wissen, dass ihnen genau das entgleitet, sobald eine Aufgabe nach Routine aussieht oder schnell fertig sein soll. 

Eine kleine, qualitative Studie. Sie legt die Verantwortung trotzdem dorthin, wo sie in Organisationen liegt: bei den Bedingungen, unter denen gearbeitet wird.

Schaut Euch die Aufgaben an, bei denen Euer Team KI-Ergebnisse ungeprüft durchreicht, und fragt, welcher Termindruck dahintersteht.

Khan, M. T., Ee, C. S., & Tripathi, B. (2026). Beyond Efficiency: A Qualitative Exploration of Human Agency, Epistemic Vigilance, and Cognitive Boundaries in Human-AI Interaction. Open Journal of Social Sciences, 14(3), 251–267. https://doi.org/10.4236/jss.2026.143015 taken in Berlin, Germany by @frolleinflow
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5 days ago
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Aus unserem FF-Lagebild zum KI-Radar:

Die Bundesagentur für Arbeit zählte 2025 im Jahresdurchschnitt knapp 13.000 gemeldete Stellen für IT-Kräfte. Gleichzeitig stieg die Zahl der Arbeitslosen, die eine IT-Tätigkeit anstreben, um 27 Prozent auf 54.000. Die Beschäftigung in IT-Berufen wuchs trotzdem um 2 Prozent auf mehr als 1,15 Millionen.

Der Bestand gemeldeter Stellen liegt 46 Prozent unter dem Höchststand von 2022. Die BA führt den Rückgang auf die schwache Konjunktur und den Strukturwandel der Branche zurück. Beim Anstieg der Arbeitslosigkeit nennt sie zusätzlich den zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz.

Bundesagentur für Arbeit, Statistik (Juni 2026): Der Arbeitsmarkt für IKT-Berufe im Kontext der Transformation (Berichte: Arbeitsmarkt kompakt). Nürnberg.
 https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Berufe/Generische-Publikationen/AM-kompakt-IKT.pdf

#Arbeitsmarkt #ITFachkräfte #Fachkräftemangel #KIundArbeit #ZukunftDerArbeit taken in Berlin, Germany by @frolleinflow
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9 days ago
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54 Personen schrieben in vier Sitzungen Aufsätze, per EEG-Haube. Eine Gruppe mit ChatGPT, eine mit klassischer Suche, eine ganz ohne Hilfsmittel. 

Nur eine Gruppe zeigte über alle vier gemessenen Frequenzbänder hinweg durchgängig die schwächste neuronale Verknüpfung: die mit ChatGPT.

Das MIT Media Lab nennt das akkumulierte Defizit Cognitive Debt. Der Rückstand blieb bestehen, selbst als dieselbe Gruppe in einer späteren Sitzung ohne KI weiterschreiben musste. 

Betroffen war nicht nur die Konnektivität im Gehirn, sondern auch die Erinnerung an die eigenen Argumente und das Gefühl, den Text überhaupt selbst geschrieben zu haben.

Vor dem nächsten Text lohnt sich die kurze Prüfung: Schreibt hier noch wer selbst mit, oder schreibt nur noch die KI?

Kosmyna, N., Hauptmann, T., Yuan, C. S., Situ, J., Liao, H., Beresnitzky, I., Braunstein, J., & Maes, P. (2025). Your Brain on ChatGPT: Accumulation of Cognitive Debt when Using an AI Assistant for Essay Writing Task. arXiv Preprint, arXiv:2506.08872. Under review.

#KünstlicheIntelligenz #CognitiveDebt #Urteilskraft #KritischesDenken #FutureSkills taken in Berlin, Germany by @frolleinflow
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16 days ago
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Sougwen Chung zeichnet seit über zehn Jahren mit Robotern. In ihrem TED-Talk stellt die Künstlerin und Forscherin die Frage, die ihre ganze Arbeit trägt: Wenn Maschinen übernehmen, was bisher die menschliche Hand gemacht hat, was bleibt dann von dieser Hand?

Eine Antwort liefert der Talk nicht. Chung zeigt eine Praxis, keine These: Wie sich Präzision und Automatisierung zur eigenen Kreativität verhalten, klärt sie im Studio, nicht auf der Bühne.

Genau da beginnt für uns die eigentliche Arbeit. Was eine Maschine übernehmen darf und was der Hand vorbehalten bleibt, entscheidet sich nicht allgemein. Nur am konkreten Fall.

Mehr solcher Fundstücke: ununi.tv als Teil unseres KI-Radars

Sougwen Chung, „Why I draw with robots", TED 2024.

#Urteilskraft #KI #Automatisierung #SougwenChung #ununiTV taken in Berlin, Germany by @frolleinflow
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17 days ago
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Letzte Woche kam der Techniker und hat endlich Glasfaser gelegt. 45 Jahre nachdem die Bundesregierung den Plan dafür beschlossen hatte.

1981 wollte Helmut Schmidts Regierung Deutschland flächendeckend verkabeln. 1982 entschied sich die neue Regierung für Kupfer, weil sich damit schneller privates Fernsehen durchsetzen ließ.

Das Risiko war bekannt, gewählt wurde trotzdem die Zwischenlösung, und aus ihr wurde ein Pfad, der bis heute nachwirkt.

Bei der KI-Infrastruktur lohnt es sich, dieselbe Frage jetzt zu stellen, nicht erst in vierzig Jahren.

→ Link in Bio

#Glasfaser #Infrastruktur #KIKompetenz #Digitalisierung #Bildungspolitik taken in Berlin, Germany by @frolleinflow
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19 days ago
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Sie standen Schlange. Dann kamen die Verbote. Und trotzdem ist die Geschichte nicht vorbei.

Im März standen in Shenzhen knapp tausend Menschen an, um sich OpenClaw installieren zu lassen. Wir haben damals darüber geschrieben, weil uns weniger das Werkzeug interessierte als die Haltung: ausprobieren, bevor alles geklärt ist.

Sechs Monate später ist die Geschichte komplizierter.
Chinesische Behörden, Staatsunternehmen und Banken schränkten OpenClaw aus Sicherheitsgründen teilweise ein. Gleichzeitig wurde die Technik weiterentwickelt, von Tencent in WeChat integriert und von chinesischen Cloud-Anbietern unterstützt. Der große Hype ist inzwischen abgeflaut.

Gerade deshalb finden wir die Geschichte heute interessanter als im März.

Denn Handlungsfähigkeit heißt nicht: jede neue Technologie begeistert übernehmen. Sie heißt auch nicht: erst anfangen, wenn alle Risiken geklärt und alle Regeln geschrieben sind.

Sie entsteht irgendwo dazwischen: ausprobieren, beobachten, urteilen, begrenzen, verwerfen oder weiterbauen.

Vielleicht ist das die wichtigere Frage hinter der ganzen KI-Kompetenzdebatte: Wie sollen Menschen lernen, begründet über eine Technologie zu urteilen, mit der sie nie praktisch gearbeitet haben?

Den Blogpost von März haben wir deshalb um ein Update ergänzt.

→ Link in Bio

#KI #KIAgenten #OpenClaw #Weiterbildung #China taken in Shenzhen, China by @frolleinflow
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24 days ago
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5,8 Terabyte aus zwei Senatsverwaltungen. 1,44 Millionen Dateien im Darknet. Die zentrale Anweisung der Berliner Verwaltung danach: mindestens sechzehn Zeichen, drei Zeichenkategorien, alle ändern ihr Passwort.

Die Anweisung ist nicht falsch. Sie trifft nur die Ebene, deren Zustand seit Jahren aktenkundig ist. Die jährliche Pflichtschulung zur Informationssicherheit steht im Berliner E-Government-Gesetz, und auf die Frage, ob sie stattfindet, antwortete der Senat im August 2025: Er gehe davon aus. Keine Zahlen, keine Erhebung.

In der BSI-Warnung zur zugehörigen Angriffswelle vom 4. September kommen Passwörter kein einziges Mal vor. Sechs Empfehlungen, alle technisch. Und im europäischen Kompetenzrahmen DigComp 3.0 findet sich in 523 Lernergebnissen kein einziger Passwortmanager.

Sechzehn Zeichen, für jedes System ein anderes, alle drei Monate neu, ohne Werkzeug: Das können Menschen nur erfüllen, indem sie es umgehen. Sie schreiben die Passwörter auf oder bauen sich ein Schema. Danach steht in der Akte, dass etwas geregelt ist.

Keine Verhaltensregel ohne das Werkzeug, das ihre Einhaltung möglich macht. Der Satz überträgt sich fast unverändert auf die Arbeit mit KI. Wer Prüfpflichten für KI-Ergebnisse verhängt, ohne Prüfzeit zuzuteilen, bekommt dokumentierte Nichtprüfung.

Nehmen Sie die nächste Regel, die in Ihrem Haus geplant ist, und legen Sie die Frage daneben, ob das Werkzeug existiert, mit dem sie sich einhalten lässt.

→ Link in Bio

#ITSicherheit #Verwaltungsdigitalisierung #Kompetenzentwicklung #DigComp #KIKompetenz FutureSkills Organisationslernen Berlin taken in Berlin, Germany by @frolleinflow
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25 days ago
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Wenn die KI danebenlag, folgten die meisten trotzdem. Und hielten ihre Antwort danach für besser als ohne KI.

Steven Shaw und Gideon Nave von der Wharton School haben Anfang 2026 einen Namen für dieses Muster vorgeschlagen: Cognitive Surrender. 

Gemeint ist der Moment, in dem man die Antwort der Maschine übernimmt und das eigene Nachdenken ganz auslässt. 

In drei vorregistrierten Experimenten mit mehr als 1.300 Personen trat das vor allem unter Zeitdruck auf und bei hohem Vertrauen in die KI. Der kritische Moment kommt dabei nach der Antwort, beim ungeprüften Übernehmen.

Ein einfacher Test: vor dem Übernehmen einmal sagen, woran man erkennen würde, dass die Antwort falsch ist.

Shaw, S. D., & Nave, G. (2026). Thinking—Fast, Slow, and Artificial: How AI is Reshaping Human Reasoning and the Rise of Cognitive Surrender. PsyArXiv Preprint (noch nicht peer-reviewed). https://psyarxiv.com/

#CognitiveSurrender #Urteilskraft #KI #Wissensarbeit #FutureSkills taken in Berlin, Germany by @frolleinflow
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a month ago
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A propos höchster Stand der Teilzeitquote.

Vielleicht habt Ihr es in den Nachrichten gehört (und endlich spricht man mal faktenbasiert darüber): Ja, es sind so viele Menschen in (offiziell) bezahlter Arbeit. Das wird gerne als Erfolgsmeldung verbreitet.

Aber: Das Arbeitsvolumen, also die Anzahl bezahlter Arbeitsstunden, wächst insgesamt nicht. Warum auch, haben wir jetzt ja all die digitalen Effizienzmaschinen.

Das bedeutet, dass sich immer mehr Menschen dieses Arbeitsvolumen teilen (müssen). Was zwangsläufig zu mehr Teilzeitarbeit führt. Da nützt auch alles Geschrei nach mehr Arbeitsmotivation nichts. Es gibt einfach zu wenig bezahlte Arbeit. 

Zu den offenen Stellen schreiben wir demnächst hier etwas. Könnt ihr aber auch alle im FF-Lagebild nachlesen. Ist unter dem KI-Radar eingehangen.

#arbeit #ki #kiradar taken in Berlin, Germany by @frolleinflow
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a month ago
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Es geht wieder los. #ifa 

Dieses Jahr wirklich sehr gespannt auf aktuelle Entwicklungen im Smart Tech-Sektor, Robotik, Mobile und Home.

Und was uns Asien alles zeigt dieses Jahr.

Wir zeigen ein wenig über die nächsten Tage.

Habe fun!

#hightech #messe #innkvationforall taken in Messe Berlin by @frolleinflow
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a month ago
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