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6 years ago
Photo by Vanka on March 21, 2021.
Photo by Vanka on March 21, 2021.
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Posted On: March 21st 2021, 05:18 pm
Der Physiologe Friedrich Goltz wehrt sich gegen die Behauptung er habe Eingriffe an Hunden ohne Betäubung ausgeführt (er spülte ihnen nach Aufbohren des Schädels Teile des Hirns mit einem heissen Wasserstrahl heraus):

„Der Verfasser der Folterkammern hat bei der Schilderung der von mir angeblichen verübten Greuel überall verschwiegen, daß ich die sämtlichen von ihm berichteten Operationen an Hunden unter tiefer Chloroformnarkose ausgeführt habe.“ (1)

Goltz übersieht, dass in der zitierten Schrift nicht pauschal das Weglassen jeglicher Betäubung, sondern insbesondere die fehlende Leidminderung nach dem Eingriff kritisiert wird. Er unternahm an den operierten Tieren weitere Versuche, um ihre Reaktionen zu testen, u.a. im Anbringen von Metallkemmen an Vorhaut oder Zehen. Zudem wird seine zynische Art die Versuche in Fachpublikationen vorzustellen angesprochen. Er sieht sich hingegen als Tierfreund:

„Ich bin nämlich, wie ich dem unbefangenen Leser beiläufig verraten will, ein außerordentlicher Hundefreund von Jugend auf gewesen. […] Meine Freunde wissen auch, welche Überwindung es mich gekostet hat, blutige Eingriffe an einem so edlen, intelligenten Tiere vorzunehmen. Die besonderen Aufgaben, an deren Lösung ich mich gewagt habe, also namentlich die Erforschung der Funktionen des Gehirns, zwangen mich aber, gerade den Hund zum Gegenstande meiner Beobachtungen zu wählen, weil niedere Tiere z.B. Kaninchen sich wegen ihrer Dummheit und aus anderen Gründen zu diesen Versuchen nicht eignen.“ (2)

Ob er die verwendeten „niederen Tiere“ wie bspw. Frösche ebenfalls mit Chloroform betäubte, erwähnt er nicht.

Die Bilder 1-3 zeigen zwei Methoden zur Anästhesie von Versuchstieren. 1-2: Betäubungsmasken wurden mit Äther oder Chloroform gefüllt und Hunden angelegt, die durch die Dämpfe je nach Dauer der Einwirkung schmerzunempfindlich oder bewusstlos wurden. 3. Bei kleineren Tieren oder denjenigen bei denen das Anlegen einer Maske aus anatomischen Gründen schwieriger war, kam stattdessen ein Betäubungsglas zum Einsatz. Das Anästhetikum wurde auf den im Deckel eingelassenen Schwamm aufgebracht und das im Glas eingeschlossene Tier betäubt.
Comments (13)
herbixvore 6 years ago

herbixvore

..das ist so schwer auszuhalten, beim lesen...😢

la_chienne 6 years ago

la_chienne

Das ist wirklich herzzerbrechend. 💔

lebenshof.veganimals 6 years ago

lebenshof.veganimals

Wie furchtbar 😔 Tierversuche sind so schlimm und grausam 😔

tierschnipsel 6 years ago

tierschnipsel

Die erwähnte Tierschutzschrift „Die Folterkammern der Wissenschaft“ ist über Google Books online einzusehen. Goltz' Versuche ab Seite 43. Im Original zu lesen in Pflügers Archiv für die gesamte Physiologie, Band 14 S.412-43 „Über die Vernichtung des Großhirns“ und Band 13 S.1-44.

tierschule.eu 6 years ago

tierschule.eu

wow... das ist schon hart zu lesen. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit macht mich immer wieder sprachlos und ich kann garnicht verstehen wie wir so brutal mit unseren Mitgeschöpfen - und uns selbst! - sein konnten :(

tierschnipsel 6 years ago

tierschnipsel

Quelle Text: Wider die Humanaster! Rechtfertigung eines Vivisektors von Friedrich Goltz, Professor zu Straßburg im Elsaß, Verlag von Karl J. Trübner, Straßburg 1883, (1) S.4, (2) S.5. Quelle Bilder: Manuel de vivisections par le Docteur Cahrles Livon, Libraire J. B. Baillière et fils, Paris 1882. Bild 1: "Fig. 24 – Muselière pour l'anesthésie du chien: n°1, la muselière est appliquée à animal; n°2 son extrémité es vue en coupe." Etwa „Maske (eigentl. Maulkorb) für die Hundeanästhesie: Nr. 1, der Maulkorb wird dem Tier angelegt; Nr. 2, der vordere Teil im Schnitt.“ S.39 Bild 2: "Fig. 25 – Autres formes de muselières pour l'anesthésie du chien : 1, parties en cuir ou drap épais embrassant exactement la forme du museau ; 2 et 3, parties métalliques avec boîte (3) comme dans la figure 24." Etwa „Andere Formen von Maulkörben zur Betäubung von Hunden: 1, Lederteile oder dicker Stoff, der die Form des Maulkorbs genau umschließt; 2 und 3, Metallteile mit Kasten (3) wie in Abbildung 24.“ S.40 Bild 3: "Fig. 23 – Bocal pur anesthésier le lapin out le chat. A, A couvercle en boi, percé à son centre d’un orifice que ferme la cheville B, à laquelle est suspendue une éponge C (c’est sur cette éponge qu’on verse l’éther ou le chloroforme par l’orifice du couvercle)." Etwa: „Tiegel zur Betäubung von Kaninchen oder Katzen. A, Ein Holzdeckel, mit einem Loch in der Mitte, das mit einem Stift B verschlossen wird, an dem ein Schwamm C hängt (durch das Loch im Deckel wird Äther oder Chloroform auf diesen Schwamm gegossen).“

tierschnipsel 6 years ago

tierschnipsel

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