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Just books and ephemera about human-animal relationship from my collection. #animalhistory #withoutai
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André Laclôtre, known by the pseudonym André Hellé (1871-1945) was a gifted French painter, illustrator, lithographer and toy designer. 
L'Arche de Noé (Paris 1925) is my absolute favorite among his picture books. 
We have more outstanding picture books on the topic of Noah's Ark. 
#noahsark #animallover #saveanimalslives🐇🐈🐢🐾🐒🐖🐃🐂🐴🐟🐌🐬 #animals #animalsofinstagram by @tierschnipsel
1
6 months ago
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Ein Tierbefreier in einem Jugendbuch von 1953! Wolfart, der „Tierfreund“ ist kein organisierter Aktivist. Er arbeitet in der Zoohandlung eines ehemaligen Tierfängers. Kunden, die Tiere als Dekoration nutzen, stehen am Anfang seiner Entwicklung. Er sucht erfolglos Hilfe beim Tierschutzverein. Nach Zweifeln an seinem Chef erkennt er sich selbst als ein Teil des Problems: „Ich bin ein Feind der Tiere, […]. Ich verkaufe sie an Menschen, bei denen sie zugrunde gehen. […] Der Mensch, der sie haben will, mag sein wie er will, ich gebe ihm so viele unschuldige Tiere wie er verlangt.“ (1) Seine Freundin Marta stellt klar, dass „gerade so einer wie du in einen solchen Laden gehört“. (2) 

Doch die Gedanken verstummen nicht „Gleich einem grausigen Spuk zogen die erbarmungswürdigen Gestalten der gemarterten Tiere an seinem überhitzten inneren Auge vorüber. Zu ihnen gesellte sich der Elendszug der Asyltiere, gesellten sich die Heerzüge der Schlachttiere, gesellten sich die armseligen Künstler der Schaubuden.“ Er sieht Widersprüche z.B. wie sehr Frau S. ihren Goldfisch liebt, er dabei aber „in seinem altväterlichen Rundglas ohne Sand und Wasserpflanzen und Geselligkeit ein jämmerliches Dasein führte.“ (3)

Wolfart denkt an die Worte seines Vaters: „Wer zusieht, wie ein Unrecht geschieht, und dazu schweigt, macht sich mitschuldig.“ Der Vater hatte für seine Überzeugung sterben müssen. Sein leidenschaftliches Rechtsempfinden lebte in seinem Jungen. Bisher hatte es nur geflackert, jetzt aber schoß die Flamme jäh und steil empor.“ Was geschah dem Vater? „Als Untersuchungsrichter war er in Gewissenskonflikte geraten und hatte sich gegen die willkürliche Rechtsprechung der Machthaber seiner Zeit gewehrt. Er wurde seines Amtes enthoben und verschwand in einem der berüchtigten Lager. Nach Jahresfrist erhielt die Mutter die Nachricht von seinem Tod. Lungenentzündung!“ (4)

Das ist interessant, da der Autor H.-W. Smolik offenbar selbst Kritiker des Nationalsozialismus war, eines seiner Bücher wurde 1934 wegen „Zersetzung der Rassenlehre des Nationalsozialismus“ verboten. Er wurde verhört, verhaftet und ihm wurden Lehr- und Vortragstätigkeit untersagt. Fortan schrieb er Tierbücher. (5) by @tierschnipsel
14
2 years ago
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Diese Fische leben! Über einen Versuch Wassertiere zu Lufttieren zu machen.

Die Berliner Kundschaft um 1900 wünschte fangfrische Ware: Während der Verkauf auf Eis für Seefisch akzeptiert wurde, hatten Süßwasserfische lebend in den Handel zu kommen. Für kleinere Mengen und Strecken war dies möglich, warum also nicht auch im Großen? Die Fische könnten in Wasserbottichen in der Eisenbahn „während der Fahrt ein beschauliches Dasein führen“. Das Problem: „Wenn man Süßwasserfische […] einfach in Bottichen mittels Eisenbahn transportieren will, so müssen Wassermengen mitgeschleppt werden, die den Transport in seiner Wirtschaftlichkeit in hohem Maß nachteilig beeinflussen. Muß man doch beispielsweise, um Bachforellen aus dem Harz lebendig nach Berlin zu bringen, auf 4 bis 7 Prozent Fischgewicht 96 bis 93 Prozent Wassergewicht mitschleppen.“

Folgender Versuchsaufbau sollte „geeignet sein, dem Fischversand ganz neue Wege zu weisen“:

„Ein gasdichter Holzkasten wurde etwa 1 cm hoch mit Wasser gefüllt oder mit feuchten Lappen am Boden belegt, durch dessen Verdunstung die Atmosphäre in dem Gefäß stets mit Wasserdampf gesättigt bleiben mußte. Dann stellte man ein Holzgestell herein, in dessen einzelnen Fächern die zu prüfenden Fische lagen. Endlich schloß man das Gefäß luftdicht mit einem Deckel. Dann ließ man durch ein bis auf den Grund gehendes Röhrchen reinen Sauerstoff eintreten und durch ein anderes Rohr im Deckel wieder abziehen. Auch diesen Sauerstoff hatte man durch mehrere Waschflaschen gehen lassen und auf diese Weise gründlich mit Wasserdampf gesättigt. So befanden sich also die Fische in einer reinen, stets wechselnden Sauerstoffatmosphäre, und ein Austrocknen ihrer Kiemen war nicht zu befürchten.
Der Erfolg dieser Versuche war verblüffend. Karpfen, Schleie, Plötzen und andere Fische erhielten sich als vollkommene Lufttiere drei bis vier Tage völlig wohl in dem Versuchskasten. Als man sie dann zwecks Fütterung wieder ins Wasser setzte, schwammen sie frisch und vergnügt umher und bewiesen nur durch einen gesegneten Appetit, daß sie in der Sauerstoffatmosphäre recht intensiv geatmet hatten.“ Durchgesetzt hat es sich anscheinend nicht. by @tierschnipsel
13
4 years ago
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„Die Kunst Hunde zu fälschen“ – unter diesem Titel erschien 1904 in der spanischen Zeitschrift „Alrededor del Mundo [Rund um die Welt]“ ein Artikel, der eine wachsende Branche vorstellt. Die beliebter werdenden Rassehundeausstellungen und die dort vergebenen hohen Preisgelder seien verantwortlich für eine wachsende Zahl von Hundefälschungen, unter denen die Tiere um der Mode willen leiden müssen. Färben, Scheren und Locken seien das harmloseste. Die gefälschten Tiere wurden sogar Shows gewinnen, weshalb der London Kennel Club dagegen vorgehe. Es folgt ein übersetzter Auszug aus dem Artikel, ich sende euch auf Wunsch gerne den Originaltext zu:

„Wenn ein Hund, der einer Rasse angehört, bei der die Züchter es bevorzugen, dass die Ohren hängen, zu hoch ist, senkt der Fälscher die Ohren, indem er den Knorpel durchschneidet oder mit einer Nadel durchsticht, die erst dann aus dem Ohr entfernt wird, wenn die Nerven die Kraft verlieren, die nötig ist, um das Ohr oben zu halten. Diese Operation, die eine der grausamsten ist, wird häufig praktiziert; auch das Kupieren der Schwänze, das Geraderichten der Schwänze durch Schnitte an der Unterseite, wenn sie zu stark gekräuselt sind, und das Glattrasieren von Retrievern mit krausem Haar sind alltägliche Dinge.

Aber die schrecklichste dieser Operationen ist die, die darauf abzielt, die Schnauze der Bulldoggen abzuflachen. Nach den neuesten Anforderungen der Züchter sollte eine gute Bulldogge immer eine sehr flache Nase haben; aber es kommt vor, dass einige dieser Hunde den Fehler haben, ein wenig stupsnasig zu sein, das heißt, dass sie das aufweisen, was man in der Fachsprache einen Froschfehler [orig. tara de rana] nennt. Um dies zu beheben, wurde ein Foltergerät entwickelt, das aus zwei Brettern besteht, die den Kopf von vorne nach hinten zusammendrücken, wobei das Brett vor der Nase zwei Löcher hat, damit das Tier atmen kann. Dieser Apparat wird dem Hund mehrere Stunden am Tag aufgesetzt, und so wird die Nase immer flacher, bis sie die gewünschte Form annimmt. Mit einer anderen, nicht weniger grausamen Methode wird die Bulldogge breitschultrig gemacht, indem man ihr einfach ein beträchtliches Gewicht auf den Rücken legt.“ by @tierschnipsel
10
4 years ago
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Kunst- und Gebrauchsgegenstände aus Pferdehufen hielt ich für Ausnahmen und seltenere Einzelanfertigungen. Genauere Recherche zeigte aber, dass es nicht unüblich war, Hufe bekannter Pferde zu Aschenbechern, Tintenfässern und Stifthaltern umzuarbeiten. So blieb das Tier, das viele Rennen gewann und/oder ein Liebling war, durch die Präsenz seines Hufs in Erinnerung. Die Firma Ed. Wedekindt in Berlin stellte auf Wunsch solche Gedenkstücke her und bot in ihrem Katalog hunderte Varianten von „Garnierungen auf Natur-Pferdehufen“ an. Es waren u.a. ausdrücklich Andenken für „gefallene“ oder „gestürzte“ – also umgekommene Pferde gelistet. Der Kunde (angesprochen wurden ausschließlich Herren) sendete den (beschlagenen) Huf nach Berlin, gab die Bestellnummer der gewünschten Verzierung an und erhielt das fertige Stück zurück. Die vorgängige Präparierung oblag ihm, was den Anbieter zu einem ausführlichen Vorwort veranlasste: 

„Zur gefl. Beachtung für diejenigen Herren, welche derartige Sachen noch nicht gefertigt haben. Nachdem der Huf ausgekocht ist, sodass die Schale Polieren frei ist, wird dieselbe mit Gyps ausgegossen. Dann wird der Strahl und die Sohle, sowie die Aussenseite des Hufes regelrecht bearbeitet, damit soviel wie möglich die schlechten Stellen wegkommen und der Huf ein gutes Aussehen erhält. Kleine Fehler im Strahl und in der Hornwand werden, so gut es geht, verkittet. Dann lasse man den Huf trocknen, jedoch bei nicht zu grosser Hitze, weil derselbe sonst leicht springt. – Ist der Huf trocken, so schmiedet man ein Eisen, passt es gut auf und raspelt und schneidet den Huf noch wo es nötig ist, nach; sodann wird das Eisen aufgebrannt. […] Zuletzt wird der ganze Huf sauber mit Glas abgeschabt, damit derselbe zum Polieren nicht zu rauh ist.

Wenn es auf den reinen Zierwert ankam bzw. wem die Herkunft des Hufes unwichtig war oder wer schlicht kein Ausgangsmaterial zur Verfügung hatte, konnte gegen einen Aufpreis von 3,25 Mark zusätzlich Huf und Eisen beziehen. 

Es gelang mir, aus einem Nachlass einen Huf zu erwerben, der sehr wahrscheinlich von Wedekindt gefertigt wurde. Die Verarbeitung entspricht dem „Nähzeug mit Sportgriff“ No. 111 aus dem Katalog (Bild 2). taken in Berlin, Germany by @tierschnipsel
2
4 years ago
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Serge Voronoff wollte Nutztiere vitaler machen und begann alten Stieren und Hammeln Hoden jüngerer zu transplantieren. Es war nur noch ein kleiner Schritt zur Umsetzung einer neuen Idee; impotenten Männern "Affendrüsen" einzupflanzen um ihnen eine zweite Jugend zu ermöglichen. Am 12.6.1920 führte er die die erste von geschätzt 1000 Xenotransplantationen durch, indem er in dünne Scheiben geschnittene Affentestikel auf die des menschlichen Patienten setzte. Die sexuelle Kraft sollte von Affe auf Mensch übertragen werden, indem die Abschnitte mit dem menschlichen Gewebe verschmelzen. "Die Operation wird gleichzeitig am Mann und am Affen, die beide im selben Operationssaal auf zwei abgesonderten Tischen liegen, durchgeführt. Es ist aber unmöglich, den Affen im wachen Zustande auf den Tisch auszustrecken. Auch der zahmste wehrt sich heftig, wenn man seine Glieder festzubinden versucht.“ [1] Siehe Bilder 1-2. Durch die sparsame Verwendung genügten die Hoden eines Tieres für mehrere Operationen. Vorher-Nachher-Bilder der Operierten sollten den Erfolg dokumentieren; neben der erhofften Potenz verfügten sie nach eigenen Aussagen über ein besseres Gedächtnis, höhere Arbeitskraft und fühlten sich 10-15 Jahre jünger. Heute ist bekannt, dass es sich um einen Placeboeffekt handelte. 

Um ausreichend Material zu haben, errichtete Voronoff 1925 neben seinem Labor in Menton an der Côte d'Azur eine Primatenfarm mit über 100 Schimpansen und Pavianen, die mehrheitlich aus französischen Kolonien stammten. Vorher kaufte er bei jeder sich bietenden Gelegenheit Tiere bei Schaustellern im Inland auf. Die Walliser Zeitung Le Nouvelliste berichtet: „Die Opfer von Dr. Voronoff. Ein Dutzend Schimpansen aus Afrika traf in Bordeaux ein, um die Labors von Dr. Voronoff zu versorgen. Seit der Praxis der Affendrüsentransplantation musste die Regierung von Französisch-Afrika den Fang und den Handel mit diesen interessanten Vierbeinern streng reglementieren, da die Einheimischen leidenschaftlich mit ihnen handelten.“ [2] 

Über den Verbleib der kastrierten Affen habe ich leider nichts herausgefunden, zu Ehren Voronoffs ist aber ein noch heute beliebter Cocktail benannt: der Monkey Gland. by @tierschnipsel
7
5 years ago
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Happy Birthday Schweiz! Der im August begangene Bundesfeiertag geht auf die Festivitäten zum 600-jährigen Bestehen der Eidgenossenschaft in Schwyz zurück, die 1891 mit der 700-Jahr-Feier der Stadt Bern zusammenfiel. Der Berner Historische Festzug umfasste 1500 Menschen und neben 250 Pferden, einer "Simmentaler-Alpfahrt" mit "gewaltigen Heerdentieren" wurden auch ein „kolossaler Muni“, „stolze Kühe mit ihren im Brummbaß tönenden ungeheuren Treicheln“ [1] sowie Affen und Bären mitgeführt.

Ein Insasse aus dem stadteigenen Bärengraben musste Tage vor dem Umzug sein Leben lassen, um die Jagdbeute des Stadtgründers darzustellen; zwei weitere durften (wenn auch unfreiwillig) dem Fest als lebende Akteure beiwohnen. Die bernische Zeitung „Der Bund“ berichtet:

„Vergessen wir übrigens nicht, daß noch andere Tiere, die im Zug mitgeführt wurden, endlosen Jubel erregten. Schon der tote Bär, der hinter dem Herzog von Zähringen als angeblicher Namensursprung der Stadt Bern auf Tannreisern nachgeschleppt wurde, machte Freude [!]; vor allem aber begrüßte man begeistert die beiden lebendigen Bären, die nicht etwa in enge Mengageriekäfige waren gesetzt worden, sondern in einer recht weiten luftigen Glocke aus Eisenstäben Spielraum genug hatten, nach allen Seiten zu rennen, sich aufzurichten und nach der Volksmenge auszulugen, die überall brausenden Zurufs die zottigen und sichtlich muntern Mutzen empfing. Was werden sie den im Bärengraben zurückgeblieben Brüdern von dieser einzigen Triumphfahrt durch die Stadt Bern erzählen, wenn sie wieder im heimischen Zwinger sind!“ [1]
.
Weniger glamourös liest es sich in den „Zuger Nachrichten“:

„[…] wurde dieser Tage bereits ein „Mani“ geschossen dessen Fleisch der geographische Kongreß verzehren und dessen Fell des Herzogs von Zähringen Beutestück bilden wird. Dazu kommen aber als Siegesbeute von Novarra zwei lebende Bären. Für diese wurde ein großer eiserner, 12 Zentner schwerer Käfig gemacht, der auf einen vierspännigen Wagen* in den Zug kommt. Die Bären wurden bereits Freitags in ihrem Graben in den Käfig gelockt, dieser dann heraufgewunden und sammt den Gefangenen bis am Montag im Werkhof versorgt“ [2] by @tierschnipsel
7
5 years ago
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Mit dem Reim vom Bettelhäschen wünsche ich euch ganz schöne Ostertage! Danke für euer Interesse an allem rund ums Tier auf altem Papier 🐰

Der „Hartherzige“
Es klopft beim reichen Bauersmann. Ein armer kleiner Bettler an.
„Ach, Herr“, sprach er und zog den Hut, „Gebt mir ein Scherflein! Seid so gut!
Ich komm' grad aus dem Lazarett, Lag vierzehn Tage dort im Bett,
Die Lunge krank und lahm das Bein, Zerschossen von des Jägers Blei'n
Leer ist nun Sack und Portemonnaie; Herr gebt mir was! Die Not tut weh!“
***
„Hinweg!“ schrie da der dicke Jack, „Was wagt sich dieses Bettelpack,
Schleicht sich herein bis an der reichen Tor, Und winselt uns sein Elend vor!
Du fauler Schlingel fort mit Dir, Denn höchstens Prügel setzt es hier!“
Da kollerten dem Bettelhäschen die hellen Tränen übers Näschen,
Aufs Köpfchen stülpte er den Filz und sprach im Gehen “Gott vergilt's!“
***
Und siehe: Gott vergalt es wohl! Ein Jahr drauf saß der Has im Kohl,
Gesund und heil und hergestellt und freute sich der schönen Welt.
Da sah vor einem Erntewagen von fern er einen Stier sich plagen.
„Das ist ja Jack! Lampinchen schau!“ Sprach er erstaunt zu seiner Frau. 
***
Jawohl, so war's! dem reichen Fant war neulich Haus und Hof verbrannt.
Er war verarmt und hatte nichts. Im Schweiße seines Angesichts 
mußt er zu seiner Feinde Hohn nun dienen für geringen Lohn.
So geht es aber allezeit der harten Unbarmherzigkeit! by @tierschnipsel
3
6 years ago
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Auf den „Poisson d’Avril“ stiess ich durch meine Postkartensammlung, in der Damen und Herren mit Fischfiguren aus Pappmaché oder sogar präparierten Fischen posieren. In Frankreich ist es bis heute Brauch zum 1. April anderen Personen einen selbstgebastelten Papierfisch an den Rücken zu heften ohne dass sie es bemerken. Liebende schenken sich Schokoladenfische. Kennt ihr die Tradition und wisst mehr darüber?

In der Gartenlaube, einer um 1900 beliebten Familienzeitschrift, ist folgende Deutung zu lesen:
„In Frankreich schickt man gleichfalls noch heute den Narren in den April, was der Franzose, wie bemerkt, „donner un poisson d’avril“ nennt. Dieser Aprilfisch ist freilich kein anderer als der im Canal so häufig vorkommende Maifisch. Bekanntlich aber waren die Fische der Liebesgöttin Venus geweiht, die zugleich auch Göttin des Monats April war, in welchem ja Alles in der Natur zu neuem Leben keimt und sprießt.“

Wo der Ursprung auch liegt, die Verse auf den historischen Postkarten sind voll Witz und Liebe:
«Chacun de ces poissons renferme un doux baiser : Sur vos lèvres daignez qu’ils viennent se poser.»
In etwa „Jeder dieser Fische enthält einen süssen Kuss: Auf Deinen Lippen sollen sie rasten.“ Zu Bild 2.

«Désirant vous prouvez ma tendre Obflection. Et pour fêter Avril et la belle saison, J’ai fait assaisonnez, dans l’espoir de vous plaire, Ce poisson savoureux, qui va vous satisfaire.» In etwa „Ich möchte Ihnen meine zärtliche Gesinnung beweisen. Und um den April und die schöne Jahreszeit zu feiern, habe ich in der Hoffnung, Sie zu erfreuen, diesen leckeren Fisch gewürzt, der Sie zufriedenstellen wird.“ Zu Bild 5.

«Le printemps parfumé réjouit tous les cœurs : Le rire est dans les yeux, la chanson montre aux lèvres : Et pour fêter Avril, j’apporte les primeurs. Que cisela pour Vous ce merveilleux orfèvre.» In etwa „Die duftende Frühlingszeit erfreut alle Herzen: Das Lachen liegt in den Augen, das Singen auf den Lippen: Und zur Feier des Aprils bringe ich die ersten Früchte, die dieser wunderbare Goldschmied für Sie gemacht hat.“ Zu Bild 6.

«Devinez qui vous l’envoie.» In etwa „Rate mal, wer Dir das geschickt hat.“ Zu Bild 1. by @tierschnipsel
8
6 years ago
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Der Physiologe Friedrich Goltz wehrt sich gegen die Behauptung er habe Eingriffe an Hunden ohne Betäubung ausgeführt (er spülte ihnen nach Aufbohren des Schädels Teile des Hirns mit einem heissen Wasserstrahl heraus):

„Der Verfasser der Folterkammern hat bei der Schilderung der von mir angeblichen verübten Greuel überall verschwiegen, daß ich die sämtlichen von ihm berichteten Operationen an Hunden unter tiefer Chloroformnarkose ausgeführt habe.“ (1)

Goltz übersieht, dass in der zitierten Schrift nicht pauschal das Weglassen jeglicher Betäubung, sondern insbesondere die fehlende Leidminderung nach dem Eingriff kritisiert wird. Er unternahm an den operierten Tieren weitere Versuche, um ihre Reaktionen zu testen, u.a. im Anbringen von Metallkemmen an Vorhaut oder Zehen. Zudem wird seine zynische Art die Versuche in Fachpublikationen vorzustellen angesprochen. Er sieht sich hingegen als Tierfreund:

„Ich bin nämlich, wie ich dem unbefangenen Leser beiläufig verraten will, ein außerordentlicher Hundefreund von Jugend auf gewesen. […] Meine Freunde wissen auch, welche Überwindung es mich gekostet hat, blutige Eingriffe an einem so edlen, intelligenten Tiere vorzunehmen. Die besonderen Aufgaben, an deren Lösung ich mich gewagt habe, also namentlich die Erforschung der Funktionen des Gehirns, zwangen mich aber, gerade den Hund zum Gegenstande meiner Beobachtungen zu wählen, weil niedere Tiere z.B. Kaninchen sich wegen ihrer Dummheit und aus anderen Gründen zu diesen Versuchen nicht eignen.“ (2)

Ob er die verwendeten „niederen Tiere“ wie bspw. Frösche ebenfalls mit Chloroform betäubte, erwähnt er nicht.

Die Bilder 1-3 zeigen zwei Methoden zur Anästhesie von Versuchstieren. 1-2: Betäubungsmasken wurden mit Äther oder Chloroform gefüllt und Hunden angelegt, die durch die Dämpfe je nach Dauer der Einwirkung schmerzunempfindlich oder bewusstlos wurden. 3. Bei kleineren Tieren oder denjenigen bei denen das Anlegen einer Maske aus anatomischen Gründen schwieriger war, kam stattdessen ein Betäubungsglas zum Einsatz. Das Anästhetikum wurde auf den im Deckel eingelassenen Schwamm aufgebracht und das im Glas eingeschlossene Tier betäubt. by @tierschnipsel
13
6 years ago
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Tierschutzschriften gegen die Vivisektion sind zahlreich, hier soll ein Forschender zu Wort kommen, der auf die im deutschsprachigen Raum bekannteste Publikation „Die Folterkammern der Wissenschaft“ von Ernst von Weber mit einer öffentlichen Rechtfertigung antwortet. Der Physiologe Friedrich Goltz stört sich bereits am Begriff Vivisektor:
„Einen Physiologen Vivisektor zu nennen, hat ebenso viel Sinn, als wenn man einen Reiteroffizier „Pferdeschinder“ nennen wollte. Es gehört zwar zum Berufe des Reiters gelegentlich seinem Pferd die Sporen zu geben oder es in anderer Weise zu quälen, aber das ist doch nicht die Hauptbeschäftigung des Reiteroffiziers. Ebensowenig geht die Thätigkeit eines Physiologen auf in der Anstellung von Vivisektionen“. (1)

Als Ausgleich für die unpassende Bezeichnung wird er die Vivisektionsgegner „Humanaster“ nennen. Das lässt sich vielleicht mit dem heutigen „Gutmensch“ vergleichen; die lateinische Nachsilbe -aster wertet im Deutschen ein Wort häufig ab. Damals gebräuchlich war bspw. auch „Kritikaster“, das ggf. zur Wortschöpfung inspirierte.

Den „Erzeugnissen des Fanatismus“ wollte er erst keine Bedeutung zumessen, doch da er Tierversuche für unverzichtbar hält und nicht ausgeschlossen ist, „daß Regierung und Reichstag sich doch noch zu Schritten könnten hinreißen lassen, welche die Fortentwicklung der medizinischen Wissenschaften schwer schädigen würden“ entschliesst er sich zur Stellungnahme statt die Schmähschriften im Fach „Zusendungen von Unzurechnungsfähigen“ verschwinden zu lassen. (2)

Obwohl er keine Skrupel hat Tieren Leid zuzufügen: „Gewiß, ich vertrete die Überzeugung, daß selbst die grausamsten Versuche an Tieren gerechtfertigt sind, wenn die wissenschaftliche Forschung, ohne sie nicht vorzudringen vermag“ fühlt er sich zu Unrecht an den Pranger gestellt, denn: „Ich habe die unerhörten Grausamkeiten, deren man mich zeiht, gar nicht begangen.“ (3) Im nächsten Beitrag mehr, die Zeichenanzahl reicht nicht aus.

In seiner Gegenschrift führt Goltz andere Tierquälereien an wie Zwangsmästung oder Schwanzkupieren – dabei lässt er ausser Acht, dass Tierschutzvereine diese Praktiken ebenfalls anprangern. by @tierschnipsel
2
6 years ago
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Eine Schlittenfahrt ist lustig, eine Schlittenfahrt ist schön. Für wen? Die Troika, der traditionelle russische Dreispänner mit klingenden Glöckchen könnte als Inbegriff von Winterromantik gelten; der Schlitten scheint, gezogen von drei wilden Pferden, durch den Schnee zu fliegen. Das Mittelpferd läuft unter einem reich verzierten Holzbogen, der Duga, in schnellem Trab, während die Aussenpferde galoppieren. Die Troika war lange Zeit das schnellste Beförderungsmittel u.a. für die Post. Der Überlieferung nach konnte sich der Fahrer bei Wolfsangriffen retten, indem er die nur lose befestigten Seitenpferde freiliess und opferte, während er mit dem Renntraber das Weite suchte.

Bei genauem Hinsehen fällt auf, dass die beiden äusseren Pferde ihre Köpfe zur Seite wenden, als wollten sie sich umschauen. Eine Begründung liefert Russia Beyond: „Der Grund ist, dass das Pferd auf der rechten Seite galoppiert, indem es mit seinem linken Bein führt, während das auf der linken Seite mit seinem rechten Bein führt. Und so drehen sie ihre Köpfe in die entgegengesetzte Richtung, um das Gleichgewicht zu halten. Sie tun dies instinktiv.“

Dass das nur die halbe Wahrheit sein kann, beweist der straffe Aussenzügel, der die Köpfe der Seitenpferde in der gewünschten Position hält, je nach Belieben mehr oder weniger ausgeprägt. Der Russische Tierschutz beurteilt die klassische Troika kritischer: „Kopfschmerzen, Schwindel, Augapfelschmerzen, Verletzungen der Wirbelsäule und des Nackens – das erhalten die Seitenpferde zur Belohnung für das Vergnügen, das sie den Menschen bereiten dürfen.“ Und weiter: „Dass die Hälse und Köpfe der Seitenpferde permanent nach außen gezogen werden, führt zu Überanstrengungen und Muskelzerrungen, Deformierungen der Halswirbel und der Bandscheiben. Später breiten sich diese Schäden auf den Rest der Wirbelsäule aus. Als Folge bekommen die Pferde eine Atemdepression. Nicht weniger schwer trifft es das Mittelpferd. Der dritte Zügelriemen wird an seinem Oberkiefer und zusätzlich an der Duga befestigt.“ [weiter in den Kommentaren] by @tierschnipsel
7
6 years ago
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