Posted On: September 14th 2026, 11:37 am
Es hat mich fast zehn Jahre Journalismus (und ganz viel Yoga) gekostet, bis ich mich getraut habe, meine eigenen Gedanken und Meinungen wirklich zu vertreten.
Ich weiss, wie gemein Menschen im Netz sein können. Die Anonymität, die schnelle Kritik, wie schnell man sich angreifbar macht, wenn man etwas Persönliches schreibt. Das hat mich lange davon abgehalten.
Vor ein paar Tagen habe ich einen persönlichen Text übers Alleinwandern geschrieben. Wie das im Journalismus so ist, hatte ich nur wenig Zeit dafür – vielleicht war genau das auch gut. Wenig Zeit, um darüber nachzudenken, ob ich das jetzt wirklich so schreiben will. Am Ende war ich überrascht, wie viele liebe Nachrichten ich bekommen habe.
Warum ich das teile?
Weil ich glaube, dass wir uns zu sehr davor schützen, was schiefgehen könnte - davor, dass andere uns falsch verstehen oder doof finden. Also halten wir zurück, was eigentlich gesagt werden will. Doch wenn wir uns immer schützen, kann auch nichts zurückkommen. Wenn wir nur zeigen, was sich sicher anfühlt, erfahren andere zwar wenig Falsches über uns – aber eben auch wenig Echtes.
Ich glaube, dass es sich lohnt, die eigene Vorsicht nicht immer gewinnen zu lassen. Ein Stück Kontrolle abzugeben. Nicht genau zu wissen, wie etwas ankommt. Und auszuhalten, dass nicht jeder einen verstehen wird.
Dann kann etwas Überraschendes entstehen: ein gutes Gespräch, eine neue Perspektive, das Gefühl, mit einem Gedanken nicht alleine zu sein. Verbindung.
#wandern #wandernschweiz #schweizerberge