Posted On: April 24th 2026, 09:53 am
Florian Huber
Bildhauereiklasse und Medienklasse
Betreut von Prof.in Alberta Niemann, Jenny Kropp (Bildhauereiklasse) und Prof. Andreas Greiner (Medienkunst)
@florianhuberart@klasse_fort@medienklasse_kielFotos:
@schluessel.schluesselIn seinem MFA-Abschlussprojekt, der szenischen Installation better late than never, setzt sich der Künstler Florian Huber mit einer von permanentem Krisenmodus geprägten Gegenwart auseinander. Bedrohungen der Demokratie, die Klimakrise, Kriege und gesellschaftliche Spannungen prägen den öffentlichen Diskurs und beeinflussen Vorstellungen von Sicherheit, Gemeinschaft und Überleben.
Im Zentrum der Arbeit steht eine Gartenlaube, die in einem weißen, scheinbar neutralen Raum aufgebaut ist. Die kleine Holzhütte fungiert als verdichteter Innenraum, in dem sich Objekte, Spuren und Ablagen ansammeln, die auf Verbergen, Aufbewahren und Vorbereiten verweisen. In einer Art Assemblage werden Dinge zusammengetragen, die als potenziell nützlich erscheinen, und es werden Fragen danach aufgeworfen, was ein Mensch zum Leben und Überleben braucht.
Ein Bezugspunkt ist die sogenannte Prepper-Szene mit ihren Vorstellungen von Bedrohung und Sicherheit. Die Arbeit interessiert sich dabei weniger für konkrete Antworten als für die Bilder und Ordnungen, die sich in solchen Vorbereitungen zeigen.
Die Gartenlaube erscheint als kulturell codierter Raum zwischen Privatheit und Öffentlichkeit, zwischen Idyll und Abschottung. Sie ist ein Ort, an dem Ordnung hergestellt und Weltbilder abgelegt werden können. Durch diese Verschiebung wird das Vertraute fragil: Was zunächst harmlos wirkt, kann ideologische Bedeutungen tragen.
Die Arbeit formuliert keine eindeutige Botschaft, sondern schafft eine Situation, in der die Betrachtenden mit ihren eigenen Deutungen konfrontiert sind. Was erscheint harmlos – und warum? Wo beginnt Ideologie im Alltäglichen? Und wann kippt vermeintliche Normalität in Ausschluss?